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Laatzen Menschlicher Schädel am Kompostplatz entdeckt
Umland Laatzen Menschlicher Schädel am Kompostplatz entdeckt
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18:00 14.03.2019
Nach dem Durchsieben von Erde haben Mitarbeiter einer Gartenbaufirma einen Schädel entdeckt. Quelle: Dorndorf
Rethen

Einen erschreckenden Fund haben am Donnerstagmorgen zwei Mitarbeiter einer Gartenbaufirma im Laatzener Ortsteil Rethen gemacht: Auf einer Lagerfläche neben dem Kompostplatz fanden die Arbeiter die Überreste eines menschlichen Schädels. Laut Polizei wurde der vollständig skelettierte Kopf gegen 7 Uhr im ausgesiebten Erdreich zwischen Ästen und Steinen entdeckt.

Regen hat den skelettierten Schädel freigewaschen

Das Areal dient als zentrale Lagerfläche für den Aushub, der bei Erdarbeiten der Stadt Laatzen anfällt. Seit Jahresbeginn ist eine Gartenbaufirma damit beschäftigt, die Erde durchzusieben und zum Marktteich in Laatzen-Mitte zu transportieren, der derzeit verfüllt wird. Bereits am Mittwoch entdeckten die Mitarbeiter zwischen den Stöcken und Steinen des ausgesiebten Materials einen runden Gegenstand, den sie zunächst für einen Fußball hielten. Erst am nächsten Morgen sei ihnen klar geworden, dass es sich um einen Schädel handelte, sagt Polizeisprecherin Kerstin Wolff. „Über Nacht hat der Regen die Erde abgespült.“ Die Gartenbauer verständigten daraufhin die Polizei.

Die Schädelknochen werden nun an der MHH rechtsmedizinisch untersucht. „Etwaige Angaben zum Geschlecht und zur Liegezeit können derzeit noch nicht gemacht werden“, sagt Wolff. Die Untersuchungen dürften länger dauern – „das kann sich über Monate hinziehen“.

Hinweise auf einen kriminellen Hintergrund gibt es laut Polizei nicht – zumal es eine naheliegende Erklärung für den Fund gibt: Die Stadt Laatzen lagert auf der Fläche nicht nur den Bodenaushub von Tiefbauarbeiten und der Umgestaltung von Außenflächen, sondern auch überschüssige Erde, die beim Grabaushub auf den städtischen Friedhöfen anfällt. Dass dabei auch nicht verweste Knochen auf den Platz transportiert worden sein könnten, sei laut Stadtsprecher Matthias Brinkmann nicht gänzlich auszuschließen.

„Verwesungsprozess ist von vielen Faktoren abhängig“

Zwar sei bislang kein einziger solcher Fall bekannt – und normalerweise würden Knochen während der Ruhezeit von 25 Jahren verwesen. „Aber der Verwesungsprozess ist von vielen Faktoren abhängig, zum Beispiel Luftdurchlässigkeit des Bodens und Qualität des Sarges“, sagt Brinkmann. Entdeckten die Mitarbeiter solche Gebeine beim Grabaushub, würden sie bei Wiederbelegungen unterhalb der Grabsohle wieder beigesetzt.

Aus polizeilicher Sicht hätten solche Funde durchaus Seltenheit, sagt Wolff. In Hannover hatte zuletzt ein Leichenfund beim Landtagsumbau im August 2016 Aufsehen erregt, bei dem sogar gemutmaßt wurde, dass es sich um den 1694 verschwundenen Grafen Königsmarck handelte. Die These wurde erst zwei Jahre später widerlegt.

Mitarbeiter einer Gartenbaufirma haben auf einem Lagerplatz nahe der städtischen Kompostieranlage in Laatzen einen menschlichen Schädel entdeckt. Der skelettierte Kopf wird nun rechtsmedizinisch untersucht.

Von Johannes Dorndorf und Ingo Rodriguez

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