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Nachrichten Hochhaus-Brandschutz: Stadt gibt vorläufig Entwarnung
Umland Laatzen Nachrichten Hochhaus-Brandschutz: Stadt gibt vorläufig Entwarnung
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00:26 26.03.2018
Ein Brand wie im Londoner Grenfell-Tower wäre bei Laatzens Hochhäusern wohl ausgeschlossen: Es wurden nach Angaben der Stadt nur nicht brennbare Materialen an den äußeren Fassaden verbaut. Quelle: Dorndorf
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Laatzen

 Nach dem katastrophalen Brand im Londoner Grenfell-Tower hat das Land Niedersachsen die Städte und Gemeinden angewiesen, Hochhäuser auf Brandschutzmängel zu prüfen. Für Laatzen liegt jetzt das Ergebnis zum größten Teil vor – mit einem zunächst beruhigenden Ergebnis: Zumindest die Außenfassaden der 22 Hochhäuser im Stadtgebiet entsprechen den Vorschriften. In einigen Fällen stehen allerdings noch weitere Überprüfungen an.

Die Stadt hatte im vergangenen Jahr alle Eigentümer von Hochhäusern in Laatzen angeschrieben, um Auskunft über die Fasadenkonstruktionen zu erhalten. Nach einigen Verzögerungen liegen inzwischen für alle Gebäude Antworten vor. „Generell sind alle äußeren Fassadenbestandteile der Hochhäuser aus nicht brennbaren Materialien“, sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann. Allerdings sei die Überprüfung noch nicht abgeschlossen. „Es müssen bei sieben Hochhäusern noch einmal die Bestandteile der Fassadenzusammensetzung genauer nachgeprüft werden“, ergänzt der Stadtsprecher. Der Grund: Die Eigentümergemeinschaften hätten in diesen Fällen keine Angaben zu den verwendeten Dämmsystemen und Dämmmaterialien vorgelegt. 

Genauere Angaben erhofft sich die Stadt, die als untere Bauaufsichtsbehörde für den Brandschutz zuständig ist, in den nächsten Wochen zu erfahren. Die Verwaltung rechne bis Mitte April mit weiteren Ergebnissen, sagt Brinkmann. 

Wer in einem von Laatzens Wohnhäusern wohnt, muss sich demnach vorerst keine Sorgen machen. „Für die Bewohner besteht nach derzeitigem Kenntnisstand aufgrund der Fassadenkonstruktion keine Gefährdung“, versichert Brinkmann. Die Stadt sehe daher keinen unmittelbaren Handlungsbedarf von Seiten der Bauaufsicht, schränkt aber zugleich ein: „Die Prüfungen sind noch nicht abgeschlossen. Eventuell müssen noch Sachverständige beauftragt werden.“

Bei Hochhäusern gelten besondere Vorschriften hinsichtlich des Brandschutzes. Darunter fallen alle Gebäude, deren oberste Fußbodenkante auf einer Höhe von 22 Metern oder höher liegt. In solchen Gebäuden dürften die Außenwände einschließlich der Dämmstoffe ausschließlich aus nicht brennbaren Materialien bestehen. 

Im übrigen Niedersachsen sind bislang nur wenige Problemfälle bei Hochhäusern bekannt. Nach Angaben des zuständigen Umweltministeriums lägen Meldungen zu landesweit 311 Hochhäusern vor, wobei die Landeshauptstadt noch keine abschließende Zahl mitgeteilgt habe. „Derzeit sind sieben Hochhäuser bekannt, deren Fassadenkonstruktionen auch brennbare Baustoffe enthalten“, sagt Ministeriumssprecherin Justina Lethen. Betroffen seien teils Bekleidungen, teils Dämmschichten in Hochhäusern in Braunschweig, Delmenhorst, Emden und Lingen. Einzig in Braunschweig sei ein Teil eines Gebäudes daraufhin gesperrt worden.

Unterm Strich sahen die Bauaufsichtsbehörden in drei Fällen keinen Handlungsbedarf, in zwei Fällen wurden bauaufsichtliche Verfahren eingeleitet. In zwei weiteren Fällen sei dem Ministerium der Fortgang des Verfahrens nicht bekannt, heißt es in Hannover. Die unteren Bauaufsichtsbehörden seien zuletzt Mitte Februar aufgefordert worden, die Eigentümer „mit Nachdruck“ zu ermahnen, noch ausstehende Zahlen zu liefern. 

Im Juni 2017 hatte sich ein von einem defekten Kühlschrank ausgelöstes Feuer im Londoner Grenfell-Hochhaus in rasendem Tempo über die Außenfassade ausgebereitet. Bewohner hatten zuvor wiederholt auf Brandschutzmängel hingewiesen. Bei dem Feuer kamen mehr als 70 Menschen ums Leben. 

Von Johannes Dorndorf

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