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Nachrichten Blutkonserven werden knapp: DRK ruft zu Spenden auf
Umland Laatzen Nachrichten Blutkonserven werden knapp: DRK ruft zu Spenden auf
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12:56 04.07.2018
Läuft: Yvonne Holzhauer hat Jürgen Köhne Vene angezapft. Nun fließt sein Blut durch einen Plastikschlauch in einen Beutel mit Nährflüssigkeit und Gerinnungshemmer. Quelle: Stephanie Zerm
Laatzen-Mitte

Blut ist knapp. Vor allem jetzt im Sommer. „Wir benötigen pro Tag durchschnittlich 2300 Blutspenden, um die Krankenhäuser und medizinischen Einrichtungen in Niedersachsen und Bremen beliefern zu können“, sagt Jürgen Engelhard, Regionalleiter für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit für das DRK in Niedersachsen und Bremen. Zurzeit sei die Versorgung der Patienten jedoch eine große Herausforderung. „Die seltenen Blutgruppen Null positiv und Null negativ reichen nur noch für zwei bis drei Tage“, sagt Engelhard. Da viele Menschen in die Ferien gefahren seien oder bei dem schönen Wetter lieber im Schwimmbad statt auf einem Blutspendestuhl lägen, würden die Reserven knapp. Das Problem: „Da Blutpräparate nur eine sehr begrenzte Haltbarkeit haben, können wir keine Lagerbestände aufbauen.“ Blutplättchen etwa seien nur vier Tage haltbar. Sie müssten kontinuierlich aus frisch gespendetem Blut gewonnen werden. „Daher ist es zur Versorgung von Patienten unabdingbar, dass immer in ausreichender Menge Blut gespendet wird, auch in der Urlaubszeit“, sagt Engelhard.

Jüngere Menschen kommen kaum zum Spenden

Generell seien 40 Prozent der Bevölkerung spendefähig. „Aber nur vier Prozent davon kommen zu den Terminen“, bedauert Engelhard. Vor allem jüngere Menschen fehlten. „Zweidrittel der Blutspender in Niedersachsen sind älter als 40 Jahre.“

Um während der Urlaubszeit mehr Spender zu gewinnen und vor allem auch junge Menschen anzusprechen, hat das DRK daher unkonventionelle Methoden ergriffen. Bereits zum vierten Mal richtete es in der Sommerferien – diesmal am vergangenen Montag und Dienstag – einen sechsstündigen Sonderblutspendetermin im Leine-Center ein, betreut von den DRK-Ortsvereinen Rethen und Alt-Laatzen. Dabei gab es für Spender gleich mehrere Extras: Sie konnten an einer Verlosung teilnehmen, bei der sie Rewe-Gutscheine im Wert von 10 Euro gewinnen konnten und erhielten außerdem statt des üblichen Büfetts nach dem Spenden einen Gutschein für ein kostenloses Essen nach Wahl im Asia-Gourmet-Restaurant im Leine-Center. Zusätzlich bekamen jeder Spender und jede Begleitperson einen Gutschein für eine Kugel Eis im Eiscafé Venezia.

Die Laatzenerin Susanne Zühlke spendet Blut, um andren Menschen zu helfen. Quelle: Stephanie Zerm

„Mit solchen Sonderblutspenden gewinnen wir in der Regel viele Erstspender“, sagt Patrick Ploberger, Gebietsreferent des DRK-Blutspendedienstes. „Denn so kommt das Blutspende-Team dorthin, wo die Spender sind.“ Vor allem im Leine-Center erreiche das DRK überdurchschnittlich viele Menschen. „Die Termine werden immer sehr gut angenommen.“ Am Montag seien 125 Spender gekommen, darunter 25 Erstspender, und am Dienstag noch einmal 108, davon 29 Erstspender. „Bereits am Montag hatten wir die Höchstzahl alle Spendetermine in Laatzen in diesem Jahr“, freut sich Engelhard.

Für Center-Manager Guillermo Poveda Fernandez ist die Hilfe selbstverständlich: „Die Blutspende ist eine sehr wichtige Sache, die man unbedingt unterstützen muss.“

Eine Blutspende kann drei Menschenleben retten

Das sieht auch Bürgermeister Jürgen Köhne so. Er spendete am Dienstag im Leine-Center bereits zum 42. Mal Blut. Dabei gehört sein Blut zu der dringend benötigten Blutgruppe Null positiv. „Es wird innerhalb der nächsten 18 Stunden in seine Bestandteile zerlegt und bis Ende dieser Woche wird es schon Leben gerettet haben“, sagt Engelhard. Mit einer Blutspende könne bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden. Neben Unfallopfern und Patienten nach Organtransplantationen seien vor allem Krebspatienten auf Blutpräparate angewiesen. „Aber auch bei ungeborenen Kindern im Mutterleib konnten Ärzte bereits Leben erhalten und schwere Schädigungen vermeiden.“

In weniger als zehn Minuten spendet Laatzens Bürgermeister rund einen halben Liter Blut. Quelle: Stephanie Zerm

Laatzens Verwaltungschef ertrug den Aderlass mit stoischer Gelassenheit. „Läuft“, sagt er, als rund ein halber Liter seines Blutes in den Spendenbeutel strömte.

Weitere Blutspendetermine im Sommer

Wer das DRK, das in Deutschland rund 70 Prozent der Blutversorgung mit freiwilligen Spenden abdeckt, in den Sommermonaten mit seinem Blut unterstützen will, hat dazu in Laatzen noch an folgenden Terminen Gelegenheit: am Dienstag, 17. Juli, von 16 bis 19.30 Uhr in der Grundschule Rethen, am Freitag, 27. Juli, von 15.30 bis 19.30 Uhr in der Grundschule Gleidingen und am Dienstag, 28. August, in der Schule am Kiefernweg.

Spenden kann grundsätzlich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 73 Jahren. Frauen dürfen viermal, Männer sechsmal innerhalb eines Jahres spenden. Zwischen zwei Terminen muss jeweils ein Abstand von mindestens acht Wochen liegen.

Von Stephanie Zerm

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