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Nachrichten Jugend forscht:  Regionalsieger kommt von der AES
Umland Laatzen Nachrichten Jugend forscht:  Regionalsieger kommt von der AES
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12:23 26.02.2018
Ort der Wissenschaft: Insgesamt 66 Projekte präsentieren Schüler aus Stadt und Umland im Lichthof der Leibniz-Universität in Hannover. Auch die Albert-Einstein-Schule und das Erich-Kästner-Gymnasium aus Laatzen sind mit mehreren Teams vertreten. Quelle: Katharina Kutsche
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Hannover

Können Bienen etwas schmecken? Und wie kann man Wasserkraft außerhalb von großen Stauanlagen gewinnen? Mit solchen Fragen beschäftigen sich derzeit 17 Nachwuchsforscher aus Laatzen beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ und der dazugehörigen Juniorsparte „Schüler experimentieren“ in Hannover. Im Lichthof der Leibniz-Universität zeigten die Schüler der Albert-Einstein-Schule (AES) und des Erich-Kästner-Gymnasiums (EKG) am Donnerstag und Freitag ihre Projekte. Fünf Schüler erhielten am Ende Preise und Platzierungen, darunter der Regionalsieger Piet Kansteiner von der AES.

Die meisten Schüler nehmen das erste Mal an dem Wettbewerb teil, entsprechend groß ist die Aufregung. Hendrika van Waveren ist mit acht Teams vom EKG angereist, sieben davon treten in der Kategorie „Schüler experimentieren“ an, sind also mindestens in der vierten Klasse und maximal 14 Jahre alt. Für sie sei es vor allem wichtig, Erfahrungen zu sammeln. „Einige können sich hier zum ersten Mal mit Jugendlichen austauschen, die ähnlich spezielle Interessen haben“, sagt die Biologie-Lehrerin. Und für manchen Schüler sei das nicht nur eine Erleichterung, sondern auch eine Initialzündung für die Wissenschaft. 

Schnecken vertreiben statt töten

Schnecken mögen Kleie – Kakao und Kaffee dagegen nicht. Zu diesem Ergebnis, das beim Menschen eher anders herum ausfallen dürfte, kam Chiara Fienga (12). Sie untersuchte, wie sie Schnecken mit einfachen Haushaltsmitteln bekämpfen kann. Ihre Devise: nur abschrecken, nicht töten. Die kleinen Tiere mögen zwar harmlos aussehen, seien aber gefährlich für Bauern und Hobbygärtner, erklärt die Siebtklässlerin, denn sie haben eine reibende Zunge und können schnell fressen. Für ihren Versuch pflanzte die Zwölfjährige Salat in einzelne Aluschalen, streute Mittel wie Kaffee, Kleie oder Essig in und auf die Erde und ließ mehrere Versuchstiere auf das frische Grün los. Dabei zeigte sich nicht nur, dass Schnecken schmecken können – sondern auch, dass sie bei Kakaopulver, Kaffeesatz, Essig, Traubenzucker und Backpulver wegkriechen oder sich in ihr Haus zurückziehen. Kokosraspeln und Kleie dagegen schreckten die Kriechtiere nicht ab: Beides futterten sie mit Genuss. Und Eierschalen ignorierten sie, krochen darüber hinweg. Manch Mittel führte allerdings dazu, dass der Schneckenschleim aufschäumte. Was eklig klingt, dürfte sich auch für die Tiere nicht gut anfühlen. Chiaras Empfehlung an Landwirte und Gartenfreunde ist daher, Salatpflanzen mit zwei schützenden Kreisen zu umgeben. Im äußeren Kreis sollte man den Schnecken Kleie anbieten, damit sie davon satt werden und nicht vom Salat. Im inneren Kreis könnten die Kriechtiere dann mit einem der Hausmittel verjagt werden. kut

An 66 Ständen präsentieren die jungen Forscher ihre Experimente allein in Hannover, niedersachsenweit haben sich 1.269 Teilnehmer mit 675 Projekten angemeldet. Nun müssen die Schüler ihre Projekte der Jury erklären – und anderen Interessierten: „Und, was hast Du gemacht?“ hört man zwischen den einzelnen Tischen häufig.

