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Nachrichten Sie vermitteln Lust auf Demokratie
Umland Isernhagen Nachrichten Sie vermitteln Lust auf Demokratie
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07:57 11.08.2014
Von Martin Lauber
Die Schüler haben Sommerferien - und Gregor und Monika Dehmel genießen ihren Urlaub an der Königsberger Straße in Altwarmbüchen. Quelle: Monika Dehmel
Isernhagen

Der Apfelbaum im Garten reicht gelb-rote Früchte übers Geländer, tibetische Gebetsfähnchen wehen im Wind. Und Theo (4), Ela (2) und die zehn Wochen junge Fine haben ihre Eltern mal den ganzen Tag allein für sich. Was sollte da gegen Urlaub auf dem Balkon sprechen? Altwarmbüchens frühere Ortsbürgermeisterin Monika Dehmel und ihr Mann versuchen stets, die Schulferien als Auszeit für die Familie freizuhalten. Je länger die Referenzliste der vielfach prämierten Schulprojekte zur politischen Bildung, um so weniger muss das Psychologenehepaar sich um die Akquise kümmern. Nicht zu verschiebende Kontakte sind keine echte Bedrohung fürs Ferienfeeling - seit vier Jahren residiert die Geschäftsstelle des Vereins „Politik zum Anfassen“ an der Königsberger Straße im Vorderhaus über der Fahrschule. „Unsere Rettung“, sagt Monika Dehmel.

Allein eine Frage harrt auch in den Ferien einer Antwort: Sollen Erfolgsformate des Vereins wie „Pimp your Town“ exportiert werden, der Aktionsradius also weiter wachsen? Selbst die Experten, die die Robert-Bosch-Stiftung in Form eines Beratungsstipendiums spendiert hat, konnten da bisher nicht weiterhelfen. „Wie lässt sich die Qualität sichern“, fragen sich die Dehmels auch in Balkonien.

Seit 2006 ziehen die beiden 42-Jährigen fast täglich los in eine andere Schule im 50-Kilometer-Umkreis, bisweilen aber auch nach Fehmarn oder Hasbergen. „Wir vermitteln Lust auf Demokratie“, so beschreibt Gregor Dehmel die Arbeit überwiegend in neunten und zehnten Klassen. Dann schlüpfen die Schüler, gecoacht von den Dehmels und bis zu acht jungen Leuten, die ihren Freiwilligendienst beim Verein absolvieren, in die Rolle von Kommunalpolitikern, formulieren Wünsche, haben teil an politischen Prozessen.

Was haben ein Trampolin am Südstrand von Fehmarn mit teil- überdachten Spielplätzen in Hannover gemein? Schüler haben sie beim Planspiel „Pimp your Town“ auf ihre Wunschliste gesetzt - und ihre Anregungen sind umgesetzt worden. Acht bis zwölf Projekte aus dieser Quelle realisiert allein die Landeshauptstadt - pro Jahr.

Die vermeintlich unpolitischste Generation aller Zeiten habe die tollsten Ideen, „wenn sie Gelegenheit dazu bekommt“, ist die Erfahrung bei beiden Freiberufler im Dienste von „Politik zum Anfassen“. Die freiwilligen Helfer - aus ganz Deutschland, einer kam sogar aus Kolumbien - sitzen nach den Einsätzen in Schulen, in Ratssälen oder im Landtagsplenum oft mit am Familientisch, und Gregor Dehmel kocht für alle. Und wer nicht so schnell ein Zimmer in Hannover findet, der findet ein Bett in der Vereinsgeschäftsstelle.

Das Ehepaar aus Altwarmbüchen hat immer noch neue Ideen - der jüngste Coup: Schulklassen produzieren eigene Musikvideos und vermarkten sie übers Internet. Auch Musik- und Wirtschaftskundelehrer seien mit Feuereifer dabei. „Wir finden das immer noch toll“, verrät Monika Dehmel.

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