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Umland Laatzen Nachrichten Grasdorfer reisen zwei Jahre um die Welt
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12:56 04.07.2018
Holger Schröder und Dorit Battermann besuchen die Iguazú-Wasserfälle an der Grenze zwischen dem brasilianischen Bundesstaat Paraná und der argentinischen Provinz Misiones. Quelle: Privat
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Grasdorf

“Das kann doch noch nicht alles gewesen sein.“ Das hat sich das Grasdorfer Ehepaar Holger Schröder und Dorit Battermann vor einigen Jahren in Bezug auf seine weitere Lebensplanung gesagt. Anschließend hat es alle Orten aufgeschrieben, die es sich noch ansehen will. Heraus kam eine lange Liste mit zahlreichen Ländern und Städten.

Ein mehr als 30 Jahre alter VW-Bus dient bei der Reise als rollendes Zuhause.

„Ich bin jetzt 56 Jahre alt und möchte nicht bis zu meiner Rente jeden Tag am Schreibtisch im Büro sitzen, sondern noch etwas sehen von der Welt“, sagt Holger Schröder, der als Diplom-Ingenieur im öffentlichen Dienst arbeitet. „Jetzt sind wir noch fit und können unsere Reise genießen“, sagt seine Ehefrau Dorit Battermann. Die 50-Jährige hat als Entwicklungshelferin bereits unter anderem sechs Jahre lang in Nepal gelebt.

Im November 2017 sind die Grasdorfer mit ihrem mehr als 30 Jahre alten VW-Bus namens „Blaubärt“ zu einer zweijährigen Reise um die Welt aufgebrochen. Dabei wollen sie sich alle Ziele von ihrer Liste ansehen. Als Vorbereitung haben sie in den vergangenen Jahren mehrere „kleinere“ Reisen unternommen: Trekking in Nepal oder Kirgisistan, mit dem Fahrrad von Bangkok nach Ho Chi Min Stadt oder Paddeln im Milford Sound, einem Fjord bei Neuseeland. „Dabei ist Reisen eigentlich nichts für mich“, erklärt Holger Schröder. „Ich bin ein echter Schisser. Passend dazu habe ich zur Vorbereitung auf unsere Weltreise das Buch „Als Schisser um die Welt“ geschenkt bekommen.“

Mittlerweile hat der Diplom-Ingenieur jedoch Gefallen am Kennenlernen von neuen Ländern, Menschen und Kulturen gefunden. „Das erweitert das Bewusstsein und baut Vorurteile ab“, sagt er. „Außerdem macht es mir immer wieder bewusst, wie bunt ein Leben doch sein kann.“

Mit dem Besuch am Kap Horn wird ein Traum wahr

Begonnen hat das Ehepaar seine Reise in Montevideo, der Hauptstadt Uruguays. Dorthin hat es seinen VW-Bus per Schiff schicken lassen. Von Montevideo sind die Laatzener dann in ihrem „Blaubärt“ an der Ostküste Südamerikas über Buenos Aires bis nach Ushuaia in Argentinien und zum Lago General Carrera in Chile gefahren.

Dabei ist das Ehepaar unter anderem auch durch die Anden Südpatagoniens gewandert und hat mehrere Wochen in den beiden großen südpatagonischen Nationalparks verbracht: dem Torres del Paine in Chile und dem Parque National Los Glacieres in Argentinien. „Auf unseren Wanderungen konnten wir blaue Eisblöcke in Gletscherseen treiben sehen und den Sonnenaufgang im Angesicht der Berge genießen“, sagt Dorit Battermann. „Jeden neuen Tag haben wir uns reich beschenkt gefühlt.“

Auf der argentinischen Halbinsel Valdés, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, machten sie Bekanntschaft mit zahlreichen Seelöwen und Magellan-Pinguinen.

Höhepunkt der Reise war bislang der Besuch am Kap Horn, dem südlichsten Punkt Südamerikas. „Einmal dort zu stehen, war mein größter Traum“, sagt Holger Schröder. „Aber auch die Wasserfälle von Iguazú auf der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien waren sehr beeindruckend.“ Sie gelten als die größten Wasserfälle der Erde. Auf etwa 2,7 Kilometer Breite stürzen 20 große und 255 kleinere Wasserfälle in eine Tiefe von bis zu 80 Metern.

Grasdorfer schlafen hauptsächlich im VW-Bus

Zweimal haben die Grasdorfer in Argentinien einen Arbeitsaufenthalt eingelegt. Gegen Kost und Logis haben sie in San Rafael zwei Wochen lang bei der Weinlese geholfen und in Buenos Aires in einem Touristik-Betrieb mitgearbeitet, der kulinarische Bootstouren angeboten hat. „Wir wollten nicht nur die Sehenswürdigkeiten kennen lernen, sondern auch einen Einblick in das Leben der Menschen bekommen“, sagt Dorit Battermann.

Meistens hat das Paar im eigenen VW-Bus geschlafen. Der original Westfalia Camper verfügt als Oldtimer zwar weder über Servolenkung, Klimaanlage oder elektrische Fensterheber. Dafür ist er aber mit Küchenzeile, Kühlschrank, Waschbecken, Schrank und einem Bett ausgestattet.

Schlimm wurde es allerdings, als der „Blaubärt“ mitten in der argentinischen Pampa streikte. „Das Getriebe ist kaputt gegangen und war in Argentinien nicht zu reparieren“, sagt Dorit Battermann. Da nur noch der erste, zweite und dritte Gang funktionierten, ist das Ehepaar mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde insgesamt 2.300 Kilometer durch die argentinische Pampa zurück nach Buenos Aires gefahren. „Wir haben auf unserer Reise über die große Hilfsbereitschaft der Menschen gestaunt“, sagt Holger Schröder. Immer wieder seien sie angesprochen worden und hätten Hilfe angeboten bekommen. Die Menschen in Südamerika seien alle sehr herzlich. „Egal, wo wir übernachtet haben, wir haben uns nie unsicher gefühlt“, sagt der Grasdorfer, der sich zu Beginn der Reise noch als „Schisser“ fühlte.

Weitere Stationen sind Nordamerika und Asien

Der „Blaubärt“ ist mittlerweile nach Deutschland verschifft worden, wo er bei einem Zwischenstopp repariert worden ist. Zurzeit befindet er sich auf dem Seeweg nach Halifax in Kanada. Denn dort setzt das Laatzener Ehepaar seine Reise nach einem Zwischenstopp in New York fort. „Wir sehen uns dann die USA und Kanada an“, sagt Dorit Battermann. Eine feste Station ist der Yellowstone Nationalpark mit seinen tiefen Canyons und sprühenden Geysiren.

Im November will das Ehepaar dann nach Asien übersetzen, wo es nach Laos, Vietnam, Thailand und Myanmar reisen will. Seine Rückkehr haben die beiden für Anfang Oktober 2019 geplant. Denn dann muss Holger Schröder wieder im Büro sitzen. Was seine Frau Dorit Battermann nach der Reise machen wird, kann sie noch nicht genau sagen. Aber eine Überlegung hat sie schon. „Ich kann mir gut vorstellen, vielleicht ein Buch über unsere Erlebnisse zu schreiben“, sagt sie.

Wer mehr über die Reise von Holger Schröder und Dorit Battermann lesen will, kann das auf ihrem Blog unter sonnenschmunzler.jimdo.com.

Von Stephanie Zerm

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