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Umland Laatzen Nachrichten Bilder, die es gar nicht geben dürfte
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00:21 01.06.2018
Fotos ohne Blitzlicht und Stativ: Irmelies Ramacher zeigt ihre nächtlichen Aufnahmen von Blumen beim Kunstkreis im Familienzentrum in Rethen. Quelle: Tobias Lehmann
Rethen

Die Fotografin Irmelies Ramacher bringt die Schönheit der Nacht zum Leuchten. Sie fotografiert Blumen – ohne Blitz und ohne Stativ. „In der einen Hand halte ich eine Taschenlampe und in den anderen die Kamera“, sagte sie zur Eröffnung ihrer Ausstellung für den Kunstkreis Laatzen im Familienzentrum Rethen am Sonntag. Ramacher verwendet dafür eine digitale Kompaktkamera. „Für eine Spiegelreflexkamera bräuchte ich beide Hände“ sagte sie.

Für die Heilpädagogin aus Burgstemmen begann die Leidenschaft des nächtlichen Fotografierens bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014. „Meine Frau hat die bis in die Nacht gehenden Spiele damals immer geschaut. Doch mich hat das nicht so interessiert, und ich bin dann lieber mit unserem Hund in den Garten gegangen“, sagte Ramacher. Da fiel ihr ein Geißblatt im Mondlicht ins Auge, dessen Schönheit sie faszinierte. Seitdem kriecht Ramacher zu jeder Jahreszeit häufig stundenlang durch ihren Garten und sucht nach geeigneten Motiven. „Dafür braucht man viel Geduld. Ich bin aber auch ein Nachtmensch“, sagte sie.

Ausstellung im Familienzentrum in Rethen: Irmelies Ramacher fotografiert die Natur bei Dunkelheit.

Ramachers Frau kommentierte augenzwinkernd: „Wenn Irmelies im Garten unterwegs ist, darf ich mich im Haus nur im Dunkeln bewegen, weil jeder Lichtschein die Fotos stören kann. Fernsehen geht aber noch.“

Ramacher sagte, dass einige Betrachter ihrer Fotos denken, dass die Blumen vor einer schwarzen Leinwand fotografiert wurden. Sie versichert aber, dass es sich dabei nur um das Dunkel der Nacht handele. „In einem Zeitalter des schnellen Bildes will ich eher zurück zur Ursprünglichkeit der Fotografie. Ich bearbeite die Fotos nachträglich nicht oder retuschiere Fehler“, sagte sie.

Dabei wisse sie die Vorteile der digitalen Fotografie durchaus zu schätzen. „Ich schieße häufig sehr viele Fotos bis mir eins gefällt. Die anderen gehen dann eben ins digitale Nirvana“, sagte Ramacher.

Manchmal entstehen bei ihren Streifzügen durch die Nacht auch Fotos, die es eigentlich gar nicht geben dürfte. So ist es Ramacher gelungen, ein geöffnetes Gänseblümchen bei Nacht zu fotografieren. „Normalerweise schließen diese Blumen nachts ihre Blüten. Doch diese eine ist in jener Nacht offen geblieben“, sagte sie. Auch wegen solcher Ereignisse hat die Faszination Ramachers für die Natur in den vergangenen Jahren nie nachgelassen. „Die Natur ist die größte Künstlerin“, sagte sie.

Die Ausstellung im Familienzentrum, Braunschweiger Straße 2d, ist noch bis Donnerstag, 19. Juli, zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Von Tobias Lehmann

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