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Umland Laatzen Nachrichten Grasdorfer ärgert sich über verspätete Briefzustellung
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20:59 25.02.2018
Das Zustellungsergebnis eines einzigen Tages: 19 Briefsendungen haben der Grasdorfer Konrad Pfeifer und seine Frau am 21. Oktober erhalten. An den Tagen davor kam hingegen gar keine Post bei ihnen an. Quelle: Daniel Junker
Grasdorf

 Konrad Pfeifer schreibt gern Briefe – und zwar wie früher auf Papier, mit Umschlag und Marke: „Ich gehöre zu denjenigen, die immer noch sehr viele Briefe schreiben und erhalten.“ Elektronische Post nutze er nie. „Ich habe gar keine E-Mail-Adresse.“ Dem Grasdorfer gefällt es, morgens in den Briefkasten zu schauen und seine Sendungen durchzusehen. 

Auch mit Behörden kommuniziert Pfeifer per Brief. „Es kann aber schnell zu Problemen führen, wenn die Antworten auf sich warten lassen.“ In den letzten Monaten sei dies immer häufiger der Fall. „Ich bekomme eigentlich täglich Post, im Normalfall zwei bis drei Sendungen am Tag.“ Seit einigen Monaten aber bleibt sein Briefkasten immer häufiger leer. An anderen Tagen komme die Briefe dafür dann stapelweise an. 

Erstmals aufgefallen sind ihm die ausbleibenden Sendungen im Oktober 2017. „Ich habe auf einen Brief gewartet, von dem ich wusste, dass er abgeschickt wurde. Aber es kam und kam nichts. Das hat mich stutzig gemacht“, erzählt Pfeifer der daraufhin anfing Buch zu führen. „Am Donnerstag und Freitag, 19. und 20. Oktober, kam gar nichts, am 21. Oktober waren es dann gleich 19 Sendungen an einem Tag.“ Ende Oktober und Anfang November habe er dann sogar vier Tage lang keine Post erhalten. „Am Freitag, 3. November, kamen wieder 19 Sendungen bei mir an“, sagt der Grasdorfer verärgert, denn die unregelmäßigen Zustellung bereitet ihm bei eiligen Sendungen Probleme. „Ich komme ins rotieren, wenn tagelang keine Post ankommt“, betont Pfeifer.

Problematisch sei unter anderem die Situation im Januar gewesen. Als der Sturm Friederike über Deutschland hinweggefegt, stürzte auch ein großer Baum in Pfeifers Garten um. „Bezüglich des Sturmschadens benötigte ich dringend eine schriftliche Bestätigung von meiner Versicherung. Es war sehr eilig, denn ich wollte diese Situation schnell geklärt haben“, berichtet Pfeifer. Die Unterlagen der Versicherung ließen aber auf sich warten. „Ich habe deshalb erst einmal beim Kundenservice der Post angerufen. Die Mitarbeiter haben mir aber gesagt, dass es bei normalen Briefen keine Laufzeitgarantie gibt.“ Weil die Sendung nicht per Einschreiben verschickt wurde, habe die Post über den Verbleib auch nicht nachforschen können. Von seiner Versicherung erhielt Pfeifer die benötigten Unterlagen schließlich per Fax.    

Dass die Sendungen so unregelmäßig bei ihm eintreffen ist dem Grasdorfer ein Dorn im Auge. „Das ärgert mich immens. Ich habe ja allein schon für die Briefmarken einen nicht unerheblichen finanziellen Aufwand.“ Pfeifer wollte den Grund für die verspätete Zustellung erfahren und schrieb im November mehrfach die Postfiliale in Laatzen-Mitte an. Eine Antwort habe er nie erhalten. „Also bin ich am 22. Januar direkt zur Filiale gegangen. Ich wollte wissen, warum ich keine Antwort auf meine Briefe bekomme und wer für mich zuständig ist.“ Die Mitarbeiter dort verwiesen ihn auf den Kundenservice in Bonn. Was mit seinen Anfragen geschehen ist, konnten auf Pfeifers telefonische Nachfrage aber auch dort niemand sagen.

Parallel dazu stellte Pfeifer auch Nachforschungen zu den ausbleibenden Briefsendungen an. Dabei erfuhr er, dass die sogenannte Verteilerschleife der Grund dafür sein soll. Pfeifer wohnt im Grenzweg – in der Straße, die täglich als letztes von den Austrägern angefahren wird. Wenn die Briefträger ihre tägliche Runde nicht schaffen, lassen sie seine Straße daher offenbar aus.

Pfeifers Haus liegt am Ende der Zustelltour

Post-Sprecher Jens-Uwe Hogardt bestätigt die Vermutungen. „Die Beobachtungen von Herrn Pfeifer sind richtig.“ Dessen Haus und Straße liege tatsächlich am Ende einer Zustelltour. Aufgrund des Arbeitszeitschutzgesetzes und einer begleitenden Betriebsvereinbarung seien die Zusteller verpflichtet, ihre Arbeitszeiten einzuhalten. „Wenn eine Tour zu lange dauert, darf der Zusteller die Sendungen nicht weiter austeilen. Er muss die Tour abbrechen“, so Hogardt: „Wir achten aber darauf, dass sich die Auslieferung möglichst nur um einen Tag verzögert.“

Der Weg bis zur Auslieferung ließen sich im Einzelfall nicht nachvollziehen, erklärt der Hogardt: „Das geht nur bei nachweisbaren Sendungen, zum Beispiel bei Einschreiben.“ Häufig würden Zustellungen auch länger dauern, wenn die Sendungen über andere Dienstleister aufgegeben werden. Für normale Briefe gebe es keine Laufzeitgarantie, betont der Post-Sprecher. In der Regel stelle die Post 90 Prozent der bundesweiten Sendungen aber innerhalb eines Tages zu. 

Von Daniel Junker

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