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00:35 11.05.2018
"Mich reizt der doppelte Prozess": Wolfgang Steidele malt Ölbilder, die er anschließend in Streifen zerschneidet und zu einem neuen Gesamtwerk zusammensetzt, wie hier das Bild ,Spiralmädchen’. Quelle: privat
Rethen

 Ist es nun ein Frauenporträt oder doch eher abstrakt? Das Gemälde offenbart etwas Surreales, lässt innehalten, reizt das Auge wie eine optische Täuschung und zieht den Betrachter farblich in den Bann. Bilder wie das „Spiralmädchen“ von Wolfgang K. Steidele zeigen mehr als nur eine fantastische Wirklichkeit, schließlich sind sie in der sogenannten Rollage-Technik aus zwei in Streifen zerschnittenen Einzelbildern neu zusammengesetzt – im Fall des Spiralmädchens aus einem drei Jahrzehnte alten Mädchenporträt und einem gleichfalls in Öl gemalten und aufgesplitteten Farbstrudel in Rot, Blau, Gelb und Grün. Noch bis zum 29. Mai sind die Werke des hannoverschen Künstlers beim Kunstkreis in Rethen zu sehen.

„Turban Lady“ – von Wolfgang K. Steidele. Quelle: privat

„Mich reizt der doppelte Prozess: die Konstruktion, die Destruktion und die Neukonstruktion mit ganz neuen Farben und Formen“, erzählt der ursprünglich aus dem Ruhrgebiet stammende 64-Jährige. Die Rollagetechnik, die auf den tschechischen Schriftsteller und bildenden Künstler Jirí Kolár (1914–2002) zurückgeht, hat Steidele 1989 bei seinem Studium in Köln kennengelernt und daraus den von ihm so bezeichneten „konstruktiven Destruktivismus“ entwickelt. Für seine Ausstellung „Schnappschüsse – Die Flüchtigkeit des Augenblicks“ beim Kunstkreis hat er 16 seiner mitunter bis zu sechs Meter langen und aus 0,2 bis 2 Zentimeter breiten Streifen neu zusammengesetzten Werke ausgewählt. An jedem einzelnen hat er nach eigenen Angaben im Durchschnitt 70 bis 100 Stunden gesessen. 

Der Ausstellungstitel sei ein Fingerzeig auf die hektischen Zeiten des Mainstream, in dem es immer mehr darum gehe, die Umgebung zu scannen und zu filtern, statt innezuhalten und zu verweilen, sagt Steidele. „Der Schnappschuss ist etwas Einzigartiges, hier und jetzt festgehalten. Ein Gefühl, eine Szene, eine Vision“, sagt der im Kulturbunker in Hannover-Hainholz lebende Steidele, der auch als Berufsschullehrer in Walsrode tätig ist. 

„Wir waren sofort fasziniert von den Bildern. So etwas hatten wir noch nie“, sagt Monika Gorbuschin, Vorsitzende des Kunstkreises Laatzen. Die Werke des schon viel mit seinen Ausstellungen herumgekommenen Steidele hat sie mit weiteren Mitgliedern im vergangenen Herbst in der Kunstmarkhalle in Hainholz entdeckt. In Fachkreisen sei diese Form der Collage sicher bekannt, der interessierte Laie kenne Rollagen aber in der Regel noch nicht, meint Gorbuschin. Umso glücklicher sei der Kunstkreis gewesen, dass Steidele seine Zusage für eine Ausstellung in Rethen gegeben hatte.

Öffnungszeiten beim Kunstkreis

Die Ausstellung „Schnappschüsse – Die Flüchtigkeit des Augenblicks“ ist bis Dienstag, 29. Mai, beim Kunstkreis an der Hildesheimer Straße 368 in Rethen zu sehen. Geöffnet ist dienstags von 13 bis 15 Uhr, mittwochs von 10.30 bis 15 Uhr und samstags von 14 bis 17 Uhr.

Von Astrid Köhler

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