Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Laatzen Laatzen räumt auf: So will die Stadt das Müllproblem angehen
Umland Laatzen Laatzen räumt auf: So will die Stadt das Müllproblem angehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 15.03.2019
Laatzen räumt auf - diesmal in allen Stadtteilen: Bürgermeister Jürgen Köhne, Karin Schrader vom Team Ordnung und VHS-Chef Jürgen Beckstette haben jetzt das Aktionsprogramm vorgestellt. Quelle: Dorndorf
Laatzen-Mitte

Auf einer Liste der größten Ärgernisse in Laatzen würde wilder Müll wohl ziemlich weit oben landen: Ob es um Sperrmüllhaufen an der Langen Weihe oder um Flaschen und Plastikfolien in Blumenrabatten geht – an vielen Ecken ist der wilde Müll präsent. Die Stadt will dem Problem nun zu Leibe rücken: Beim neuen Programm unter dem Motto „Laatzen räumt auf! Wir packen’s an!“ sind Sammelaktionen, Vorträge und eine bessere Koordination der Behörden geplant.

„Wir müssen etwas tun, um das Bewusstsein zu schärfen und in dieser Stadt etwas zu verändern“, findet Bürgermeister Jürgen Köhne, der jetzt eigens zur Pressekonferenz einlud. Es kenne kaum ein Thema, auf das er häufiger angesprochen werde als auf wild herumliegenden Müll. Bereits in den vergangenen Jahren hatte das Stadtteilbüro zur Müllsammelaktion in Laatzen-Mitte aufgerufen. „Jetzt wollen wir da etwas größer rangehen“, kündigt Köhne an.

Den Auftakt macht eine stadtweite Sammelaktion am Sonnabend, 30. März. Bürger aus allen Ortsteilen sind dann für 11 Uhr dazu aufgerufen, zu einem der insgesamt sechs Treffpunkte zu kommen, von denen aus Gruppen zum Müllsammeln ausschwärmen. Rund zwei Stunden werden dann die Straßen durchstreift, um Müll aus Blumenrabatten, Sträuchern und Grünstreifen zu entfernen. Am Ende kommen die Teilnehmer dann wieder am Startpunkt zusammen, um die Aktion bei einem warmen Gratis-Imbiss ausklingen zu lassen. Handgreifer, Handschuhe und Müllsäcke werden gestellt, können aber auch mitgebracht werden. „Zur Sicherheit wird empfohlen, Warnwesten mitzubringen“, sagt Karin Schrader vom Team Ordnung und Sicherheit.

Die Aktion ist eines der Ergebnis einer Arbeitsgruppe der Stadt, die sich seit Herbst langfristig mit dem Müllproblem befasst. „Wir streben dabei Nachhaltigkeit an“, sagt Schrader: So arbeite die Stadt an einer Vielzahl von Einzellösungen für die Müllproblamtik. Bereits begonnen hat beispielsweise eine engere Abstimmung mit dem regionalen Abfallentsorger Aha: Wann immer Aha Sperrmüll abholt, wird die Stadt im Vorfeld informiert, so dass in kritischen Bereichen wie beispielsweise der Langen Weihe oder der Wülferoder Straße ein Team des Betriebshofs direkt danach verbleibende Müllreste einsammelt, so dass sich nicht weitere Haufen bilden. „Wo es sauber ist, kommt so schnell nicht wieder etwas hin“, hofft Köhne.

Ihm gehe es auch darum, bei den Menschen ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, sich mehr um das Lebensumfeld zu kümmern, ergänzt Laatzens Bürgermeister. Köhne setzt dabei auf die Hilfe der Leine-Volkshochschule, die eine Veranstaltungsreihe zum Thema anbietet. „Wir Deutschen betrachten uns immer als Weltmeister der Mülltrennung. Aber wir sind auch Weltmeister bei der Pro-Kopf-Müllmenge“, sagt VHS-Geschäftsführer Jürgen Beckstette. So würden jährlich allein 50 Millionen Tonnen Müll aus Deutschland allein nach Indonesien exportiert. „Warum muss ich in Cellophan eingepackte Bananen kaufen?“ Bereits terminiert sind fünf Vorträge, Kurse und Besichtigungen im Zeitraum von 27. März bis 20. Juni. Darüber hinaus plant die Stadt im Herbst eine Podiumsdiskussion zur Fragestellung, warum so viel Müll produziert und im Einzelhandel verwendet wird.

