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Laatzen Stadt befragt Grasdorfer zum Bauen in zweiter Reihe
Umland Laatzen Stadt befragt Grasdorfer zum Bauen in zweiter Reihe
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00:20 16.03.2019
Bauen in zweiter Reihe: Die Stadt Laatzen befragt aktuell 30 Grundstückseigentümer in Grasdorf nach ihrer Meinung zu einer möglichen Hinterliegerbebauung. Quelle: Graphik: HAZ / Quelle: GoogleEarth
Grasdorf

Bauplätze sind knapp im mitunter hoch verdichteten Laatzen. Da die Stadt mit ihren wenigen Freiflächen haushalten muss, hofft sie zunehmend auf Alternativen wie das Bauen in zweiter Reihe. Ähnlich wie schon 2018 in Ingeln-Oesselse befragt sie aktuell 30 Grundstückseigentümer in Grasdorf zur sogenannten Hinterliegerbebauung. Bis Ende März haben diese nun Zeit, ihre Meinung kund zu tun.

Konkret geht es um das Karree zwischen der Jägerstraße, dem Grenz- und Sonnenweg sowie dem Rethener Kirchweg. Ein Eigentümer aus dem Bereich hatte Interesse an einer zusätzlichen Bebauung geäußert, teilte die Stadtverwaltung mit. Dem gültigen Bebauungsplan nach ist es dort jedoch noch verboten, Häuser und Zufahrten in zweiter Reihe auf den Gartengrundstücken zu errichten. Auch die Ausnahmeregelungen des Baugesetzbuches, die in seltenen Fällen eine Hinterliegerbebauung auch ohne Bebauungsplan ermögliche, sei nicht anzuwenden. Dabei ist der Platz in Grasdorf bei einer durchschnittlichen Grundstücksgröße von 1100 Quadratmetern durchaus vorhanden. „Das Gebiet erfüllt die grundsätzlichen Rahmenbedingungen für eine Nachverdichtung“, betonte Stadtsprecher Matthias Brinkmann.

Vor der Entscheidung über die mögliche Änderung des Bebauungsplans will die Verwaltung nun das Meinungsbild der Eigentümer zur möglichen Entwicklung auf deren Grundstücken erfragen. Drei Antworten sind möglich: Entweder es besteht selbst Interesse am Bauen in zweiter Reihe und die Eigentümer haben auch nichts gegen ähnliche Pläne auf Nachbargrundstücken; oder, zweitens, für sie kommt derlei nur bei den Nachbarn in Frage; oder aber, Antwort drei, sie wünschen keine Änderungen und wollen alles so belassen, wie es ist.

Ernüchterndes Befragungsergebnis in Ingeln-Oesselse

Eine ähnliche Abfrage hatte es im Juni 2018 bereits in Ingeln-Oesselse gegeben. Diese führte aber zu eher ernüchternden Ergebnissen. Die Mehrheit des angeschriebenen Dutzend Eigentümer aus dem Gebiet zwischen der Berg-, Lessing- und Breslauer Straße hatte sich gegen eine Nachverdichtung ausgesprochen. Zu wenige hatten diesbezüglich Interesse oder Toleranz signalisiert, sodass die Anfrage eines Bauinteressenten schließlich abgelehnt wurde.

Das Prinzip: Innen- vor Außenentwicklung

Die Flächen einer Kommune werden für verschiedenen Zwecke benötigt: als Felder, Wiesen und Waldgebiete, Straßen, Verkehrsflächen sowie für Freizeit- und Gewerbegebiete und nicht zuletzt als Bauland. Im Sinne eines sparsameren Umgangs mit der Ressource Boden hat die Bundesregierung das Ziel „30 Hektar“ vorgegeben. Die Zahl bezieht sich auf den bundesweit angestrebten maximalen täglichen Verbrauch für Gebäude, Betriebs- und Freiflächen und soll bis zum Jahr 2030 erreicht sein.

Wurden zur Jahrtausendwende noch durchschnittlich mehr als 120 Hektar pro Tag verbraucht, waren es zuletzt noch immer mehr als 60 Hektar.

Eine Möglichkeit, wertvolle Böden und Felder zu erhalten, ist die Nachverdichtung von Siedlungen. Bevorzugt sollen dabei Gebiete im innerstädtischen Bereich genutzt werden, etwa Brachflächen, Baulücken und Leerstände. Das Prinzip der Innenentwicklung vor Außenentwicklung ,auf der grünen Wiese’ strebt auch die Stadt Laatzen an. akö

Zuletzt startete die Verwaltung eine weitere Befragung zur Innenentwicklung in dem Doppeldorf in einem fast achtmal so großen Gebiet zwischen der Berg- und Lessingstraße bis zum Sohlweg. Die detaillierte Auswertung dazu werde demnächst im Ortsrat vorgestellt, erklärte der Stadtsprecher. Gleichwohl sei schon jetzt zu sagen, dass auch in dem erweiterten Befragungsgebieten „kein Interesse an einer Hinerliegerbebauung erkennbar ist, das eine Änderung des B-Plan rechtfertigen würde“.

Trotz dieser Erkenntnisse will die Stadt mögliche Nachverdichtungen auch für andere Stellen Laatzens prüfen, bestätigte Brinkmann auf Nachfrage. Dem Baugesetzbuch nach sei die Stadt dazu auch verpflichtet – um den Freiflächenverbrauch zu reduzieren. Ob das jetzt angewandte Instrument jedoch tatsächlich weiter Verwendung finde, müsse auf Basis der Erfahrungen in Ingeln-Oesselse und demnächst in Grasdorf noch evaluiert werden.

Die Ergebnisse der Eigentümerbefragung aus Grasdorf sollen bei der Sitzung des Ortsrat Laatzen am Dienstag, 14. Mai, bekannt gegeben werden. Einen Tag vorher tagt das Gremium in Ingeln-Oesselse.

Von Astrid Köhler

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