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17:04 29.05.2018
Pressewart Peter Schmidt (links) und Ortsbrandmeister Arne Zilling werben mit knallroten Löscheimern um neue Aktive für die Ortsfeuerwehr Kirchhorst. Quelle: Frank Walter
Kirchhorst

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Kirchhorst werden am Sonnabend, 2. Juni, an knapp 500 Haustüren klingeln und knallrote Plastikeimer verteilen. Was wie eine pfiffige Aufforderung zur Teilnahme am Dorfputz anmutet, hat in Wahrheit einen ernsten Hintergrund: Die Ortsfeuerwehr sucht händeringend neue Aktive.

Zahl der Aktiven liegt unter der Sollstärke

Exakt 3313 Einwohner lebten am Jahresende 2017 im Ortsteil Kirchhorst, doch bei der Ortsfeuerwehr Kirchhorst merkt man davon wenig: „Das Dorf wächst, aber wir partizipieren nicht“, sagt Ortsbrandmeister Arne Zilling mit großem Bedauern. Seit 32 Jahren ist er Feuerwehrmann, seit 2006 in Kirchhorst. Zu den besten Zeiten habe man mal 35 aktive Mitglieder gehabt, „aber inklusive Karteileichen“. Aktuell liegt die Ortsfeuerwehr bei 23 Aktiven und damit deutlich unter der Sollstärke von 28. Gemeindebrandmeister Clive von Plehn hat daraufhin schon überprüft, ob die Alarm- und Ausrückeordnung noch gewährleistet ist. „Das ist sie. Der Brandschutz ist sichergestellt“, versichert Zilling – weil die Kirchhorster bei Einsätzen stets gemeinsam mit der Ortsfeuerwehr Stelle alarmiert werden. „Die haben mehr Landwirte in ihren Reihen und sind tagsüber besser besetzt.“ Dass sich in den Reihen der Kirchhorster Aktiven nur 20 Männer und drei Frauen finden, liegt nach Zillings Meinung vor allem am Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Zu viele Jüngere müssten Kirchhorst verlassen, zudem arbeiteten viele außerhalb des Ortes.

500 Löscheimer für potenzielle Mitglieder

Mit ihren öffentlichen Übungsdiensten war die Ortsfeuerwehr auf wenig Resonanz gestoßen. Deshalb habe man länger nach einer anderen Idee der Mitgliederwerbung gesucht, „bei der der Flyer nicht nach fünf Sekunden im Müll landet“, so Zilling. Fündig wurden die Kirchhorster im Braunschweiger Land –die „Löschkübel-Aktion“ der Feuerwehr Vallstedt/Alvesse hat mittlerweile schon ihre Kreise durch Deutschland, Österreich und die Schweiz gezogen.

Knapp 500 Adressen von 20- bis 50-jährigen Kirchhorstern hat die Gemeinde für die Feuerwehr aus ihrem Computersystem gezogen und eben so viele Eimer zur Verfügung gestellt. 20- bis 30-Jährige müssten oftmals noch wegen der Ausbildung oder des Studiums den Wohnort wechseln. „Uns geht es deshalb vor allem um die 30- bis 50-Jährigen. Und die Feuerwehr ist definitiv kein Männerverein“, sagt Zilling und hofft auch auch weibliche Interessierte.

Infonachmittag am 9. Juni

Denn um Interesse geht es, und das will die Feuerwehr am Sonnabend mit den knallroten Plastikeimern wecken. Der Schriftzug „Haushalts-Löschkübel“ prangt dort in großen Buchstaben, und im Eimer findet sich ein durchaus provokant formuliertes Flugblatt zum Verhalten im Brandfall, falls die Feuerwehr eben nicht käme. Verbunden damit ist die Einladung zu einem Informationsnachmittag am Sonnabend, 9. Juni, ab 15 Uhr im Feuerwehrhaus an der Steller Straße 64. „Ohne großen Rummel und ohne Bierbude“, so Feuerwehr-Pressewart Peter Schmidt, will die Ortsfeuerwehr dann Interessierten an einer aktiven Mitgliedschaft sich, ihre Aufgaben und ihre Ausrüstung vorstellen. „Das wird kein Tag der offenen Tür“, macht auch der Ortsbrandmeister klar.

Dass es sich lohnt, der Feuerwehr Kirchhorst beizutreten, daran haben sowohl Zilling als auch Schmidt keine Zweifel: „Wir tun etwas Sinnvolles für die Dorfgemeinschaft.“

Von Frank Walter

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