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Laatzen Plastikmüll: FDP regt Laatzen-Mehrwegbecher an
Umland Laatzen Plastikmüll: FDP regt Laatzen-Mehrwegbecher an
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00:16 13.03.2019
Gesine Meißner nennt alarmierende Zahlen zum Plastikmüll in den Weltmeeren. Quelle: Stephanie Zerm
Laatzen-Mitte

Die Zahlen sind alarmierend. Mehr als 150 Millionen Tonnen Plastik sollen laut Schätzungen derzeit in den Weltmeeren schwimmen. „Manche Wissenschaftler sprechen sogar von rund 500 Millionen Tonnen“, erklärte die FDP-Europa-Abgeordnete Gesine Meißner am Freitagabend im Stadthaus. Auf Einladung der Laatzener Liberalen berichtete sie über die Anstrengungen der EU, den Plastikmüll zu reduzieren. Die Veranstaltung gehört zu ihren letzten Terminen im Stadtgebiet, denn nach zehn Jahren im Europa-Parlament wird sie bei der Wahl im Mai 2019 nicht wieder kandidieren.

Mehrwegbecher für Laatzen vorgeschlagen

Der FDP-Stadtverbandsvorsitzende Gerhard Klaus, was vor Ort in Laatzen getan werden könne, um den Plastikmüll zu reduzieren. Dabei war er bei der Ausrichtung der Veranstaltung mit einem guten Beispiel vorangegangen: „Um auf Plastikbecher zu verzichten, haben meine Frau und ich unsere gesamten Gläser von Zuhause mitgebracht.“ Außerdem schlug Klaus vor, einen „Laatzen-Becher“ einzuführen, der die Wegwerfbecher für „Coffee to go“ ersetzen soll. Mit diesem Mehrwegbecher sollten Kunden in Laatzener Geschäften ihre Getränke auf umweltfreundliche Weise mitnehmen können.

Rund 20 Zuhörer sind zu der Veranstaltung ins Stadthaus gekommen. Quelle: Stephanie Zerm

Zahlreiche Zuhörer berichteten von ihren Alternativen zu Plastik: „Ich nehme zum Einkaufen immer meinen eigenen Beutel mit“, sagte eine Zuhörerin. „Ich habe ein wiederverwertbares Netz dabei, wenn ich Obst kaufe. So kann ich auf die Plastiktüten aus dem Laden verzichten“, berichtete eine andere. Außerdem wurde angeregt, das Thema Plastikmüll in Schulen stärker zu thematisieren. Klaus betonte: „Das Plastikproblem kann nur durch das Verhalten des Einzelnen gelöst werden. Jeder ist für die Umwelt verantwortlich.“

Meißner konfrontierte die rund 20 Zuhörer mit erschreckenden Fakten: „Allein im Pazifik schwimmt ein Plastikteppich von 1,6 Millionen Quadratkilometern - eine Fläche so groß wie Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal und die BeNeLux-Länder zusammen.“ In allen Schildkrötenarten und 90 Prozent aller Seevögel sei Plastik gefunden worden – und sogar in 100 Prozent aller Organismen auf dem Grund des 10.000 Meter tiefen Mariannengrabens. Über Fische, Muscheln und Seesalz gelange das Plastik auch auf den Teller des Menschen – mit bislang noch unbekannten Folgen.

EU-Verbot für Wegwerfprodukte aus Plastik

Um das Problem einzudämmen, hat das Europäische Parlament für ein Verbot von Wegwerfprodukten aus Plastik wie Einwegbesteck, Wattestäbchen und Strohhalme ab 2021 gestimmt. „Außerdem sollen Kunststoffe ohne Alternativen bis 2025 um mindestens 25 Prozent verringert und Maßnahmen gegen Zigarettenfilter und Geisternetze im Meer umgesetzt werden“, berichtete Meißner, die sich seit zehn Jahren als Europa-Abgeordnete mit dem Thema Plastikmüll befasst. Als Geisternetze werden alte Fischernetze bezeichnet, die herrenlos durchs Meer treiben. Meißner hat unter anderem die Arbeitsgruppe „Seas, Rivers, Islands and Coastal Areas“ gegründet, in der rund 90 Europa-Abgeordnete aus fast allen Fraktionen und vielen Ländern vertreten sind.

Laatzens FDP-Chef Gerhard Klaus überreicht Gesine Meißner als Dank einen Strauß Blumen. Quelle: Stephanie Zerm

Von Stephanie Zerm

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