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Umland Laatzen Nachrichten Bernd Althusmann informiert sich über Pflege
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00:17 09.09.2017
Christoph Dreyer (links) und Bernd Althusmann (2. von links) unterhalten sich mit den Pflegedienst-Geschäftsführern Frank-Peter Zipperling (rechts) und Judith Bremermann (2. von rechts). Quelle: Daniel Junker
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"Ambulant vor stationär" lautet die Faustformel, mit der Althusmann seine Vorstellungen für die Zukunft der Pflege beschreibt. "In der Gesellschaft hat sich vieles gewandelt", sagte der Christdemokrat. Nach wie vor gebe es zu wenig Pflegekräfte, "auch wenn es in letzter Zeit etwas besser geworden ist, wenn es um die reinen Zahlen geht." Dem stehe allerdings gegenüber, dass immer mehr Pflegebedürftigen lieber Zuhause als in einem Heim gepflegt werden wollen. "Ich glaube, dass dies eines der wichtigsten Themen des sozialen Niedersachsens sein wird."

Es sei ihm ein persönliches Anliegen, würdige Pflegebedingungen für die Betroffenen und gleichzeitig neue Anreize für die Pflegeberufe zu schaffen, sagte Althusmann. "Die Frage ist, wie menschenwürdiges Altern einschließlich Pflege in Zukunft aussehen soll." Beim Pflegedienst Bremermann wollte er sich deshalb am Mittwoch über die Bedingungen vor Ort informieren.

"Der Mangel an Fachkräften ist immer noch der Problempunkt Nummer Eins", sagte Bremermann-Geschäftsführer Frank-Peter Zipperling. "Ich sehe das als brandgefährlich an." Pflegebedürftige und Angehörige müssten oft gleich mehrere Pflegedienste anlaufen, da viele Firmen mangels Fachkräften ausgebucht seien. Zwar seien die Kassenträger in der Versorgungspflicht, "das wird aber oft auf die Betroffenen abgewälzt". Leihkräfte seien laut Zipperling in der häuslichen Pflege kaum einsetzbar. "Die Leute müssen die Pflegenden kennen und mit ihnen kommunizieren können."

Althusmann versprach, sich für eine "gute, ambulante Pflegestruktur" einzusetzen. So werde die CDU "die Pflegekammern in ihrer jetzigen Form" auf den Prüfstand stellen, deren Einrichtung der niedersächsische Landtag erst Ende 2016 beschlossen hatte. In den Kammern würden die Pflegekräfte per Gesetz Pflichtmitglied, der Nutzen ist aber umstritten: Kritiker glauben, dass der Verwaltungsapparat viel Geld kostet, aber wenig Probleme in der Pflege löst.

Für den Laatzener Landtagswahlkandidaten Christoph Dreyer ist das Thema Pflege insbesondere in Laatzen ein großes Thema. "Die Stadt wächst und ist gut an den Nahverkehr angeschlossen. Viele Ältere ziehen deshalb hierher." Es sei deshalb wichtig, in der Stadt die richtigen Voraussetzungen für ein funktionierendes Pflegesystem zu schaffen.

"Der Wunsch, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu bleiben, wird immer ausgeprägter, der Druck in der Gesellschaft in Bezug auf die ambulante Pflege wird steigen", sagte auch Bürgermeister Jürgen Köhne. Dies bekämen die Kommunen schon jetzt zu spüren. "Wenn etwas nicht funktioniert, schreien alle nach der Stadt, weil wir den Bürgern am nächsten sind. Dann heißt es, wir hätten uns nicht gekümmert." Die Voraussetzungen für eine fachgerechte und menschenwürdige Pflege müssten aber an anderer Stelle geschaffen werden.

Von Daniel Junker

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