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Umland Laatzen Nachrichten Initiativkreis fordert erneut Behindertenbeauftragten
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00:30 20.04.2018
Philipp Wiezke (links) und Achim Wenger vom Initiativkreis Menschen mit Behinderungen organisieren für Dienstag, 24. April, 12.30 Uhr die Tour nach Hannover-Roderbruch zur Besichtigung barrierefreier und mit technischen Finessen ausgestatteter Musterwohnungen. Quelle: Astrid Köhler
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Laatzen

 Philipp Wiezke ist enttäuscht und hoffnungsfroh zugleich. Der 32-Jährige, der von Geburt an mit einem sogenannten offenen Rücken (“Spina bifida“) lebt, der auf den Rollstuhl angewiesen und dessen Atmung durch einen Luftröhrenschnitt beeinträchtig ist, sucht eine barrierefreie Wohnung. In Laatzen aber ist er bisher nicht fündig geworden. Mangels eines konkreten Ansprechpartners für Behinderte, hat der gelernte Bürofachmann selbst recherchiert und ist dabei auf rollstuhlgerechte Musterwohnungen in Roderbruch aufmerksam geworden, die das Unternehmen Gundlach in Kooperation mit der Landeshauptstadt errichtet hat. Für Dienstag, 24. April, 12.30 Uhr hat  der im Initiativkreis Menschen mit Behinderungen engagierte Wiezke eine Besichtigungstour organisiert – und noch sind Plätze frei.

Außer ihm gebe es sicher noch anderen Laatzener, die nichts Geeignetes fänden, ist Wiezke sicher. Was technisch schon alles an Unterstützungen in Wohnungen möglich ist und wo es geeignete Räume gibt, soll der Besuch im Roderbruch zeigen. „Natürlich gibt es in Laatzen Wohnungen, die behindertengerecht gebaut sind“, stellt der gleichfalls im Initativkreis engagierte Achim Wenger klar. Problematisch bleibe aber der Zugang zu den Informationen. Der 32-jährige Wiezke, der nach Ausbildungsjahren in Hessen und schweren persönlichen Ereignisse wieder bei seiner Mutter eingezogen war, will möglichst eigenständig leben. Seine bisherigen Anfragen bei verschiedenen Wohnungsbaugesellschaften und Unternehmen für Laatzen verliefen allesamt erfolglos. „Auch die Stadt konnte nicht wirklich weiterhelfen“, erzählt der Rollstuhlfahrer.

Der Initiativkreis nimmt den aktuellen Fall zum Anlass, eine jahrelange Forderung zu wiederholen. „Menschen mit Behinderungen gibt es überall“, betont der sehbehinderte Wenger, der sich ebenso wie Wiezke und andere einen konkreten Ansprechpartner in Laatzen wünscht. Die Ratsopposition unterstützt die Forderung zwar größtenteils, die Ratsmehrheit jedoch versteht die Vertretung der Interessen von Behinderten weiterhin als Querschnittsaufgabe der Verwaltung. Um der Forderung des Initiativkreises Nachdruck zu verleihen und auf die Situation aufmerksam zu machen, hat Wenger für Mittwoch, 18. April, ein Treffen mit der SPD-Landtagsabgeordneten Doris Schröder-Köpf vereinbart. 

Die Informationen zu den Musterwohnungen in Hannover-Roderbruch hat sich Wiezke notgedrungen selbst und für den Initiativkreis beschafft. Künftig wünschten er und Wenger sich einen Ansprechpartner in Laatzen, der relevante Informationen den Behinderten von sich aus mitteilt oder zumindest auf Nachfrage bekannt gibt.

Freie Plätze für Besichtigungstour

Für die Besichtigungstour der barrierefreien Musterwohnungen am Dienstag, 24. April, 12.30 Uhr mit gemeinsam möglicher Anfahrt gibt es insgsamt 15 Plätze. Reservierungen nimmt Achim Wenger täglich von 17 bis 20 Uhr entgegen unter Telefon (0511) 826309.

Von Astrid Köhler

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