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Laatzen Siegerentwurf für Gemeindehaus erhält alle Jurystimmen
Umland Laatzen Siegerentwurf für Gemeindehaus erhält alle Jurystimmen
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12:41 26.02.2018
Der Entwurf des Architektur Büros Nehse und Gerstein sieht zusätzlich zum Haupteinang im Süden einen separaten Zugang zum Gemeindebüro auf der Ostseite sowie fast das gesamte Gebäude umgebende Terrassenbereiche sowie große Glasfronten mit bodentiefen Fenstern – und Notausgängen – vor. Quelle: Lageplan: Nehse und Gerstein Architekten
Grasdorf

Der Architektenwettbewerb für den Neubau des Gemeindehauses von St. Marien in Grasdorf hat seinen Sieger gefunden: Das Architekturbüro Nehse und Gerstein aus Hannover hat mit seinem Entwurf das aus Kirchenvertretern und externen Fachleuten zusammengesetzte Preisgericht am meisten überzeugt. Einstimmig wurde dieser zum Wettbewerbsgewinner gewählt. Nun sollen alle Pläne ab Donnerstag, 1. März, zwei Wochen lang ausgestellt werden.

„Uns war es wichtig, ein Gebäude zu schaffen, das barrierefrei ist, einen teilbaren Saal mit Zugang zur Küche hat und bei dem auch das Foyer mit genutzt werden kann“, erklärt Gemeindevertreter Ralph Beerbom, der mit Pastor Burkhard Straeck St. Marien beim fünfköpfigen Preisgericht vertrat. Außerdem gehörten dazu Architekt Thomas Ruhrmann vom Kirchenkreisamt, Ulrike Schaaf von der städtischen Denkmalpflege sowie Stefan Höpfinger als Vertreter der Architektenkammer. 

Im südlichen Teil des Pfarrgartens von St. Marien soll voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2019 das neue Gemeindehaus entstehen. Der Siegerentwurf stammt vom Büro Nehse & Gerstein Architekten aus Hannover.

Das gesamte Verfahren sei anonymisiert gewesen bis zu dem Moment nach der Entscheidung im Preisgericht, betont Straeck. Das Amt für Bau und Kunstpflege, das Bauamt der Landeskirche, hatte sich seit November mit den eingereichten Vorschlägen beschäftigt und der Jury die Entwürfe im Januar vorgestellt. Viereinhalb Stunden dauerte die Präsentation und anschließende Wahl. 

An dem Siegerentwurf von Nehse und Gerstein gefiel den Preisrichtern besonders die Gestaltung mit großen bodentiefen Glasfronten an der Ost- und Westseite, die fast das gesamte Gebäude umlaufenden Terrassenbereiche, die Raumaufteilung und Zugangsmöglichkeiten zur Küche, die zentralen Lagermöglichkeiten für Tische und Stühle direkt am Saal sowie der separate Eingang zum Gemeindebüro. 

Das Gemeindehaus soll der Gestaltungssatzung von Grasdorf entsprechend rot geklinkert werden und ein Satteldach erhalten. An der höchsten Stelle misst es rund neun Meter. Zwischendecken sind zwar im Sanitär und Küchenbereich, nicht jedoch im Saal geplant.

Jury gefällt zweite Zuwegung und Seiteneingang

Auch zur Gestaltung des Außengeländes hatten sich die Architekten bereits Gedanken gemacht: mit Fahrradstellplätzen und Platz für Mülltonnen, die größtenteils mit einem begrünten Sichtschutz umgeben sind. Auch die zweite, mit Bewegungsmeldern auszustattende Zuwegung von Norden mit dem Seiteneingang zum Gemeindebüro gefiel der Jury.

Leichte Modifikationen seien noch möglich, aber im Kern stehe der Entwurf fest, betonte Straeck. In dem neuen Haus, das im südlichen Pfarrgarten entsteht, will die Gemeinde nicht nur Platz für eigene Angebote haben. Das Haus solle auch gezielt für externe Veranstaltungen, Tagungen, Fortbildungen, Koch- und Ernährungskurse, Geburtstagsfeiern verfügbar sein und zu anderen Anlässen vermietet werden. Eine moderne und zeitgemäße Ausstattung mit WLAN, Beamer und weiteren attraktiven Techniken sei daher selbstverständlich.

Die Baukosten würden aktuell noch gerechnet, hieß es. Mit großen Abweichungen zu den zuletzt geschätzten 700 000 Euro sei aber wohl nicht zu rechnen. Die Landeskirche und der Kirchenkreis steuern den Planungen zufolge jeweils bis zu 35 Prozent der förderfähigen Bausumme bei. Den Rest übernimmt die Gemeinde. Um den Bau des Gemeindehauses finanzieren zu können, soll das alte Gemeindehaus mit dem dazugehörigen etwa 800 Quadratmeter großen Grundstück verkauft werden. Die Angebote dort würden aber aufrecht erhalten, bis das neue Haus steht, betont der Pastor.

Und für ihr geplantes Haus will die Gemeinde nun auch die Werbetrommel rühren: „Wir haben uns entschieden, breit einzuladen“, erklärte Pastor Straeck mit Blick auf die geplante Ausstellung der Baupläne. Allein rund 70 Briefe sind dieser Tage an Vereine und Institutionen in Laatzen herausgegangen, darunter die Leine-VHS, die Musikschule, verschiedene Sozialverbände, Schulen, Kindergärten, Ärzte, Parteien, der Seniorenbeirat und andere städtische Einrichungen.

Neben dem Siegerentwurf des Büros Nehse und Gerstein werden bei der Ausstellung in der Kirche von St. Marien auch die vier anderen Wettbewerbsbeiträge zu sehen sein, darunter der zweitplatzierte Entwurf von Richter Menzel Architekten und die Pläne des Büros Förster Architekten, die von der Jury auf den dritten Platz gewählt wurden. Die Ausstellung mit den Gemeindehausentwürfen wird am Donnerstag, 1. März, um 16 Uhr in der St.-Marien-Kirche eröffnet und ist dort bis einschließlich 16. März zu sehen: täglich (auch am Wochenende) von 9 bis 16 Uhr.

Baubeginn Anfang 2019

Nach den Osterfeiertagen wollen sich die Kirchenvertreter mit den Architekten zusammensetzen und die weitere Planung besprechen. Im Laufe des Jahres soll dann der Bauantrag eingereicht werden. Voraussichtlich im ersten Quartal 2019 kann im Pfarrgarten von St. Marien mit dem Bau des neuen Gemeindehauses begonnen werden. 

Von Astrid Köhler

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