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Umland Laatzen Nachrichten CDU will Förderschule am Kiefernweg erhalten
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23:06 21.02.2018
Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung soll klären, ob das bestehende Förderschulgebäude abgerissen oder saniert wird.  Quelle: Daniel Junker (Archiv)
Laatzen-Mitte

 Eigentlich schien die Zukunft der Förderschule am Kiefernweg schon besiegelt. Weil die Landesregierung schon vor Jahren das schrittweise Aus für die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen beschlossen hatte, werden auch in Laatzen seit 2013 keine Erstklässler mehr am Kiefernweg aufgenommen. Spätestens 2020, so sah es der Zeitplan vor, wäre endgültig Schluss gewesen.

Nun könnte alles doch ganz anders kommen. Der von der neuen SPD/CDU-Landesregierung vorgelegte Schulgesetzentwurf sieht vor, dass die Schulen nun doch bis 2028 weiter bestehen können, wenn die Schulträger dies wünschen. In Laatzen gibt es durchaus Stimmen, die dafür plädieren: Die schulpolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion Gundhild Fiedler-Dreyer will den Fortbestand der Schule prüfen lassen. „Die Bereitstellung weiterer Förderschulplätze ist wichtig, um den betroffenen Eltern eine Möglichkeit zu geben, die Neigungen und Kompetenzen der Kinder dort zu ermöglichen, wo sie sich am besten aufgehoben fühlen“, sagt Fiedler-Dreyer. „Die Möglichkeit sollte sowohl an einer inklusiv arbeitenden Regelschule bestehen, als auch an einer entsprechenden Förderschule.“

Die CDU-Politikerin hat deshalb jetzt beantragt, das Thema im Schulausschuss zu beraten. Unter anderem will Fiedler-Dreyer wissen, wie viele Schüler Bedarf haben und wo die Schule angesiedelt werden soll. Auch eine Informationsveranstaltung für Eltern sei so schnell wie möglich anzubieten. „Nur so kann ein konkreter Bedarf abgefragt werden, um Planungsgrundlagen zu bekommen.“

Förderschulleiter Heinz Stock kann dem Weiterbetrieb der Förderschule einiges abgewinnen. „Ich glaube persönlich, dass es für einige Schüler von Vorteil ist, eine Zeit lang auf eine Förderschule zu gehen, um stabilisiert zu werden“, meint der Schulleiter. „Wenn wir die Schule nicht mehr hätten, hätte ich die ganz große Sorge, dass die Schüler untergehen.“ Stock weiß allerdings auch: „Mit gut gemachter Inklusion ist es für die Schüler besser, an anderen Schulen unterrichtet zu werden.“

Wegen des Aufnahmestopps war die Schule am Kiefernweg zuletzt deutlich geschrumpft. Aktuell werden 26 Schüler an der Förderschule unterrichtet, davon acht im Rahmen einer Kooperation in den Räumen der Erich-Kästner-Oberschule. Nach eigenen Angaben gibt es am Kiefernweg zwei Kombiklassen, in denen jeweils die Jahrgänge 6 und 7 sowie 7 bis 9 unterrichtet werden. Von den insgesamt 14 Förderschullehrern unterrichten inzwischen nur noch vier ausschließlich am Kiefernweg, die übrigen sind im Zuge der Inklusion auf andere Schulen verteilt.

Nach unklar ist, ob sich überhaupt genügend Schüler für eine neue Förderschulklasse finden. Neue Klassen werden nur genehmigt, „wenn die Entwicklung der Schülerzahlen die Fortführung rechtfertigt“, wie es wörtlich im Schulgesetzentwurf heißt. Wie Stock erläutert, liege das Minimum bei acht Schülern. Das entspreche nach derzeitigem Stand exakt der Zahl der Viertklässler mit festgestelltem Förderbedarf in Laatzen

Sorgen, dass die Mindestzahl nicht erreicht wird, weil sich nicht alle Eltern für die Förderschule entscheiden könnten, macht sich Stock nicht. „Ich habe schon allein drei Anrufe von Eltern aus Mittelfeld erhalten.“ Denn die Landeshauptstadt wolle nach bisherigem Stand ab dem Schuljahr 2018/19 nur noch eine Förderschule Lernen für die gesamte Stadt anbieten. „Das wäre für manche ein extrem weiter Weg“, sagt der Schulleiter – Laatzen liege für sie im wörtlichen Sinne näher.

 Die Stadt Laatzen als Schulträger reagiert bislang zurückhaltend auf die neuen Überlegungen. Es seien erste Gespräche mit dem Schulleiter der Förderschule geführt worden, bestätigt Stadtsprecher Matthias Brinkmann. Weitere seien geplant.

Viel Zeit bleibt dafür nicht: Denn die Anmeldungen der angehenden Fünftklässler für die weiterführenden Schulen stehen schon bald an. Erschwert wird die Lage dadurch, dass das neue Schulgesetz noch nicht beschlossen ist. Immerhin erwartet die Stadt nach eigenen Angaben, dass das Kultusministerium kurzfristig Hinweise für die Schulträger herausgibt – vielleicht noch vor der nächsten Laatzener Schullausschusssitzung am 8. März, bei der das Thema erörtert werden soll.

AES will Standort der bisherigen Förderschule übernehmen

Ein zentraler Punkt der Diskussion ist auch die Raumfrage. Die Stadt plant schon seit längerem, den bisherigen Förderschulstandort der benachbarten Albert-Einstein-Schule zuzuschlagen, die seit Jahren über Platznot klagt. 20 Unterrichtsräume und sechs Differenzierungsräume, so hatte AES-Leiter Christian Augustin im Februar 2017 festgestellt, würden mittelfristig fehlen. Regulär würde die Förderschule spätestens 2020 auslaufen, so dass die AES die Immobilie übernehmen könnte.

Platz für die Förderschüler ließe sich aus Sicht von Förderschulleiter Heinz Stock auch andernorts finden: Er könne sich vorstellen, eine Förderschulklasse in den Räumen der Albert-Einstein-Schule oder der Erich-Kästner-Oberschule zu unterrichten. Möglich wären auch je eine Klasse an beiden Schulen. Dem würde sich AES-Leiter Augustin nicht versperren: Schon jetzt würde beide Schulen eng kooperieren.

Noch offen ist unterdessen die Zukunft des bestehenden Förderschulgebäudes. Eine von der Stadt beauftragte Wirtschaftlichkeitsuntersuchung soll klären, ob die Immobilie saniert oder durch einen Neubau ersetzt wird. Laut Stadtsprecher Matthias Brinkmann sei die Untersuchung noch nicht abgeschlossen, die Ergebnisse würden den Ratsgremien aber in Kürze vorgestellt.

Von Johannes Dorndorf

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