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Laatzen Wasserwagen ist bei Bäumen im Dauereinsatz
Umland Laatzen Wasserwagen ist bei Bäumen im Dauereinsatz
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17:23 26.07.2018
Anhaltende Hitze und kein Regen in Sicht: Betriebshofmitarbeiter Stavros Dimitriadis ist mit dem Bewässerungsfahrzeug im Dauereinsatz. Die bis zu 2000 Liter im Tank reichen für zehn bis 20 Bäume. Quelle: Astrid Köhler
Laatzen

Der letzten richtige Guss in Laatzen liegt schon länger zurück. „Seit April hat es jeden Monat zu wenig geregnet“, sagt Uwe Hansing vom Betriebshof. Seit Mitte Juni seien es nur 30 Liter pro Quadratmeter gewesen – ein Bruchteil der durchschnittlichen Mengen. Die Mitarbeiter des Betriebshofes stellt die anhaltende Trockenheit vor Herausforderungen, denn zahlreiche Grünpflanzen, darunter rund 90 in diesem oder vergangenen Jahr angepflanzte Bäume, müssen von Hand bewässert werden.

Jeden Morgen um 6 Uhr rollt Stavros Dimitriadis mit einem grauen Pritschenwagen und dem gefüllten 2000-Liter-Wassertank auf dem Anhänger vom Hof. Die jungen Anpflanzungen und bei Bedarf auch ein größer Baum, der es nötigt hat, bekämen etwa 100 bis 200 Liter, wobei nicht zu schnell gegossen werden dürfe, betont der Betriebshofmitarbeiter: „Die trockene Erde kann das Wasser nicht so schnell aufnehmen und wenn zuviel auf einmal kommt, landet alles in der Gosse“. Schon das Wässern selbst dauert und spätestens nach einem guten Dutzend Stämmen ist dann auch der Tank leer und muss wieder aufgefüllt werden: entweder auf dem über einen eigenen Brunnen verfügenden Betriebshofgelände an der Karlsruher Straße oder aber bei der Pumpstation in Gleidingen. Bis die nächsten jungen Bäume ihre Ration bekommen können, vergehen so im Schnitt weitere 30 bis 45 Minuten.

Bäume und Grünflächen in Laatzen zeigen deutlich die Folgen der anhaltenden Hitze und Niederschlagsarmut.

Die Arbeit ist zeitintensiv und das Tagespensum begrenzt, zumal einmal in der Woche auch noch ein Spezialauftrag im 3,4 Hektar große Biotop in der Feldmark von Ingeln-Oesselse erledigt werden muss. Nach einer Vereinbarung des BUND mit der Unteren Naturschutzbehörde und entsprechender Anordnung müssen dort die von Naturschützern einzeln aufgezogenen Pflanzen des Großer Wiesenknopfs gegossen werden, die wiederum für die vom Aussterben bedrohten Schmetterlingsart Schwarzen Moorbläuling lebenswichtigen sind. Etwa drei bis vier Stunden sind die Betriebshofmitarbeiter bei Trockenheit allein dort pro Woche im Einsatz, erklärt Hansing.

Damit nicht genug sind auch noch verschiedene Staudenbeete zu wässern, wie das auf dem Mittelstreifen an der Würzburger Straße. Weil der für die Pflanzen extra ausgewählte sandige Boden die Feuchtigkeit aber kaum hält, muss der Betriebshof mehrfach in der Woche wässern.

„Kann mich nicht an so lange Trockenheit erinnern“

„Ich kann mich nicht erinnern, dass wir schon mal so lange Trockenheit hatten“, sagt Uwe Hansing vom Betriebshof. Die Mitarbeiter täten ihr Bestes, kämen aber kaum dagegen an. Was das Problem verschärft. Das zweite für die Bewässerung nutzbare Fahrzeug mit dazugehörigem 500 Liter Tank ist kurzzeitig nicht verfügbar sondern beim TÜV. Außerdem ist Ferienzeit und damit nicht nur die einzige Gelegenheit, die nötigen „lauten“ Gründschnittarbeiten an den Laatzener Schulen zu erledigen sondern auch die Personaldecke besonders dünn. Von den 46 Mitarbeitern stehen derzeit nur 21 zur Verfügung, so Hansing.

Einen offiziellen Aufruf der Stadt an die Laatzener, Pflanzen eigenverantwortlich zu gießen gibt es zwar nicht, vereinzelt aber werde sich schon gekümmert, bestätigen Betriebshofmitarbeiter. „Man kehrt nicht mehr vor dem eigenen Haus, man gießt“, sagt Hansing schmunzeld und verweist unter anderem auf eine Anwohnerin im Neubaugebiet an der Mergenthalerstraße mit den dortigen Jungbäume. Das Engagement von Bürgern wie dieser sei sehr erfreulich.

Dass es mit der langen Trockenheit Schwund bei den Gehölzen geben wird, ist so klar. Wie groß der ausfällt aber noch nicht. Einige Bäume könnten sich womöglich noch erholen. Das wahre Ausmaß könne aber erst im Herbst abgeschätzt werden.

Von Astrid Köhler

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