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Nachrichten Meißner: „Wir sind alle Europa“
Umland Laatzen Nachrichten Meißner: „Wir sind alle Europa“
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00:16 15.11.2017
Gesine Meißner und Andreas Zimmer im Talk bei „Kirche trifft“. Quelle: Torsten Lippelt
Laatzen/Hemmingen/Pattensen

 Die nächste Wahl in Deutschland ist die Europawahl 2019, und Gesine Meißner (FDP) wird nicht mehr kandidieren. Sie habe stets deutlich gemacht nur für zwei Wahlperioden zur Verfügung zu stehen, sagte die 65-Jährige aus der Wennigser Mark am Freitagabend in der Reihe „Kirche trifft...Glaube und Politik“ in der Arche der Thomasgemeinde in Laatzen. Seit 2009 ist sie Europaabgeordnete. 

Anderthalb Stunden stellte sie sich den Fragen: zunächst im Talk mit Lokalredakteur Andreas Zimmer und anschließend dem Publikum. Zu den Themenschwerpunkten gehörten die Bergpredigt und die soziale Gerechtigkeit in Europa. „Die meisten Bürger wissen nicht, was wir Abgeordneten alles tun und wie unser Arbeitsalltag aussieht“, sagte Meißner und ließ ihren aktuellen Terminkalender ausgedruckt durch die Reihen gehen. „Viele sind daher enttäuscht, wenn es offenbar nicht voran geht. Aber rund 80 Prozent unseres Alltages sind bereits europäisch geregelt“, sagte Meißner, die sich mehr Eigenbeteiligung der Bürger wünscht. „Jeder kann was machen. Wir sind alle Europa. Ich sage mir immer: Hartnäckig bleiben, bis man das Ziel erreicht hat.“ Meißner bedauerte, dass es in einigen Ländern üblich sei, alles, was bei der Bevölkerung gut ankommt, als nationale Entscheidung zu präsentieren und die EU für alles zu bezichtigen, was die Menschen aufregt. 

 Zu der Talkreihe hatte die Evangelische Erwachsenenarbeit im Kirchenkreis Laatzen-Springe eingeladen. Meißner betonte, dass der christliche Glauben auch in ihrem Berufsleben eine Rolle spiele. Sie habe immer das Neue Testament bei sich. Nur einmal, ohne öffentlich Details nennen zu wollen, habe sie dabei vor einer Gewissensentscheidung zwischen Parteiräson und eigenen ethischen Grundsätzen gestanden – und sich nach ihrem Herzen entschieden. 

 Werde soziale Gerechtigkeit danach definiert, dass alle Menschen ihre Grundbedürfnisse erfüllen können und die bestmöglichen Chancen haben, dann tue die Europäische Union bereits alles, was möglich sei. Zum Thema Flüchtlinge sagte Meißner, dass Kommission und Parlament schon in der vergangenen Wahlperiode eine europäische Asyl- und Migrationspolitik beschließen wollten. Viel Leid mit den Flüchtlingen hätte verhindert werden können. Nun würden die einzelnen Beschlüsse nach und nach gefasst. 

 Als Chance für den ländlichen Raum nannte die Europaabgeordnete die Digitalisierung. Ob der Einsatz von Drohnen oder die digitale Übermittlung von Rezepten von der Arztpraxis direkt in die Apotheke: Auch hierbei schaffe die EU die entsprechenden Regeln. 

 Die Fragen aus dem Publikum galten unterschiedlichen Themen von der Meerespolitik, Meißners Steckenpferd, bis hin zum Verbleib von Entwicklungsgeld. Entsprechend schwer war es am Ende des Abends ein Fazit zu ziehen. Moderator Andreas Zimmer versuchte es dennoch: „Die Bergpredigt ist aktueller denn je, und ein Ranking, was wichtig ist im Leben.“ Auch einer weiteren Aussage stimmte Meißner zu: Die Gerechtigkeit gedeihe am besten in einem Umfeld unter anderem von Demokratie, Freiheit, Recht und Transparenz.

Von Torsten Lippelt

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