Tests zur Ausbreitung von Bakterien

Ein Praktikum in einer Arztpraxis vor einem Jahr brachte Anika Beer (17) auf die Frage, ob Wasser und Seife Bakterien genauso gut abwaschen wie Desinfektionsmittel. Dafür testete sie zwei Produkte aus der Drogerie, die günstige Hausmarke und den teureren Markenartikel, sowie ein spezielles Sterillium, wie es auch Chirurgen nutzen. Sie experimentierte mit Bakterienkolonien, testete, wie lange Rückstände auf der Haut bleiben. Außerdem prüfte die 17-Jährige unterschiedliche Einwirkzeiten und untersuchte, ob Desinfektionsmittel sich auch im Alltag lohnen. Ihr Ergebnis: Wasser und Seife kommen gegen Desinfektionsmittel nicht an. Auch wirken sich die speziellen Mittel nicht negativ aus, sie spenden genügend Feuchtigkeit, damit die Haut nicht austrocknet. Wer also verhindern möchte, dass sich Krankheiten schnell ausbreiten, sollte also seine Hände gerade in der Erkältungszeit öfter mal desinfizieren statt sie nur zu waschen. kut

Der 14-jährige Mattia Fienga etwa beschäftigte sich mit der Frage, wie man Energie aus dem Strom kleiner Gewässer gewinnen kann. Um seine Lösung zu beschreiben, zeigt der Gymnasiast ein etwa halbmeterlanges Rohr, dessen Durchfluss er an einer Seite verkleinert hat. Dadurch könne das Wasser mehr Kraft gewinnen und je höher der Druck, desto höher die Energieumwandlung, so das Ergebnis des EKG-Schülers, der auch schon vor einem Jahr an dem Wettbewerb von Jugend forscht teilgenommen und einen zweiten Preis beim Landeswettbewerb im Fach Biologie gewonnen hat.

Anleitung zum Kopfrechnen

Als Kaijuan Zheng (18) vor vier Jahren von China nach Deutschland kam, fiel ihm im Mathematik-Unterricht eine Besonderheit auf: Alle rechneten mit Taschenrechner. Und auch ihm wurde schnell empfohlen, eine Rechenmaschine zu kaufen. Das ist in China anders, selbst bei Abiturprüfungen müssen die Schüler ihre Aufgaben im Kopf lösen. Der Albert-Einstein-Schüler stellte fest, dass seine deutschen Mitschüler das nicht besonders gut können. In seinem Projekt untersuchte er daher mit Testaufgaben, welche Techniken zum Multiplizieren Siebt- und Elftklässler kennen, welche sie am besten verstehen und welche anderen Methoden ihnen die Schule vermitteln sollte. Sein Fazit: Kopf- und Schnellrechnen – fachlich „vedische Mathematik“ genannt – sollte schon Grundschülern beigebracht und ständig geübt werden. Ansonsten gelte die Empfehlung: „so wenig wie möglich mit dem Taschenrechner rechnen“, so der Elftklässler. kut

Für den Regionalwettbewerb konnten die Teilnehmer aus sieben Themenbereichen wählen, dazu gehört Natur- und Geowissenschaftliches genauso wie Arbeitswelt, Informatik oder Technik. Der Einstieg ins Projekt könne schon mal schwer fallen, sagt AES-Lehrer Falko Ronnebaum. Manche Schüler neigten dazu, schnell die Arbeit abzubrechen, sobald ein Stolperstein kommt, so der Mathematik- und Physik-Lehrer: „Den Schülern tut es gut, sich in eine Aufgabe selbständig und längerfristig reinzudenken.“ 

Und das taten sie erfolgreich:  Navjot Kaur von der AES wurde mit dem dritten Platz in Chemie für ihr Projekt „Kurkuma – die gelbe Wurzel“ ausgezeichnet. Mattia Fienga vom EKG erreichte den zweiten Platz im Bereich Technik, außerdem bekamen er und seine Schwester Chiara (Schneckenschreck/Biologie) jeweils einen Sonderpreis. Als eine der jüngsten Teilnehmerin war Abelina Bremer, 10, erfolgreich, sie landete auf dem dritten Platz für ihr Physikprojekt, in dem sie herausfand, warum Lastkähne große Lasten tragen können.

Regionalsieger von der AES 

Regionalsieger wurde Piet Kansteiner von der AES, der einen automatisierten Blinker für Fahrräder sowie eine Bremslichtfunktion entwickelt hat. Damit nimmt der 16-Jährige wie alle Regionalsieger vom 12. bis 14. März am Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ in Clausthal-Zellerfeld teil. Für die Jüngeren bis 14 Jahre ist auf dieser Ebene Schluss. Landessieger, die älter sind (15 bis 21 Jahre) dürfen im Mai noch beim Bundeswettbewerb von „Jugend forscht“ starten.

Von Katharina Kutsche

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