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Umland Laatzen Nachrichten Region will provisorisches Kehrgleis bauen
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00:15 29.09.2017
Von Johannes Dorndorf
Die Region will an  der Busschleife nahe der Haltestelle Orpheus zunächst ein provisorisches Kehrgleis bauen lassen. Quelle: Dorndorf
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Rethen

Damit ist der ursprüngliche Plan, ein Kehrgleis am Galgenberg zu schaffen, vom Tisch: Wie berichtet, hatten Anwohner und Ortsrats- und Fachpolitiker heftig gegen das Vorhaben protestiert, weil die Stadtbahngleise so zu nahe an die Wohnbebauung herangerückt wären. Zugleich wünscht sich die Stadt eine Verlängerung der Linie 2 bis hinter Gleidingen.

Am Montagabend präsentierte Conrad Vinken, Teamleiter im Fachbereich Verkehr der Region, die neue Planung im Stadtentwicklungsausschuss: Die Region schlägt ein provisorisches Kehrgleis vor, das um die Buswendeschleife zwischen dem Orpheusweg und der Tordenskioldstraße herumgeführt wird. "Der Vorteil ist, dass wir dies relativ leicht bauen könnten", sagte Vinken. "Außerdem wissen wir nicht, wie es mit den Linien 1 und 2 weitergeht", ergänzte er. Im Jahr 2027 laufe der Vertrag mit dem Landkreis Hildesheim zur Linienführung bis Sarstedt aus. Die Idee: Solange nicht klar ist, ob der Landkreis sich auch künftig an den Kosten des Stadtbahnbetriebs beteiligen will, will die Region keine größeren Investitionen tätigen. Später bestehe dann die Möglichkeit, das Provisorium zur Endhaltestelle mit Hochbahnsteigen umzurüsten - erst dann müsste die Buswendeschleife weichen. "Dann müsste man allerdings in das Haus auf dem südlich angrenzenden Grundstück eingreifen", sagt Vinken.

Hannelore Flebbe (CDU) wollte wissen, ob es nicht sinnvoller wäre, die Linie 2 gleich bis hinter Gleidingen weiter zu führen, statt nun ein Provisorium zu schaffen. In die gleiche Kerbe schlug Michael Riedel (SPD): "Warum macht man es nicht von vornherein richtig?", fragte er. Zumal Fahrgäste, die mit dem Bus aus Ingeln-Oesselse anreisen, bei der bisherigen Plänen zweimal umsteigen müssten, um beispielsweise zum Klinikum Agnes Karll zu kommen.

Martin Vey, Baubetriebsleiter der Infrastrukturgesellschaft der Region (Infra), erwiderte, dass Gleidingen nicht genügend Fahrgastpotenzial für den Betrieb von zwei Stadtbahnlinien - der 1 und der 2 - biete. Dieser Zusatzbetrieb wäre so teuer, dass sich die nun vorgeschlagene provisorische Lösung bereits nach drei Jahren rentiert haben werde.

Mehrere Ausschusspolitiker schlugen vor, das Provisorium gleich zur Haltestelle auszubauen - und sei es mit kürzeren oder gar keinen Hochbahnsteigen. Schließlich würden Busfahrgäste, die bis zum Orpheusweg fahren, die Stadtbahn am Kehrgleis zwar schon sehen können, aber trotzdem erst am Galgenberg zusteigen können. Ein Ausbau ohne Hochbahnsteigen verstoße gegen das Gesetz, erläuterte Vey. Die Idee, das Provisorium mit einem kürzeren - und preiswerteren - Hochbahnsteig für einen Wagen auszurüsten, sei hingegen technisch nicht umsetzbar: Die Üstra-Bahnen seien so ausgestattet, dass sich die Treppen nur vollständig oder gar nicht ausfahren ließen.

Vey erinnerte auch an den Auslöser der Neuplanung - nämlich den Umbau der Stadtbahnhaltestelle Rethen-Nord. Die Region will auf Höhe der Pattenser Straße eine gemeinsame Haltestelle mit Hochbahnsteig für die Linien 1 und 2 einrichten - samt Park-and-Ride-Parkplatz. Wenn die noch offene Frage der Kehrmöglichkeit nicht gelöst werde, habe er die Sorge, dass die Planung für Rethen-Nord geändert werden müsste und sich dann hinsichtlich er Linie 2 keine Verbesserungen für Rethen ergäben. "Aber wir wollen die Linie 2 verlängern, um einen dichteren Takt für Rethen zu bekommen", sagte Vey.

Völlig offen ist die Frage, ob die Buslinien sich so verlängern ließen, dass Passagiere weniger umsteigen müssen. Vinken versicherte, dass Region und die Verkehrsgesellschaften darüber im Gespräch seien. Auf der Agenda stehe auch der Ausbau von Hochbahnsteigen in Gleidingen.

Die Planung soll dem Ausschuss im Oktober schriftlich vorgestellt werden.

Raubüberfall in Gleidingen: Vier Unbekannte haben am Montagabend einen 17-Jährigen an der Stadtbahnhaltestelle Orpheusweg überfallen und dessen Rucksack geraubt. Der bärtige Hauptangreifer soll etwa 18 Jahre und 1,70 Meter groß sein. Er trug eine weiße Trainingsjacke mit der Aufschrift "Paris".

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