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Umland Laatzen Nachrichten „Unterkunft ist mit 102 Personen annähernd voll“
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00:41 20.05.2018
Von den 130 Plätzen im neuen Flüchtlings- und Obdachlosenwohnheim an der Hildesheimer Straße in Rethen sind derzeit 102 belegt. Quelle: Daniel Junker
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Rethen

 Die im Herbst eröffnete Unterkunft an der Hildesheimer Straße 305a bietet Platz für bis zu 130 Menschen. Aktuell leben dort 102 Menschen, doch wer diese sind, ist den allerwenigsten bekannt. Bei der jüngsten Sitzung des Rethener Ortsrates stellten die Leiterin des Teams Soziale Sicherung, Tanja Müller-Kampmann, sowie der seit Februar dort beschäftigte neue Heimleiter Sebastian Schäfer das Haus, seine Bewohner und Mitarbeiter näher vor.

Von den 130 Plätzen in der neuen Flüchtlings- und Obdachlosenunterkunft an der Hildesheimer Straße 305a in Rethen sind derzeit 102 belegt. Die Betriebsgenehmigung für die bisherige Unterkunft direkt nebenan endete im März. Die Bewohner sind ausgezogen oder wurden anderweitig untergebracht. Der Abriss des u-förmigen Gebäudes an der Hildesheimer Straße 305 steht unmittelbar bevor.

Die Unterkunft sei mit 102 Menschen annähernd voll, betonte Teamleiterin Müller-Kampmann. Eine komplette Auslastung sei ohnehin relativ unwahrscheinlich, weil das letzte freie Bett einer Wohneinheit, in der bereits eine Familie wohnt, kaum einem alleinstehenden Mann oder einer einzelnen Frau zugewiesen werde. Insgesamt verfügt der von European Homecare betriebene Neubau über 29 Wohneinheiten für zwei bis acht Personen – eigenes Bad (WC/Dusche) und Küche inklusive. „Die Belegung erfolgt ausschließlich über das Team Soziale Sicherung“, so Müller-Kampmann. Wem hingegen welche Wohneinheit zugewiesen wird, entscheide der Betreiber. 

Heterogene Bewohnerstruktur

„Im Moment haben wir eine recht heterogene Bewohnerstruktur“, so die Teamleiterin weiter: 39 Männern, 22 Frauen sowie 41 Kinder und Jugendliche. Wohnten bis Januar ausschließlich Flüchtlinge und Asylsuchende in dem Rethener Neubau, kamen in den Folgewoche noch die im Altbau untergebrachten Obdachlosen hinzu. Die Betriebserlaubnis des 1992 als Provisorium errichteten Gebäudes endete im März. Es soll zeitnah abgerissen werden. Von den aktuell 102 Bewohnern im Neubau haben 64 einen Flüchtlingsstatus und 18 einen deutschen Pass. Weitere 20 Menschen sind EU-Bürger. 

Streit gebe es in der Unterkunft zwar durchaus mal, größere Probleme hingegen nicht, betonte Müller-Kampmann. Dies sei auch der Präsenz des Sicherheitsdienst zu verdanken, der mit zwei Mitarbeitern rund um die Uhr vor Ort ist. Neben Heimleiter Schäfer arbeitet wochentags von 8 bis 16 Uhr noch ein zweiter Sozialarbeiter (insgesamt 80 Wochenstunden) in Rethen. Zudem beschäftigt European Homecare dort einen Hausmeister (30 Wochenstunden) und eine Reinigungskraft.

Von der Stadt sind sich zwei hauptamtlichen Sozialarbeiter mit dem Schwerpunkt Vermeidung von Wohnungslosigkeit engagiert und für die gesamte Klientel zuständig. „Viele Fragen sind deckungsgleich, auch wenn es bei Obdachlosen mehr um die Tagesstruktur und persönliche Bedürfnisse geht“, sagte Müller-Kampmann. Grundsätzlich solle eine Unterbringung vorübergehend sein. „Es ist immer das Ziel, Personen in prviaten Wohnraum zu integrieren.“ Zur Zusammenarbeit mit dem Betreiber sagte die Teamleiterin: „Wir sind sehr zufrieden.“ Das Angebot sei über die vorhandenen Angebote für Frauen und Kinder hinaus zwar noch ausbaufähig, doch brauche es dafür auch eine gewisse Zeit.

„Nicht ganz leicht, Ehrenamtliche zu finden“

Die kritische Anmerkung eines Zuhörers, der mehr Offenheit des Betreibers anmahnte und die Werbung von Ehrenamtlichen vermisste, beantwortete der neue Heimleiter so: Die Einrichtung kooperiere von Beginn an mit dem Netzwerk für Flüchtlinge und habe auf diese Weise bereits ein erfolgreich angelaufenes Angebot mit einer Lehrerin starten können, die Frauen Deutsch beibringt. Er bitte um Verständnis, aber seiner Erfahrung nach sei es in Laatzen „nicht ganz leicht“ Ehrenamtliche zu finden, sagte der Sozialarbeiter, der zuvor zwei Jahre in der Gutenbergstraße gearbeitet hat. Problematisch an der Rethener Einrichtung sei deren abgeschiedene Lage. „Wir haben keine direkten Nachbarn – nur das Gleisbett“, so Schäfer. In der kommenden Woche sei ein Treffen mit der Netzwerk-Koordinatorin Mareike Fruth geplant. Auch werde erwogen, die Einrichtung im Netzwerk vorzustellen, um einen Impuls zu setzen. Bedarf an ehrenamtlicher Arbeit gebe es in jedem Fall, so der Heimleiter: „Wir wollen, dass Laatzener sich bei uns engagieren.“

Von Astrid Köhler

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