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Laatzen Naturbadesee im Aqualaatzium ist gesperrt
Umland Laatzen Naturbadesee im Aqualaatzium ist gesperrt
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00:16 29.07.2018
Der Naturbadesee im Aqualaatzium ist vermutlich noch bis Samstag gesperrt. Das Gesundheitsamt der Region Hannover muss noch Messwerte prüfen. Quelle: Katharina Kutsche
Laatzen

 Ein wenig Abkühlung von der Sommerhitze – das hatten sich Robin Kirchhoff, seine Frau und ihr knapp dreijähriger Sohn versprochen, als sie zum Aqualaatzium gefahren waren. Doch das, worauf sich die Familie am meisten gefreut hatte – draußen zu sein –, war dort nicht möglich: „Aus technischen Gründen“ seien der Naturbadesee und die Liegewiese geschlossen, hieß es Montag und Dienstag.

Der Grund für die Maßnahme seien schlechte Messwerte, sagt Britta Pötter vom Aqualaatzium. Der Naturbadesee werde regelmäßig kontrolliert. Sobald eine Messung einen Grenzwert überschreite, werde die Probe ans Gesundheitsamt der Region Hannover geschickt. Bis das Ergebnis komme, könne es schon mal zwei Tage dauern – und so lange müsse der See eben gesperrt bleiben. „Freuen tut sich keiner darüber“, sagt Pötter.

Warum ist die Liegewiese dicht?

Doch Robin Kirchhoff ist dennoch verstimmt. Er ärgert sich schon länger über das Angebot des Spaßbads – schließlich sei das Freibad auch während der Hitzewelle im Mai geschlossen gewesen. „Der Pförtner sagte, die Werte seien schlecht, außerdem müsse man noch die Baustelle aufräumen“, berichtet Kirchhoff. Was ihn am meisten störe, sei jedoch, dass nicht nur der Natursee, sondern gleich die ganze Außenanlage geschlossen sei. „Man könnte doch wenigstens den Spielbereich öffnen.“ Für drei Stunden zahlt ein Ehepaar mit Kleinkind immerhin 14,50 Euro Eintritt – viel Geld für ein eingeschränktes Angebot.

Aus Sicherheitsgründen sei es nicht möglich gewesen, Anfang der Woche nur den Naturbadesee zu sperren, betont Pötter. „Wir finden das auch unglücklich, aber wir müssen die Sicherheit unserer Badegäste garantieren.“ Es sei schwierig zu kontrollieren, ob Gäste nur auf der Liegewiese blieben und nicht doch ein Kind trotz Verbotsschilds in den See springe. Am Mittwoch war zumindest das anders : Die Liegewiese mit Spielbereich war offen, ein junger Mann im blauen T-Shirt führte die Aufsicht und drehte Runde um Runde auf dem Gelände.

Doch der See müsse weiterhin gesperrt bleiben, betont auch Aqualaatzium-Geschäftsführer Carsten Otte. Grund sind erhöhte Werte von Colibakterien. Die lägen um die 200, der Wert müsse aber unter 100 betragen. „Im Moment sind überall Jungvögel unterwegs. Die Badegäste finden die kleinen Enten toll, manche füttern sie sogar“, sagt Otte. Doch die Hinterlassenschaften der Tiere landen im See. Die Wärme heizt den See auf und reichert die Bakterien an.

Das Bad führt daher ständig Frischwasser zu, damit sich das Wasser reinigen kann. Naturbelassen heißt eben auch, auf die natürliche Regeneration zu warten und kein Chlor zuzusetzen. Außerdem werde man über Nacht Rasensprenger über dem See einsetzen, um es den Vögeln „ungemütlich zu machen“, sagt Otte. Er hofft, dass der Naturbadesee zum Wochenende wieder geöffnet werden kann. Ob die Liegewiese offen bleiben kann, hängt immer auch vom Verhalten der Badegäste ab – davon, ob sie sich an das Verbot halten.

Coli-Höchstwert bei 100

Dass der Naturbadesee immer wieder einmal schlechte Messungen verursacht, ist auch künftig nicht auszuschließen. Für ihn gelten sehr viel strengere Grenzwerte als für Binnen- und Küstengewässer. An den Ricklinger Kiesteichen etwa bedeute ein Wert von 500 beim Bakterium Escherichia coli eine „ausgezeichnete Qualität“, an der Nordsee liegt er bei 250. Das bestimmen EU-Richtlinien und die niedersächsische Badegewässerverordnung. Der Naturbadesee im Aqualaatzium ist jedoch ein Freibad mit biologischer Aufbereitung und wird beim Umweltbundesamt als Kleinbadeteich geführt. Daher gilt für ihn ein Coli-Höchstwert von 100.

Letztlich sei der Badesee ein Zusatzangebot, heißt es im Aqualaatzium: Für ihr Eintrittsgeld bekämen Besucher weiterhin das komplette Schwimmbadangebot im Innen- sowie das Solebecken im Außenbereich.

Das Wetter hat im Übrigen auch die große Baustelle für die neue Doppelrutsche beeinflusst, die Ende April eröffnet worden ist. Zuerst Matsch, dann Trockenheit – da wächst nach dem Abbau der Gerüste so schnell kein Rasen. Auch jetzt ist der äußere Bereich an der Rutsche noch gesperrt. Die Gäste auf der Liegewiese stört das am Mittwochmittag jedoch nicht. Und drinnen herrschte auch Trubel: Rund 1200 Erwachsene und Kinder pro Tag kommen zurzeit in das Bad.

Von Katharina Kutsche

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