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Laatzen Nach Rohrbruch: Laatzen hat wieder Wasser
Umland Laatzen Nach Rohrbruch: Laatzen hat wieder Wasser
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16:16 28.09.2018
Enercity benötigte mehrere Stunden, um das Klinikum Agnes Karll wieder mit Wasser zu versorgen. Quelle: Clemens Heidrich
Laatzen

Wegen eines Rohrbruchs in einer Transportleitung am Grasdorfer Wasserwerk ist die Wasserversorgung in Laatzen und Umgebung am Donnerstagabend ausgefallen. Nach Schätzungen des Versorgers Enercity waren rund 10.000 Haushalte im Süden der Region zeitweise ohne Wasser. Mehrere Anwohner berichteten auf Twitter und Facebook, dass nicht nur Laatzen, sondern auch Teile von Pattensen sowie Harkenbleck betroffen waren.

Nach Enercity-Angaben ging um 21.14 Uhr ein automatischer Alarm im Leitsystem des Energie- und Wasserversorgers ein. Um 22.16 Uhr lokalisierte der Entstörungsdienst das Leck: Demnach brach eine unterirdische 800-Millimeter-Transportleitung, die vom Wasserwerk Grasdorf am Reinekamp entlang in Richtung Grasdorf und Laatzen führt. Nach Angaben des Versorgers gab es einen starken Druckabfall im Wassernetz, dadurch kam in ganz Laatzen kein Wasser mehr aus den Hähnen.

In Laatzen ist in der Nacht zu Freitag eine große Wasserleitung gebrochen. Tausende Haushalte saßen als Folge auf dem Trockenen, am schlimmsten traf es das Klinikum Agnes Karll. Erst in der Nacht konnte der Schaden nach und nach behoben werden.

Etwa 5000 Kubikmeter Wasser pro Stunde sickerten aus dem defekten Rohr, 20.000 Kubikmeter waren es insgesamt, die die Wiesen links und rechts des Reinekamps überschwemmten. Vom späten Abend an arbeiteten Handwerker und Techniker des Wasserversorgers daran, den Druckausfall auszugleichen. „Die erste Eingrenzung der Leckstelle änderte wenig am Druckabfall“, heißt es bei Enercity. Erst mit einer weiträumigen Abschieberung habe sich die Lage um Mitternacht herum stabilisiert. Es habe jedoch je nach Wohngebiet und Höhenlage der Wohnungen teils noch einige Stunden gedauert, bis alle Haushalte wieder mit normalem Druck versorgt waren.

Die Stadt Laatzen hatte in der Zwischenzeit einen Krisenstab in der Laatzener Feuerwache eingerichtet, in dem außer der Feuerwehr und der Verwaltung auch Enercity-Techniker, die DRK-Bereitschaft und das Klinikum Agnes Karll mitarbeiteten. Alarmiert wurden auch die Feuerwehren aus Pattensen und Garbsen mit ihren Spezialfahrzeugen zur Wasseraufbereitung sowie das DRK und das THW in Wolfenbüttel, „um vorsorglich auf eine längere Lage ohne Trinkwasser vorbereitet zu sein“, wie Stadtsprecher Matthias Brinkmann berichtet. Die Stadt informierte gegen 22.15 Uhr über ihre Internetseite und auf Facebook über die Situation, um Mitternacht folgte die Alarmierung über die Handy-App Katwarn. Die Störungshotline von Enercity war zeitweise überlaufen.

Klinikum Agnes Karll besonders betroffen

Das Klinikum Agnes Karll war noch deutlich länger von der Wasserversorgung abgeschnitten. Während die übrigen Haushalte lediglich wegen des zu niedrigen Leitungsdrucks auf dem Trockenen saßen, war der Neubautrakt des Krankenhauses ganz ohne Leitungswasser, da das Gebäude nach Enercity-Angaben im Gegensatz zum Altbau ausschließlich an die Leck geschlagene Transportleitung angebunden ist. Die Stadtwerke bauten eine 150 Meter lange Notleitung auf, um die Versorgung der Patienten sicherzustellen. Diese ging gegen 3.30 Uhr in Betrieb. Nach Klinikumsangaben habe es aufgrund der späten Uhrzeit kaum konkrete Auswirkungen für die Patienten und Beschäftigten gegeben: In der Nacht habe es die Möglichkeit gegeben, mit Hilfe der Einsatzkräfte Wasser im Haus zu transportieren, um Toiletten spülen zu können. Operationen oder ähnliche ärztliche Eingriffe seien zu diesem Zeitpunkt weder geplant noch notwendig gewesen.

Freitagmittag begann Enercity damit, das unterirdisch liegende defekte Rohr freizulegen, um den Schaden zu beheben. Nach Auskunft von Unternehmenssprecher Carlo Kallen werde auch am Wochenende in je zwei Schichten durchgearbeitet, um die Versorgung so früh wie möglich wieder sicher zu stellen. Das Grasdorfer Wasserwerk und damit auch der Zulauf von Harzwasser, die zusammen bis zu zehn Prozent des Trinkwassers von Enercity ausmachen, würden so lange vollständig vom hannoverschen Leitungsnetz gekappt. Nach der Reparatur der Leitung werde es aus hydraulischen Gründen noch einige Tage dauern, bis die Rohre wieder vollständig gefüllt sind und ans Netz angeschlossen werden.

Enercity weist darauf hin, dass es am Freitag noch zu Trübungen und Verfärbungen des Wassers kommen kann. Es handle sich dabei um aufgewirbelte Ablagerungen in den Leitungen, die aber laut Unternehmenssprecher Kallen gesundheitlich und bakteriologisch unbedenklich sind.

Die Laatzener Feuerwehren hatten am Freitag vier Einsätze wegen Wasserschäden in Häusern. Ob ein Zusammenhang mit dem Druckabfall im Netz besteht, ist unklar.

Von Peer Hellerling, Johannes Dorndorf und Stefan Bürgel

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