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14:12 23.02.2018
Der Ortsrat Rethen hat sich bei seiner jüngsten Sitzung mit der Schulwegsicherung an der Grundschule Rethen beschäftigt.  Quelle: Astrid Köhler
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Rethen

 Die letzten Meter bis zum Eingangstor der Grundschule Rethen können für Kinder sehr gefährlich sein: dann wenn Autofahrer über Gehwege rangieren, an Überwegen parken oder die Straße blockieren, um ihren Nachwuchs ein- und aussteigen zu lassen. Das Thema Schulwegsicherung hat jüngst auch den Ortsrat Rethen und die Zuhörer beschäftigt, darunter die Schulelternratsvorsitzende Katrin Benke und Rektorin Bärbel Vujicic. Welche Maßnahmen geeignet sind, um die Situation am Steinweg zu entschärfen – Umbauten, mehr Kontrollen,  eine veränderte Verkehrslenkung oder erzieherische Maßnahmen – darüber gingen die Meinungen auseinander.

In Vorbereitung auf die Sitzung im Familienzentrum hatte die Verwaltung in einem Zwischenbericht acht Vorschläge aufgelistet und die Vor- und Nachteile gegenüber gestellt. Als maßgeblich verantwortlich für potenzielle Gefahrensituationen hatte die Stadt weniger den Anlieger- und Durchgangsverkehr als sogenannte Elterntaxis ausgemacht.

Die Rektorin der Grundschule Rethen, Bärbel Vujicic, meldet sich bei der Sitzung des Ortsrates Rethen zu Wort. Quelle: Astrid Köhler

„Nur weil eine handvoll dusselige Eltern die Verkehrssituation so strapazieren, muss man die Durchfahrt nicht für alle erschweren“, sagte Hannelore Flebbe, die sich im Gegensatz zu Matthias Blume (SPD) gegen jede Form der Behinderung des Verkehrsflusses am Steinweg aussprach – darunter auch eine mögliche Verkehrsberuhigung oder Einbahnstraßenregelgungen. Aus Sicht der CDU-Vertreterin sei es am Erfolg versprechendsten, Schülerlotsen einzusetzen, so wie von der Verwaltung  ebenfalls vorgeschlagen. Zuvor hatte sich Matthias Odenthal als Zuhörer zu Wort gemeldet und für ein komplettes und von der Stadt zu überwachendes  Halte- und Parkverbot im Bereich der Schule ausgesprochen.

Eltern sollten generell aufhören, ihren Nachwuchs mit Autos zur Schule zu bringen oder abzuholen, sagte Erneste Nebot (SPD): „Kinder sind selbständiger als man denkt.“ Seiner Meinung nach müssten Eltern gezielt darauf hingewiesen werden, dass sie mit ihrem Verhalten Kinder gefährden. Peter Friedsch (CDU) führte diesen Gedanken noch weiter aus: „Veränderungen finden nicht über 500 Quadratzentimeter Blech statt sondern können nur in den Köpfen der Eltern, Großeltern und Betreuuer erreicht werden.“ Wenn die Schule dazu allein nicht in der Lage sei, müsse gegebenenfalls die Polizei eingebunden werden und bei sämtlichen Elternabenden vorsprechen. Der Handlungsspielraum der Politik jedenfalls sei begrenzt.

„Beratungsresistente Eltern“

„Es gibt einen gewissen Prozentsatz an beratungsresistenten Eltern“, betonte die Schulelternratsvorsitzende Benke, die auch Mutter einer Drittklässlerin ist. Das Problem mit Elterntaxis sei ein ,Dauerbrenner’ und bereits regelmäßig Thema in der Schule, bestätigte auch Rektorin Vujicic. Geändert habe sich trotz mahnender Hinweise und Bitten bisher nichts. Jeder dürfe sich berufen fühlen, einmal falsch parkene Eltern auf ihr Verhalten anzusprechen, so Benke weiter: „Es ist grenzwertig, was Eltern oder auch andere dann zur Antwort geben.“ Die Idee, Schülerlotsen einzusetzen sei charmant, allerdings wisse sie nicht, wer für diese Aufgabe vorgesehen sei. „Ich stelle mit einen Zwei-Meter-Mann in Uniform vor“, sagte die Schulelternratsvorsitzende. Um die Situation vor der Schule zu entschärfen eigne sich aus ihrer Sicht am ehesten eine Maßnahme, die das Fahren an der Schule unbequemer mache. Auch Heiko Schönemann (SPD) wollte nicht allein darauf vertrauen, dass Eltern einsichtig sind. In diesem Fall liege die Lösung wohl dazwischen und müsse „mit leichtem Zwang“ gearbeitet werden.

Die Verwaltung habe verschiedene Möglichkeiten aufgezählt, aber noch nichts abschließend geprüft, betonte Stadtbaurat Axel Grüning. Als nächstes solle nun ein Vor-Ort-Termin mit Experten anberaumt werden. Die Ergebnisse der Beratungen mit der Polizei, an der auch Ortsratsvertreter teilnehmen könnten, würden dann bei der nächsten Sitzung vorgestellt. Anberaumt ist die für Dienstag, 15. Mai.

Von Astrid Köhler

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