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Laatzen Starker Schlussspurt rettet ein schwieriges Jahr
Umland Laatzen Starker Schlussspurt rettet ein schwieriges Jahr
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16:40 08.01.2019
Die Besucherzahlen im Schwimmbereich sind 2018 gesunken - unter anderem wegen der Bauarbeiten an der Rutsche. Quelle: Dorndorf
Grasdorf

Erst die längeren Bauarbeiten an der Rutsche, dann die Dauerhitze – und schließlich auch noch die Bakterienprobleme im Außenbecken: Von den Rahmenbedingungen her waren die vergangenen zwölf Monate schwierig für das Aqualaatzium. Dennoch geht das städtische Bad mit einem leichten Umsatzplus aus dem Geschäftsjahr 2018.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Jahr – trotz der Betriebsschließung“, zog Bad-Geschäftsführer Carsten Otte jetzt Bilanz. Dabei habe es bis November noch sehr durchwachsen ausgesehen: „Das Jahr war geprägt von der Baustelle und dem Jahrhundertsommer“, sagt Otte. Ursprünglich sollte etwa der Rutschenturm im Februar eröffnet werden. Wegen Verzögerungen im Bauablauf hätten sich die Arbeiten dann jedoch bis April hingezogen – ausrechnet über die umsatzstarken Osterferien hinweg. Wegen der anschließenden Wiederherstellung des Außengeländes habe auch die Freibadsaison erst im Juni begonnen. „Und das, obwohl wir praktisch schon seit April Sommer hatten.“ Im Juli sei der Naturbadesee dann wegen Colibakterien gesperrt worden, laut Otte zum ersten Mal überhaupt. „Wir konnten das Freibad nur für sechs Wochen öffnen“, die halbe Saison sei so ins Wasser gefallen.

Trotz der Widrigkeiten konnte die Aqualaatzium Freizeit GmbH, die vollständig der Stadt gehört, den Umsatz leicht steigern: Die Summe stieg in Jahresfrist um 0,3 Prozent auf 6,59 Millionen Euro. Die Kurve gekriegt hat der Betrieb durch das starke Jahresende: Brach der Umsatz im finanziell wichtigen Saunabereich angesichts der Dauerhitze von April bis September durchgehend stark ein, lief das Geschäft dann insbesondere im Dezember extrem gut: „Wir haben im Dezember einen neuen Tagesumsatz-Rekord erzielt“, sagt Otte – 810 Sauna-Besucher an einem Tag habe es noch nie gegeben.

Unterm Strich sank die Zahl der Saunabesucher 2018 um 2700 auf 136.000. Stärker eingebrochen ist der Schwimmbereich, wo diesmal 239.500 Menschen kamen – 17.300 weniger als im Vorjahr und weniger als geplant. „Wir hatten eigentlich erwartet, dass wir mit der neuen Rutsche mehr Publikum anziehen“, sagt Otte. Gäste abgezogen haben dürfte auch die im Herbst 2017 eröffnete Wasserwelt Langenhagen – allerdings offenbar fast ausschließlich im Badbereich. Mit nach eigenen Angaben 16.000 Saunagästen in den ersten acht Monaten bliebt die Langenhagener Konkurrenz deutlich hinter den Aqualaatzium-Zahlen zurück.

Dass ein Ausbau des Freibadbereichs bessere Zahlen mit sich bringen würde, glaubt Otte nicht. „Wir müssten die Angebote dann doppelt vorhalten, was am Ende Verluste bringen würde“, sagt der Geschäftsführer. Erfahrungen aus früheren Jahren würden zeigen, dass die weit überwiegende Anzahl der Gäste auch im Sommer vor allem das Hallenbad nutze. Aus diesem Grund sei die nach der Aqualaatzium-Eröffnung noch betriebene Pommesbude auch nach kurzer Zeit geschlossen worden.

AquaFit wächst und wächst

Weiterhin erfreulich entwickelt sich der Aquafit-Fitnessbereich, der seinen Umsatz von 1,76 auf 1,84 Millionen Euro steigern konnte. Die Mitgliederzahl stieg leicht auf rund 2900. Schwerpunkt der Gesamtausrichtung soll auch künftig das Thema Gesundheit sein, das Otte als „Megatrend“ bezeichnet. So habe das Aqualaatzium inzwischen komplett auf ätherische Öle ohne Ersatzstoffe umgestellt und die Mitarbeiter seien unter anderem in Kneipp-Kursen geschult worden.

Größere Neuerungen sind im neuen Jahr nicht geplant. Die Stadt wird zwar – wie berichtet – das Dach über der Schwimmhalle sanieren lassen. Verbesserungen für die Gäste dürfte jedoch erst die Erneuerung der Dampfbäder im Saunabereich bringen, die für 2020 vorgesehen sind. Zulegen will das Aqualaatzium zudem bei der Online-Vermarktung, kündigt Otte an.

Gebäudefundament steht unter Wasser

Zu schaffen machen dem Aqualaatzium weiterhin die Undichtigkeiten im Gebäude, die von Baumängeln herrühren: Seit Eröffnung des Bades 2001 klagt Geschäftsführer Carsten Otte über Feuchtigkeit im Fundament. So stehe auf einem großen Teil der Bodenplatte permanent Wasser. Zwar habe die Stadt in den vergangenen Jahren bereits in einem Großteil der Duschen, der Schwimmbad-Umkleide und des Foyer die Böden ausgetauscht und neue Abdichtungen eingezogen. Etwa vier Fünftel der Gesamtfläche seien jedoch noch nicht saniert. „Von der Feuchtigkeit auf der Bodenplatte kann die Statik des Bads beeinträchtigt werden“, warnt Otte. „Wenn das Bad langfristig weiter betrieben werden soll, muss das abgestellt werden.“

Um ganz sicher zu gehen, untersuche die Stadt das Gebäude laufend und habe dabei unter anderem die Säulen geöffnet, die das Dach des Schwimmbereichs tragen. Ergebnis: Bislang gebe es trotz des feuchten Fundaments keine Statikprobleme. Zwar führe die Feuchtigkeit in den Wänden zu abblätternder Wandfarbe, dies lasse sich jedoch mit regelmäßigen Malerarbeiten beheben. Welcher Teil der Gesamtfläche am Ende saniert werden muss, lasse sich derzeit noch nicht sagen. „Erst aus dem Baufortschritt ergibt sich der jeweils nächste Abschnitt“, sagt Otte. Der nächste große Schritt soll 2020 mit dem Austausch der Fliesen im vorderen Saunabereich erfolgen, wenn auch die Dampfsaunen erneuert werden. Die Stadt Laatzen hat dafür 3,1 Millionen Euro eingeplant.

Noch 2019 saniert werden muss zudem das Dach der Schwimmhalle: Wegen einer fehlenden Dampfsperre gelangt dort von innen Kondenswasser an tragende Balken. Während der Arbeiten werde das Bad geschlossen, kündigt Otte an.

Von Johannes Dorndorf

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