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Nachrichten Jürgen Köhne kandidiert als Bügermeister
Umland Laatzen Nachrichten Jürgen Köhne kandidiert als Bügermeister
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07:00 13.05.2014
Von Johannes Dorndorf
Im Park der Sinne fühlt sich Jürgen Köhne besonders wohl: „Ich finde Parks in Städten unheimlich toll. Man fühlt das pulsierende Leben drumherum und hat zugleich eine Ruhezone“. Quelle: Johannes Dorndorf
Laatzen

Die Nominierung im Januar hatte es in sich. Als die Laatzener CDU trotz interner Konkurrenz mit sagenhaften 96 Prozent der Stimmen Jürgen Köhne zu ihrem Kandidaten ausrief, wurde er fast wie ein Held gefeiert. Die Kür war zugleich ein Comeback: Bis 2011 Fraktionschef der Rats-CDU, hatte Köhne sich vor der Kommunalwahl 2011 nicht nur aus der Politik, sondern auch aus Laatzen verabschiedet - aus privaten Gründen. Nach der Trennung von seiner Ehefrau lebt er heute mit seiner Lebensgefährtin in Gehrden.

Den 57-Jährigen verbindet dennoch viel mit Laatzen. In Rethen aufgewachsen, machte er dort seinen Hauptschulabschluss. Im TSV spielte er 40 Jahre lang Handball - bis zur Bezirksklasse: als Spielmacher, als Mannschaftskapitän und als Nachwuchstrainer. Jahrelang war er stellvertretender Vorsitzender des Vereins.

Über den TSV kam Köhne auch zur CDU, oder genauer: durch den früheren Vorsitzenden Günther Hepke. „Wenn du vorhast, für uns als TSV was zu bewegen, musst du in die Politik gehen“, habe der ihm gesagt. Köhne ließ sich als Parteiloser für den Ortsrat aufstellen und wurde als Nachrücker prompt Fraktionssprecher. Ähnlich lief es 2006 im Rat der Stadt, als bei der Frage nach dem Fraktionschef plötzlich alle auf ihn, den Neuling, gezeigt hätten. „Die Chancen sind mir im Leben immer irgendwie begegnet - ich bin nirgendwo hinterhergelaufen“, sagt Köhne. Das gelte auch für die ihm nun angetragene Bürgermeisterkandidatur.

Als Ratsfraktionschef pflegte Köhne eine ausgleichende Art. Die eigentlich von dieser Rolle erwartete „Abteilung Attacke“ ist ihm fremd: „Ich bin eigentlich mehr Verwaltungsmensch als Politiker“, sagt er. Wider besseres Wissen einige Fakten auszublenden, wie in der Politik oft vorkomme, passe nicht zu ihm.

Das hängt wohl auch mit dem beruflichen Weg zusammen. Nach dem Realschulabschluss an der Handelsschule begann Köhne mit 18 Jahren eine Verwaltungslehre beim Landkreis Hannover - und blieb der Behörde seitdem treu. Nach dem Aufstieg in den gehobenen Dienst hatte er mehrere Führungspositionen inne, unter anderem als Abteilungsleiter Organisation und Zentrale Dienste mit bis zu 180 Mitarbeitern. Heute leitet Köhne das Gesundheitsmanagement der Regionsverwaltung.

Warum die Kandidatur für den Chefposten im Rathaus? „Es ist eine ganz tolle Chance, Bürgermeister in meiner Heimatstadt zu sein“, sagt Köhne. Er wolle im Umgang kommunikativer sein als der Amtsinhaber Prinz. Vorbild sei für ihn Laatzens früherer Bürgermeister und Grundschulrektor Horst Lecke („authentisch, ehrlich, menschlich“), den er schon als Schüler kennengelernt habe. Sollte er gewählt werden, will Köhne sein Haus in Gehrden behalten und wahrscheinlich in Laatzen eine Zweitwohnung nehmen.

Wahlprogramm und Steckbrief von CDU-Kandidat Jürgen Köhne

Das sind die wichtigsten Punkte aus dem Wahlprogramm von CDU-Kandidat Jürgen Köhne:

1. Wirtschaft und Finanzen: „Die mit Abstand wichtigste Aufgabe ist die Finanzpolitik in Laatzen“, sagt Köhne. Zusätzliche Einnahmen erhofft er sich auch von einer besseren Vermarktung von Gewerbeflächen. Dabei sei auf qualifizierte Arbeitsplätze zu achten: Bei der geplanten Ausweisung von Logistikflächen nahe dem Erbenholz sei dies vermutlich nicht der Fall. Ob Steuern gesenkt werden können, müsse geprüft werden. Laatzen Wirtschaft will Köhne besser vernetzen und Kooperationen mit der Fachhochschule initiieren.

2. Verwaltung: „Mehr Mitarbeiterorientierung“ lautet das Schlagwort in Sachen Rathaus. Einerseits müsse das Gebäude – wie auch vom Rat gewünscht – dringend saniert werden. Die Mitarbeiter sollten aber auch mehr Verantwortung bekommen als bislang. Köhne verspricht einen Führungsstil, der auf Kommunikation setzt. Wartezeiten für Bürger sollen verkürzt werden.

3. Ortsteile stärken: „Die Ortsteile genießen nicht den selben Stellenwert wie Laatzen-Mitte“, sagt Köhne. Er stelle in Gesprächen fest, dass Menschen ihren Ortsteil – etwa in Alt-Laatzen und Ingeln-Oesselse – von der Stadt vernachlässigt sehen. Konkrete Maßnahmen dagegen nennt Köhne nicht. „Ich will Initialzündungen geben, sodass die Leute das Gefühl haben, dass es sich lohnt, etwas für ihren Ortsteil zu tun.“

4. Vereine unterstützen: Dazu gehöre auch eine Stärkung der Vereine und des ehrenamtlichen Engagements. Unter anderem schwebt Köhne eine engere Zusammenarbeit der Sportvereine vor, die über den Sportring mehr Verantwortung bekommen sollten. Das gelte auch für den kulturellen Bereich. Eine Idee sei die Gründung eines Kulturforums nach Vorbild des Sportrings.

5. Bildung und Betreuung: Köhne lobt den Status quo: „Das Laatzener Profil macht deutlich, das wir in der Sozialpolitik gut aufgestellt sind.“ Am bestehenden Betreuungssystem mit Schule und Hort wolle er festhalten, es aber weiterentwickeln.

6. Wohnen im Alter: Seniorengerechter Wohnraum ist ein weiteres Thema. „Ich unterstütze gerne private Initiativen, die generationenübergreifend leben wollen“, sagt Köhne. Ein Beispiel sei das Gelände des ehemaligen Bauhofs in Alt-Laatzen.

■ Steckbrief Jürgen Köhne

Geboren: 2. März 1957 in Hannover

Wohnort: Gehrden

Familienstand: geschieden, lebt mit seiner Lebensgefährtin Marita Flasbart zusammen. Eine Tochter (26)

Ausbildung: Diplom-Verwaltungswirt

Derzeitige Tätigkeit: Teamleiter Gesundheitsmanagement der Region Hannover

Lieblingsplatz in Laatzen: der Park der Sinne

Hobbys: Fitnesstraining, Bergwandern, Musik („melodiöser Rock“)

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