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Laatzen Awo schließt Café Marie zum 12. Oktober
Umland Laatzen Awo schließt Café Marie zum 12. Oktober
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17:31 26.09.2018
Beliebter Treffpunkt steht vor dem Aus: Das Café Marie im Stadthaus wird zum 12. Oktober geschlossen. Quelle: Astrid Köhler
Laatzen-Mitte

Die Tage des Café Marie sind gezählt. Wie der Betreiber Awo Region Hannover bestätigte, wird das Café bereits am Freitag, 12. Oktober, letztmals öffnen – deutlich früher als es nach der im Frühjahr eingereichten Kündigung zum Jahresende zu erwarten war. Die Stadt Laatzen hat den Eingang eines entsprechenden Schreibens der Awo bestätigt, pocht aber weiterhin auf Einhaltung der Verträge bis Mai 2019. Sie rechnet mit einem etwa sechsmonatigen Leerstand im Stadthaus.

Zusätzlich zur rechtlichen Auseinandersetzung über die Art der Kündigung – die Awo sieht aufgrund eines Ratsbeschlusses zu den Nebenkosten einen außerordentlichen Kündigungsgrund – deutet sich damit ein zweiter Rechtsstreit wegen der frühzeitigen Einstellung des Cafébetriebes an. Vor Gericht geklagt hat zwar noch keine Seite, doch Juristen sind bereits mit dem Fall befasst. „Wir erwarten, dass die Awo den Cafébetrieb im Stadthaus aufrecht erhält“, betonte Stadtsprecher Matthias Brinkmann am Mittwoch.

Der Vertrag für die Gastronomie im Stadthaus ist gekündigt und am 12. Oktober will die Awo das dortige Café Marie letztmals öffnen. Bis ein neuer Betreiber gefunden ist, rechnet die Stadt mit einem etwa halbjährigen Leerstand. Quelle: Astrid Köhler

Für die Awo Region Hannover ist das nach Angaben des Geschäftsführers Burkhard Teuber aus Kostengründen aber kein Thema. Vielmehr solle das Café mit der dazugehörigen Küche und der Kantine in der Kita Marktplatz schnellstmöglich geräumt und der Stadt zurück gegeben werden. Das dort noch vom Awo Caterer für die städtische Kita Marktplatz und andere Einrichtungen zubereitete Essen wird künftig aus Sehnde angeliefert.

Verhandlungsspielraum mit der Stadt sieht Geschäftsführer Teuber nicht mehr. Jahrelang sei über den Erlass der Nebenkosten diskutiert worden. Die Awo habe deutlich gemacht, dass sie als sozialer Betrieb zu den jährlichen Verluste von 25.000 Euro (“Die Miese würden wir weiterhin tragen“) nicht auch noch rund 30.000 Euro für Nebenkosten zahlen könne. Doch genau das hat der Rat gegen die Empfehlung der Verwaltung im Juni mehrheitlich beschlossen. „Wir haben andere Bedingungen angeboten, das hat die Stadt abgelehnt – klar, dass wir dann aussteigen“, so Teuber.

Unabhängig von den bestehenden rechtlichen Differenzen will die Stadt zeitnah den Betrieb neu ausschreiben und einen neuen Pächter finden. Bei der Zusammenstellung des Leistungsverzeichnisses sowie der Auswahl eines geeigneten Bewerbers seien die Gremien zu beteiligen, so Stadtsprecher Brinkmann. Angesichts der einzuhaltenden Termine und Fristen werde das Verfahren – und damit auch der Leerstand im Stadthaus – vermutlich ein halbes Jahr dauern. Gleichwohl sei die Stadt sehr daran interessiert, die Zeit so kurz wie möglich zu halten und für die Veranstaltungen und Gruppen aus dem Café Marie alternative Räume zu finden.

„Es ist sehr bedauerlich und enttäuschend“, sagte eine 69-jährige Laatzenerin, für die das Café seit Jahren eine feste Anlaufstelle ist. Das Essen sei gut, der Service einmalig und vom Ambiente her gebe es keinen vergleichbar schönen Ort in der Nähe. Auch Awo-Mitarbeiterin Tanja Lange stimmt das bevorstehende Ende traurig. „Ich habe immer gesagt, dass das hier mein Traumjob ist: abwechslungsreich, handwerklich und mit Menschen“, sagt die Servicekraft aus Laatzen-Mitte. Wie ihr hat die Awo auch den übrigen Mitarbeitern andere Jobs angeboten – allerdings an anderen Standorten der Region. In Laatzen wird es aller Voraussicht nach vorerst keinen Küchen- und Cafébetrieb der Awo mehr geben.

Von Astrid Köhler

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