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Jürgen Beckstette wird neuer VHS-Geschäftsführer

Laatzen/Hemmingen/Pattensen Jürgen Beckstette wird neuer VHS-Geschäftsführer

Bei der Leine-Volkshochschule steht ein Führungswechsel bevor. Geschäftsführer Gerold Brockmann geht Ende April, einen Monat vorher kommt der 54-jährige Jürgen Beckstette als neuer VHS-Chef nach Laatzen. 

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Jürgen Beckstette (links) übernimmt im April die Geschäftsführung von Gerold Brockmann, der am Monatsende ausscheidet.

Quelle: D. Sedlmeier/Köhler

Laatzen/Hemmingen/Pattensen.  Die Leine-Volkshochschule bekommt einen neuen Geschäftsführer. Jürgen Beckstette wird im April die Nachfolge von Gerold Brockmann antreten, der dann am Monatsende in Ruhestand gehen wird. Zu seinen Zielen zählt der neue Leiter, die VHS stärker für Jüngere zu öffnen und die berufliche Weiterbildung noch mehr auf individuelle Angebote auszurichten. 

Die Entscheidung über die Personalie hat die Gesellschafterversammlung der VHS, der Vertreter der Städte Laatzen, Hemmingen und Pattensen angehören, bereits im November getroffen, wie der VHS-Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Köhne auf Anfrage erläutert. „Herr Beckstette ist jemand, der in der Erwachsenenbildung sehr erfahren ist. Auf der anderen Seite bin ich zuversichtlich, dass es ihm gelingt, neue Wege zu beschreiten und die VHS für jüngere Zielgruppen zu erschließen“, sagt Laatzens Bürgermeister. Die zentrale Frage sei, wie die VHS noch attraktiver gemacht werden könne, so dass sich neue Kunden gewinnen lassen.

Seine Ausbildung hat Beckstette bei der Bundeswehr gemacht, wo er ein Ingenieursstudium absolvierte. „Das ist im Bereich Weiterbildung eher etwas Exotisches“, sagt der 54-Jährige, der im Ruhrgebiet aufgewachsen ist. Nach einer zwölfjährigen Offizierslaufbahn, die ihn unter anderem nach Hamburg, Oberbayern und Südbaden führte, wechselte er zum Handyhersteller Nokia nach Düsseldorf. Dort war er 18 Jahre lang im Aus- und Weiterbildungsbereich für Kunden und Mitarbeiter tätig, zeitweise als Fachbereichsleiter an der Nokia-Akademie. Von 2012 bis 2016 arbeitete Beckstette bei einer Remscheider Unternehmensberatung, 2016 wurde er Bereichsleiter für berufliche Qualifizierung und EDV bei der Volkshochschule der Stadt Remscheid.

„Die Leine-VHS ist sehr interessant aufgestellt“, findet Beckstette. Schon jetzt beschränke sich deren Angebot nicht nur auf den klassischen Kursbereich, sondern man mache auch Brennpunktarbeit und biete Deutschkurse für Migranten an. Zu den zentralen Zukunftsaufgaben nicht nur der Leine-VHS zählt der 54-Jährige den Wandel der Kundenstruktur. „Viele Volkshochschulen haben eine Durchschnittsalter von über 50 Jahren. Man kann sich vorstellen, dass es da zur Herausforderung wird, ein entsprechend großes Kursangebot aufrecht zu erhalten“, sagt er. Denn bei Jüngeren sei die VHS heute weniger im Bewusstsein.

Ein großes Zukunftsfeld sieht Beckstette auch in der beruflichen Weiterbildung vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Arbeitsmarkts. „Früher ist man als Angestellter zum Arbeitgeber gegangen und hat gesagt, welchen Kurs man braucht.“ Heute gebe es hingegen weniger Festanstellungen und mehr Kleinstunternehmen. Berufliche Fortbildungen müssten deshalb stärker individualisiert sein. „Die Volkshochschulen haben da eine wichtige Rolle“, glaubt Beckstette.  

Die Leine-VHS stehe auch vor der Frage, welche Lernformen künftig benötigt werden. „Ein junger Mensch, der heute Excel lernen will, geht nicht in einen Kurs, sondern googelt dies im Internet und schaut bei Youtube nach“, sagt Beckstette. Die VHS als „klassenraumbezogener Anbieter“ müsse sich fragen, welchen Mehrwert man den potenziellen Kunden bieten kann.

Zu den aktuell drängendsten Aufgaben der Laatzener Einrichtung dürfte die Zukunft des Sozialkaufhauses der VHS an der Karlsruher Straße gehören. Deren Mietvertrag läuft zum Jahresende aus. Bislang habe man keinen gleichwertigen Ersatz gefunden, hatte der bisherige VHS-Chef Gerold Brockmann unlängst betont. Die Angebote müssten voraussichtlich auf mehrere, kleinere Standorte aufgeteilt werden. Zurzeit sind dort 80 bis 90 Menschen beschäftigt.

Von Johannes Dorndorf

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