Hier wird am 30. März gesammelt:

Die stadtweite Müllsammelaktion am Sonnabend, 30. März, beginnt um 11 Uhr in allen Laatzener Ortsteilen. Die Teilnehmer treffen sich in Rethen, Gleidingen und Ingeln-Oesselse an den jeweiligen Feuerwehrhäusern. In Alt-Laatzen geht es in der Jugendkantine der Grundschule an der Alten Rathausstraße los, in Laatzen-Mitte am Stadthaus am Marktplatz und in Grasdorf am Bouleplatz vor der Alten Feuerwache, Ohestraße 14. Im Anschluss gibt es jeweils ab 13 Uhr einen warmen Imbiss.

Diese Veranstaltungen plant die Leine-VHS

Die Leine-Volkshochschule trägt mit fünf Veranstaltungen zur Aktion „Laatzen räumt auf!“ teil – zu diesen Themen:

„Plastik im Meer – wie stoppen wir die Plastikflut?“ fragt die VHS am Mittwoch, 27. März, 19 Uhr bei einem Vortrag im Familienzentrum Rethen, Braunschweiger Straße 4. Referenten sind Bernhard Bauske, Biologe und Berater des WWF zum Thema Plastikmüll in Ozeanen, und Christian Laforsch, Professor für Tierökologie an der Uni Bayreuth.

 „Mit Köpfchen Müll vermeiden“ heißt es am Donnerstag, 4. April, ab 18 Uhr im Stadthaus, Marktplatz 2. Eine Abfallberaterin gibt Tipps – vom Mehrwegbecher für den Kaffee bis zum Einsatz von mitgebrachten Behältern an der Supermarkt-Fleischtheke.

Bei „Müllvermeidung durch Secondhand“ gibt die VHS am Mittwoch, 24. April, ab 18 Uhr Einblicke in die Arbeit des Second-Kaufhauses Leineladen in Alt-Laatzen.

„Upcycling – Ran an die Jeans“ ab Dienstag, 7. Mai, ist die einzige kostenpflichtige Veranstaltung der Reihe. In dem vierteiligen Nähkurs, der bis zum 28. Mai dauert, verwerten die Teilnehmer alte Textilien. Beginn ist um 18 Uhr in VHS-Geschäftsstelle Würzburger Straße 8, die Teilnahme kostet 56 Euro.

„Gewässerreinhaltung im Alltag“ lautet der Titel einer Besichtigung der Kläranlage Pattensen am Donnerstag, 20. Juni, von 17 bis 18.30 Uhr.

Nähere Informationen und Anmeldung unter Telefon (0511) 98356-20 sowie im Internet auf leine-vhs.de/muell.

Von Johannes Dorndorf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ehrenamtliche arbeiten oft im Hintergrund, doch die Ausstellung „Ehrenamt im Fokus“ des Fotografen Daniel Junker rückt genau sie ins Zentrum. Die in Laatzen Porträtierten verstehen dies als Chance.

15.03.2019

Ein klagender Anwalt sieht sich durch die Section-Control-Anlage zwischen Gleidingen und Rethen in seinen Grundrechten als Bürger verletzt. Das Land deaktiviert die Blitzer mit sofortiger Wirkung.

12.03.2019

Die Arbeiten auf der Dauerbaustelle an der Kreuzung Erich-Panitz-Straße/Wülferoder Straße sollen nach anderthalb Jahren endlich ein Ende finden: Im April soll alles fertig sein. Zuletzt gab es Verzögerungen bei den Gehwegen – zum Leidwesen der Anwohner.

15.03.2019