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Isernhagen „Isernhagen liest vor“ feiert 15 Jahre
Umland Isernhagen „Isernhagen liest vor“ feiert 15 Jahre
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00:18 06.12.2018
Sie lieben die Olchis – und die Arbeit mit Kindern: Die ehemalige Lehrerin Gotlind Fleischmann (links) und die ehemalige Erzieherin Gisela Sunder. Quelle: Gabriele Gerner
Isernhagen

 „Wann kommst Du wieder, Gisela?“ Wenn ein kleiner Junge oder ein kleines Mädchen das zum Abschied zu Gisela Sunder sagt, dann weiß sie, dass sie das Kind erreicht hat. Mehrmals pro Woche geht sie in Kindergärten oder Grundschulen und liest Kindern etwas vor. Zusammen mit Gotlind Fleischmann koordiniert sie die Initiative „Isernhagen liest vor“, die nun ihr 15-jähriges Bestehen feiert.

„Wir wollen die Phantasie anregen und die Lust auf´s Lesen wecken“, sagt Gotlind Fleischmann. Gisela Sunder nickt und ergänzt: „Lesen können ist so wichtig in allen Bereichen des Alltags. Ob man einkaufen geht oder etwas im Internet sucht – ohne Lesen zu können, geht es nicht.“ Deshalb wollen die beiden Rentnerinnen Kinder an Bücher heranführen.

Und dies geht am besten über Themen, die Kinder berühren. „Ich mag am liebsten Geschichten, in denen ein Außenseiter die Hauptrolle spielt“, verrät Gisela Sunder. Gotlind Fleischmann setzt auf Mitmach-Geschichten. „Wenn man die Kinder in die Geschichte mit einbezieht, sind die ganz schnell dabei.“ So beispielsweise bei der Geschichte vom Frosch, der einen Schluckauf bekommt. „Bei jedem ‚Quaak-Hicks’ machen alle Kinder mit. Das ist zum Totlachen“, erzählt die ehemalige Lehrerin. Sehr beliebt seien auch „Die Olchis“ und „Der kleine Drache Kokosnuss“.

Gegründet wurde die Initiative im Jahr 2003 von Wolfgang R. Stolt. Der Jurist fing in der Grundschule Altwarmbüchen mit dem Vorlesen an und konnte zunächst vier weitere Mitstreiterinnen gewinnen. Heute lesen insgesamt 28 Frauen und zwei Männer regelmäßig in den Grundschulen in Kirchhorst, Isernhagen H.B. und Altwarmbüchen und in den Kindergärten Isernhagens vor. Stolt leitete „Isernhagen liest vor“ bis 2014. Dann übernahmen Gisela Sunder und Gotlind Fleischmann die Koordination. Im Laufe der Jahre enwickelte sich die Initiative weiter, immer neue Projekte kamen hinzu: Zweimal im Monat laden die Vorleserinnen inzwischen zum beliebten Bilderbuchkino ein und zweimal im Jahr zur „Langen Lesenacht“ – beides in der Gemeindebücherei. Ob Wikinger oder Detektive, Feuerwehr, Grusel- und Gespenstergeschichten, Indianer, Ritter oder Orient – die Themen sind stets kindgerecht und wecken die Neugier der fünf- bis zehnjährigen Jungen und Mädchen.

„Am Anfang haben wir uns jedoch manchmal übernommen,“ sagt Gisela Sunder rückblickend und erzählt von der ersten Lesenacht, bei der die Ehrenamtlichen von der Resonanz überwältigt wurden. „Da kamen einhundert Kinder und wir waren nur vier Vorleserinnen. Danach waren wir fix und fertig“, bekennt Gotlind Fleischmann. Seitdem begrenzen die Vorleser die Zahl der teilnehmenden Kinder auf 60. Höhepunkte der Vorlese-Initiative waren Sonderaktionen wie „Jim Knopf wird 50“ und „Geschichten unter´m Walnussbaum“ bei Gehlhaar im Rahmen der Reihe „Lesen am See“, wobei Kindern im Freien vorgelesen wird. „Besonders schön fand ich es in diesem Jahr in Beensens Gärten, das ist ein wunderschönes Gelände“, schwärmt Gotlind Fleischmann. Mit leuchtenden Augen berichtet Gisela Sunder von der „Astrid-Lindgren-Woche“, einer Wanderausstellung, die im Rathaus gastierte. „Da haben wir mit neun Frauen 46 Führungen gemacht. Danach wusste ich alles über Astrid Lindgren.“

Die positive Resonanz von Eltern und Kindern ist es, die ihnen seit so vielen Jahren Antrieb für ihr Tun gibt. Dennoch gibt es auch schwierige Situationen, das wollen die beiden nicht verhehlen. „Man muss auch ein bisschen etwas ertragen können als Vorleser. Kinder sind halt Kinder“, sagt die ehemalige Erzieherin Sunder, die auch viele Jahre lang Kinder in der Kunstschule angeleitet hat. Sie und ihre Kollegin kennen ihre kleinen Tricks, wie sie Zappler und Störenfriede unter Kontrolle halten. „Die setzen wir ganz nah zu uns, dann klappt das schon.“

Wer auch gern als Vorleser in Schulen oder Kindergärten mitwirken möchte, kann sich bei Gisela Sunder unter Telefon (0511) 613618 melden oder bei Gotlind Fleischmann unter Telefon (0511) 612239. Interessierte können unverbindlich hospitieren.

Von Gabriele Gerner

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