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Umland Isernhagen Nachrichten Feuerwehr befreit Pferd aus Graben, doch es ist zu spät
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14:31 21.02.2018
Rettung mit Hebezeug und Teleskoplader. Quelle: Feuerwehr
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Kirchhorst

 Alle Versuche, „Rainman“ zu retten, waren letztlich vergebens: Der Wallach, der am Mittwochmorgen in einer aufwendigen Rettungsaktion aus einem Graben in Kirchhorst befreit worden war, ist am Mittag in einer Tierklinik gestorben.

Die Ortsfeuerwehren Kirchhorst und Stelle waren um 9.15 Uhr alarmiert worden. Auf dem weitläufigen Areal eines Pferdehofs auf dem ehemaligen Freizeitpark-Gelände war der 18 Jahre alte Wallach, laut der Betreiberin Tertu Waldschmitt früher ein erfolgreiches Military-Pferd, in einen etwa einen Meter tiefen Entwässerungsgraben gestürzt. Beim Eintreffen der Rettungskräfte, die letztlich auch noch von drei Tierärzten unterstützt wurden, lag das Tier auf der Seite und versuchte erfolglos, sich auf die Füße zu drehen. Das Pferd, das vermutlich schon seit längerer Zeit in dieser Zwangslage steckte, war bereits entkräftet. Eine Veterinärin versorgte das Tier medizinisch und versuchte vor allem, dessen Kreislauf zu stabilisieren.

Letztlich hat es Wallach „Rainman“ nicht geschafft. Am Mittwochvormittag von der Feuerwehr aus einem Graben in Kirchhorst befreit, starb das Pferd später in einer Tierklinik.

Erster Rettungsversuch misslingt

Die acht Feuerwehrleute aus Kirchhorst und Stelle versuchten zunächst, das Tier mittels stabiler Löschschläuche aus dem Graben zu ziehen. Die steile Grabenwand und das unruhige Pferd ließen dieses Unterfangen jedoch scheitern.

Die Tierärztin stellte das Pferd daraufhin mit Medikamenten ruhig. Landwirt Jürgen Hartmann stellte seinen Teleskoplader als Hebewerkzeug zur Verfügung. Den Helfern gelang es, Rundschlingen an den Beinen des Pferdes zu befestigen. Der Lader hob den Wallach sanft aus dem Graben und legte ihn auf einem vorbereiteten Strohlager ab. Dort erwachte das 18 Jahre alte Tier nach kurzer Zeit aus der Sedierung und wurde weiter ärztlich versorgt.

Pferd stirbt in der Klinik

Während der Einsatz für die beiden Ortsfeuerwehren gegen 11 Uhr beendet war, kämpften mittlerweile drei Tierärzte weiter um das Leben des Wallachs. „Rainman“ wurde in eine Tierklinik nach Adelheidsdorf transportiert, wo er trotz weiterer Infusionen am Mittag starb – offenbar an Organversagen, wie Stallbetreiberin Tertu Waldschmitt auf Nachfrage sagte. „Er hatte wohl einfach zu lange so gelegen.“

Was „Rainman“, der nach Ende seiner Military-Laufbahn von seinem Besitzer als Freizeitpferd geritten worden und als Einstellerpferd auf ihren Hof gekommen sei, und die weiteren neun Pferde seiner Gruppe aufgescheucht hatte, so dass diese durch den Elektrozaun gebrochen waren und auf dem Gelände umherliefen, darüber kann Tertu Waldschmitt nur spekulieren. Möglicherweise war ein ordinärer Werbe-Luftballon, der sich am Nachmittag auf dem Gelände fand, der Grund. Sie selbst hatte das Areal am Vorabend gegen 18.30 Uhr verlassen, eine Einstellerin dann am Mittwochmorgen gegen 8 Uhr die auf dem Ex-Freizeitpark-Gelände freilaufenden Pferde entdeckt. Von „Rainman“ hatte zunächst jedoch jede Spur gefehlt. Erst bei einer Absuche zu dritt war der Wallach rund eine Stunde später im Graben entdeckt worden.

Dass alle Versuche, das Tier zu retten, letztlich keinen Erfolg hatten, hatte Hofbetreiberin Waldschmitt am Nachmittag stark mitgenommen. Dennoch dankte sie den Helfer: „Die Feuerwehr, mein benachbarter Landwirt – sie alle haben wunderbar geholfen und wirklich alles versucht.“

Weiterer Feuerwehreinsatz direkt im Anschluss

Für die Ortsfeuerwehren Stelle und Kirchhorst gab es direkt nach Einsatzende nur eine sehr kurze Verschnaufpause. „Hilflose Person hinter Wohnungstür“, lautete bereits um 11.13 Uhr das nächste Einsatz-Stichwort. Außer Stelle und Kirchhorst wurde auch die Ortsfeuerwehr Altwarmbüchen mit ihrem Türöffnungsset an die Straße Oppersheide alarmiert. Dort reichten allerdings einige starke Klopfzeichen an der Wohnungstür, dass die ältere Bewohnerin doch selbst öffnete. Da sie über Atemnot klagte, wurde sie an den Rettunsgdienst übergeben.

Von Frank Walter

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