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Mehr Isernhagener sollen auf Fahrrad steigen

Isernhagen Mehr Isernhagener sollen auf Fahrrad steigen

Fachplaner sollen den Zustand des Isernhagener Radwegenetzes untersuchen und Verbesserungsvorschläge machen. Ziel ist, dass mehr Isernhagener regelmäßig ihr Auto stehen lassen.

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Grünen- und ADFC-Mitglieder haben sich in der Vergangenheit unter anderem bei einer Critical-Mass-Radtour durch die Isernhagener Altdörfer für Verbesserungen für Radfahrer eingesetzt.

Quelle: Archiv (Walter)

Isernhagen.  Radfahren in Isernhagen soll sicherer, schneller und bequemer werden. Dabei helfen soll ein Radverkehrskonzept, für das die Gemeindeverwaltung jetzt Fördergeld beantragen will. 

Rund 77 Kilometer lang ist das Radwegenetz der Gemeinde Isernhagen, dass die einzelnen Ortsteile miteinander verbindet und vorrangig dem Freizeitverkehr gewidmet ist. Während in der Feldmark meist gut ausgebaute Asphaltwege Radfahrer freuen, sieht es in den Ortschaften selbst oft nicht so gut aus. „Vielfahrer“ und Grünen-Ratsherr Hans-Jürgen Beck, der sich mit seiner Fraktion bereits seit Jahren (und bislang erfolglos) um ein Radverkehrskonzept bemüht, gibt dem Ist-Zustand für den Alltagsverkehr denn auch nur die Schulnote 4 bis 5. „An jeder Kreuzung muss man sich irgendwie durchschlängeln.“ Gerade wer sich im Fahrradsattel unsicher fühle, habe es an vielen Stellen schwer, so seine Meinung.

Da soll das Radverkehrskonzept für Abhilfe sorgen, dem als erstes politisches Gremium nun der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz zugestimmt hat. Das Konzept soll die Grundlage für die weitere Entwicklung der Radinfrastruktur in Isernhagen sein, also beispielsweise die Frage beantworten, wo ein Lückenschluss im Radwegnetz sinnvoll ist. Das Konzept soll helfen, den Anteil des Rad- am Gesamtverkehr zu steigern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dabei soll es auch berücksichtigen, wo die Region in den nächsten Jahren Kreisstraßen sanieren lässt – oft sind dabei neue Fahrradschutzstreifen geplant.

Erarbeiten soll es ein Fachplanungsbüro. Für die Umsetzung des Konzeptes hofft die Gemeindeverwaltung auf Zuschüsse aus der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums. Gefördert wird mit bis zu 50 Prozent. Im Gemeindehaushalt stehen 50.000 Euro für die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur zur Verfügung. Ganz so schnell, wie regelmäßige Radfahrer sich dies wünschen dürften, sind Verbesserungen allerdings nicht zu erwarten: Stimmt der Rat am 1. März dem Verwaltungsvorschlag zu, so könnten die Planer wohl nicht vor Oktober loslegen. Und dann, so Ratsherr Beck, werde es darauf ankommen, die im Konzept vorgeschlagenen Maßnahmen auch wirklich umzusetzen – erst dann werde mit zunehmenden Radverkehr auch der Klimaschutz profitieren.

In eine ähnliche Richtung bezog auch der ADFC Stellung. Ein Radverkehrskonzept, bei dem ein unabhängiger Experte das ganze Gemeindegebiet betrachte, sei genau das, was man sich seit langem erhoffe. „Das ist aber nur der erste Schritt, die Umsetzung muss der zweite sein“, sagte ADFC-Vorstandsmitglied Klaus-Jürgen Hammer. Und bislang sei die Gemeinde leider nicht sonderlich bereit gewesen, sich für den Radverkehr einzusetzen.

Von Frank Walter

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