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Umland Laatzen Nachrichten Experten diskutieren über Schülerzeitungen
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00:15 28.10.2016
Karsten Röhrbein (HAZ, von links), Viven Werner (Der Spargel, EKG Laatzen), Moderator Burkhard Wetekam, Torsten Lange (Lehrer OBS I, Nordenham) und Marcus Bölz (FHM) diskutieren im Erich-Kästner-Gymnasium über aktuelle Entwicklungen von Schülerzeitungen. Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de
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Laatzen-Mitte

Zu der vom Kultusministerium und der VGH-Stiftung initiierten Fachtagung mit dem Titel "Schülerreporter 2.0 - Wie macht man heute eine Schülerzeitung?" sind Jugendliche und Erwachsene aus vielen Teilen Niedersachsens nach Laatzen gekommen. "In Workshops zeigen Profis, wie man erfolgreich eine Schülerzeitung oder einen Schülerblog macht", erläuterte Cornelia Schneider-Pungs, Mitarbeiterin im Kultusministerium, das Konzept. Der Journalist und Moderator Burkhard Wetekam ergänzte: "Sie beschreiben die Möglichkeiten und Chancen, aber auch die Hindernisse einer Schülerzeitung."

Wie die Tageszeitungen befinden sich auch Schülerzeitungen im Wandel. "Die Redakteure müssen sich zunehmend fragen, wie sie die Nutzer dazu bekommen, dass ihre Texte auch gelesen werden", machte HAZ-Redakteur Karsten Röhrbein im Podiumsgespräch deutlich. "Bilder und gute Titelzeilen werden zum Beispiel deutlich wichtiger." Dies gelte insbesondere für die Online-Angebote, die auch bei Schülerzeitungen zunehmend Beachtung finden. Am Beispiel der HAZ machte Röhrbein den Wandel bei Tageszeitungen deutlich. "Wir überlegen uns immer wieder neue Angebote und neue Erzählformate und verwerfen sie auch wieder, wenn sie nicht funktionieren."

Schüler der KGS Pattensen schreiben ausschließlich online

Torsten Werner, betreuender Lehrer der Schülerzeitung "Aber Hallo" der Oberschule I in Nordenham, sagte, er entdecke in den neuen Medien erweiterte Möglichkeiten für die medienorientierte Arbeit. So könnten auch Schüler aus dem Haupt- und Realschulbereich erfolgreich an das Medium Zeitung herangeführt werden. Sie lernten mit Kameras und anderen Geräten und Techniken umzugehen und würden über diesen Umweg auch zum Schreiben animiert.

Vivien Werner, ehemalige Chefredakteurin der Schülerzeitung "Der Spargel" des Erich-Kästner-Gymnasiums, betrachtet Blogs und Soziale Medien als gute Ergänzung für Schülerzeitungen. Die gedruckte Version habe aber einen entscheidenden Vorteil. "Es ist ein Erfolgserlebnis, wenn man als Redakteur sein eigenes Ergebnis in der Hand hält."

Marcus Bölz von der Fachhochschule des Mittelstands riet den Lehrern, den Schülern ausreichend Freiheit bei der Umsetzung ihrer Themen zu lassen. "Schülerzeitungen sind ein hervorragendes Experimentierlabor." Die Schüler könnten Stärken und Diskutierfreudigkeit ausloten. "Die Lehrer sollten die Regularien eher reduzieren und den Schülern viele Freiräume lassen."

Schüler, Azubis, Studenten schreiben auch bei der HAZ - bei ZiSH

Eine zu starke Interaktion hält auch Vivien Werner für schwierig. Einerseits sollen die Lehrer das Zeitungsmachen vermitteln, "die Schüler dürfen aber auch nicht den Eindruck bekommen, dass es nachmittags in der Schülerzeitungsredaktion genauso läuft wie vormittags in der Schule". Für die Schüler seien persönliche Erfahrungen unerlässlich. "Man lernt, kritisch zu sein, selbstständig zu arbeiten und die eigene Meinung zu äußern, ohne dabei ausfallend zu werden."

Bölz stimmte dem zu: "Man erlebt im Alltag immer häufiger, dass einige Leute von ihrem Standpunkt keinesfalls abweichen wollen. Da wünscht man sich, dass noch viel mehr Schüler über die Zeitung Neugier und Diskussionsfreudigkeit entwickeln."

In weiteren Workshops haben sich Schüler und Lehrer am Dienstagnachmittag darüber hinaus mit der praxisorientierten Medienarbeit beschäftigt. So diskutierten die Teilnehmer unter anderem über Qualitätskriterien sowie über journalistische Arbeitsweisen mit Videos in Online-Schülerzeitungen.

Schülerzeitungsmacher geben ihr Wissen weiter

Bereits im März hatten HAZ-Redakteur Karsten Röhrbein und Volontärin Isabel Christian Schüler bei einem zweitägigen Pilotworkshop in Wolfenbüttel für die praktische Arbeit in einer Schülerzeitungsredation fit gemacht und unterschiedliche Formate der Medienarbeit erprobt. "Die Teilnehmer haben die Tipps danach in der Praxis ausprobiert", berichtete Röhrbein. Im Workshop "Schüler coachen Schüler" gaben sie ihre Erfahrungen am Dienstag nun an andere Nachwuchsjournalisten weiter.

Voraussichtlich im nächsten März soll es eine Fortsetzung der Veranstaltung geben. Details sollen in Kürze bekannt gegeben werden. Redaktionen von Schülerzeitungen können sich ab November beim Kultusministerium für die Teilnahme bewerben.

Fotostrecke Laatzen: Experten diskutieren über Schülerzeitungen

Von Daniel Junker

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