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Laatzen Ampelschaltung hat offenbar Unfall mitverursacht
Umland Laatzen Ampelschaltung hat offenbar Unfall mitverursacht
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15:18 10.01.2019
Die linke der beiden Baustellenampeln über der Geradeausspur der Erich-Panitz-Straße zeigte wochenlang einen Linksabbiegerpfeil. Dies hatte – in Kombination mit der Unachtsamkeit eines Autofahrers – mindestens einen Unfall zur Folge. Quelle: Daniel Junker
Laatzen-Mitte

Drei Monate nach der Eröffnung des Hochbahnsteigs am Endhaltepunkt Laatzen dauern die Arbeiten an der Kreuzung Erich-Panitz-Straße/Wülferoder Straße immer noch an – und führen zu Irritationen bei Autofahrern und Anwohnern. Zuletzt sorgte insbesondere eine Linksabbiegerampel für Verwirrung und zog mindestens einen Unfall nach sich. Anwohner ärgern sich unterdessen über den gesperrten Fußweg entlang der Erich-Panitz-Straße, der dazu führt, dass Passanten Privatwege nutzen und Grünanlagen vor Hauseingängen verschmutzen.

Es war kurz vor Weihnachten, als der Laatzener Helmut Jung an der Kreuzung in einen Unfall verwickelt wurde. Der 70-Jährige befuhr die Erich-Panitz-Straße aus Richtung-Leine Center und wollte nach links in die Wülferoder Straße abbiegen. Er rammte dabei einen Rethener, der in entgegengesetzter Richtung geradeaus fuhr. Beide hatten nach eigenem Empfinden Grün, eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.

Bei der Unfallaufnahme stellte sich heraus, dass der Fahrer aus Rethen offenbar eine grüne Linksabbiegerampel auf sich bezog, obwohl er geradeaus fahren wollte. „Die Ampel war über der Geradeausspur angebracht“, sagt Jung – deshalb die Irritation, die offenbar kein Einzelfall war: Noch während der Unfallaufnahme habe ein anderer Fahrer den gleichen Fehler gemacht. „Da rauschte einer über die Kreuzung, während der Polizist daneben stand.“

Grund ist offenbar die Änderung der Verkehrsführung Mitte Dezember, als auf die Fahrbahn in Richtung Norden von zwei auf drei Baustellenspuren erweitert wurden. Die ehemalige Linksabbiegerspur wurde dabei zur Geradeausspur, die Ampel darüber blieb jedoch an gleicher Stelle. Die Infrastrukturgesellschaft der Region (Infra) bestätigte am Mittwoch, dass das Problem aufgefallen sei – am gleichen Tag wurde die Ampel über der Fahrbahn verdeckt, inzwischen leuchtet nur noch der Abbiegerpfeil am Ampelmast am linken Fahrbahnrand. Infra-Prokurist Marin Vey betont, dass immerhin zwei rote Ampellichter auf die Geradeausspur verweisen. „Das Problem war aber offensichtlich, dass Autofahrer auf der mittleren Spur wartend stehen geblieben sind, wenn das Signal für die Geradeausrichtung grün zeigte, der Linksabbiegepfeil aber rot.“

Die Stadtverwaltung hat nach eigenen Angaben auf einen Hinweis der Polizei am vergangenen Freitag hin das für die Verkehrssicherung zuständige Unternehmen informiert. In dieser Woche sei noch einmal nachgehakt worden, so dass die Linksabbiegerampel nun dunkel ist.

Jung hilft dies alles nicht mehr wirklich: Beim Unfall vor Weihnachten seien Schäden in Höhe von jeweils 3000 und 5000 Euro entstanden. Ob es an der Kreuzung zu weiteren Unfällen kam, war am Donnerstag bei der Polizei nicht zu erfahren.

Anwohner ärgern sich über gesperrten Bürgersteig

Seit Wochen liegt zudem Baumaterial mitten auf dem Fuß- und Radweg an der Erich-Panitz-Straße vor den Hochhäusern der Hohenrode. Der Weg ist mit Baken abgesperrt, Passanten sollen die andere Straßenseite nutzen, um zur Wülferoder Straße zu kommen. Die gelagerten Pflastersteine sollen in den Fußgängerüberquerungen an der Kreuzung eingesetzt werden – doch seit Wochen tut sich nichts. „Eine Woche vor Weihnachten haben die Bauarbeiter die Arbeiten eingestellt“, ärgert sich Vera Seegers, die in einem der Häuser an der Hohenrode wohnt.

Was ihr besonders aufstößt: „Viele Leute nutzen den Fußweg vor unseren Häusern. Die laufen alle über Privatwege.“ Durch den Fußgängerstrom seien die Gärten entlang der Häuser oft verschmutzt. „Die werfen hier einfach ihren Müll rein. Überall liegen Verpackungen, Papier und anderer Dreck in den Büschen.“ Insbesondere am Wochenende zögen dort nachts immer wieder betrunkene Jugendliche entlang. „Manche schreien herum, einige übergeben sich auf die Wege.“ Am späten Abend oder nachts traue sich Seegers kaum mehr vor die Haustür. „Hier gibt es einige dunkle Ecken.“ Für Seegers müssen die Arbeiten möglichst schnell enden – zumal die Anwohner schon durch den Bau des Hochbahnsteigs massiv unter Lärm beeinträchtigt wurden. „Wir hatten hier Krach von morgens bis nachts.“

Seit Wochen ist der Fuß- und Radweg entlang der Erich-Panitz-Straße in Laatzen-Mitte gesperrt. Anwohner ärgern sich darüber, dass Passanten die Privatwege nutzen und dabei Lärm und Dreck verursachen.

Die Umleitung für die Fußgänger und Radfahrer sei so ausgelegt, dass sie die andere Straßenseite benutzen sollen, sagt Infra-Prokurist Vey. Er verweist auf das Schild, das die Infra in Höhe des Überwegs zur Robert-Koch-Straße aufgestellt hat. Die Umleitung in umgekehrter Richtung führe über die Straße Im Langen Feld am Friedhof Ahornstraße entlang. Es lasse sich aber nicht vermeiden, dass Passanten die Privatwege an der Hohenrode nutzen.

Laut Vey sollen die Arbeiten am Montag wieder aufgenommen werden. „Die Erneuerung wird etwa 14 Tage dauern.“ Danach soll der Gehweg wieder freigegeben werden, auch der Überwege an der Kreuzung könnten dann wieder genutzt werden. In etwa zwei Monaten werde dann die Fahrbahndecke auf der Kreuzung wiederhergestellt. „Wir werden die Kreuzung und die Überwege dann noch einmal sperren müssen“, kündigt Vey an. Er gehe davon aus, dass die Arbeiten ein bis zwei Tage dauerten.

Von Johannes Dorndorf und Daniel Junker

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