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Reihenhauspreise am Flebbehof steigen um 30 Prozent

Alt-Laatzen Reihenhauspreise am Flebbehof steigen um 30 Prozent

Die neuen Reihenhäuser am Flebbehof in Alt-Laatzen werden deutlich teurer als 2014 vom Wohnungsbauunternehmen Meravis angekündigt. Statt geschätzter 350.000 bis 400.000 Euro müssen Interessenten nun mindestens 30 Prozent mehr bezahlen. Der Quadratmeterpreis liegt zwischen 3500 und 4800 Euro.

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Die Erschließung des Neubaugebietes rund um den denkmalgeschützen Flebbehof ist nach Angaben des Bauträgers Meravis so gut wie abgeschlossen.

Quelle: Astrid Köhler

Alt-Laatzen.  Wohnraum ist knapp in der Region und die Preiskurve für Immobilien zeigt seit Jahren aufwärts – auch in Laatzen. Das zeigt einmal mehr das Beispiel rund um den denkmalgeschützten Flebbehof, wo das Wohnungsbauunternehmen Meravis derzeit den Bau und Vertrieb von 26 Reihenhäusern vorbereitet und fünf Mehrfamilienhäuser plant: Die Preise für die Reihenhäuser liegen den Verkaufsunterlagen zufolge rund 30 Prozent und mehr über den ersten Schätzungen bei der öffentlichen Projektvorstellung im Jahr 2014. Während Interessenten mitunter überrascht bis verärgert reagieren, verweist das Unternehmen auf den allgemeinen Preisanstieg.

Sechs Blöcke mit jeweils vier bis sechs Reihenhäusern plant Meravis im Alt-Laatzener Ortskern am Rande der Leinemasch. Die Preise bewegen sich dem Exposé zufolge zwischen 499.000 Euro und 709.000 Euro. Am günstigen sind zwei Mittelhäuser mit jeweils 141 Quadratmetern Wohnfläche auf 202 Quadratmeter großen Grundstücken. Reihenendhäuser kosten zwischen 544.000 und 709.000 Euro. Das enstpricht einem Quadratmeterpreis von 3735 bis 4835 Euro. Für Reihenendhäuser liegt dieser damit unterm Strich um mindestens 25 und bis zu 70 Prozent über den ersten Schätzungen von 2014. Seinerzeit waren noch Preise von 2500 bis 2850 angekündigt.

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Die Erschließungsarbeiten für die 26 Reihen- und fünf Mehrfamilienhäuser auf dem früheren Gelände des städtischen Betriebshofes in Alt-Laatzen sind dem Investor und Bauträger Meravis zufolge so gut wie abgeschlossen.

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Es sei Wahnsinn, wie sich die Preise entwickelt hätten, erklärt ein früherer Kaufinteressent, der namentlich nicht genannt werden will. Mit ihm haben inzwischen noch mehrere weitere Interessenten Abstand von einem Immobilienerwerb in Alt-Laatzen genommen, darunter auch mehrere Familien. „Die können sich das nicht leisten“, erklärte der Hemminger. Er ärgere sich, dass die Stadt nicht ihren Einfluss geltend gemacht hat, um die Preise in einem erträglichen Rahmen zu halten. 

Die Stadt weist die Kritik zurück. Immobilien unterlägen marktwirtschaftlichen Prozessen, auf die die Stadt Laatzen keinen Einfluss nehmen könne, sagt Verwaltungssprecher Matthias Brinkmann. Zudem hätten bei dem Projekt andere Herausforderungen im Fokus gestanden als der  soziale Wohnungsbau, wie er an der Senefelderstraße realisiert werden soll. Zu den Herausforderungen des Wohngebietes in Alt-Laatzen gehörten der Erhalt des denkmalgschützen Flebbehofes, die gestalterische Anpassung an das Alte Rathaus als Baudenkmal und eine klimagünstige Bauweise in unmittelbarer Nähe zum Überschwemmungsgebiet. Auch trage Meravis zu einer Entspannung der Wohnungsmarktsituation bei. „Mit etwa 78 Wohneinheiten auf 1,8 Hektar ist dieses Baugebiet sehr dicht bebaut worden“, betont Brinkmann und verweist auf das Gleidinger Neubaugebiet Am Erdbeerhof. Dort entstehen 72 Wohneinheiten auf einer Fläche von 6,3 Hektar. 

Seit Jahresende verschickt Meravis Verkaufsunterlagen an potenzielle Käufer, die sich frühzeitig für die Häuser in Alt-Laatzen haben vormerken lassen. Ungeachtet diverser Rückzieher ist die Interessentenliste offenbar noch immer lang. Der eigentliche Vertriebsstart soll zeitnah erfolgen, erklärte Meravis-Sprecher Jörg Schreiber, der zwar keine Zahlen nennt, aber die Nachfrage als „sehr hoch“ bezeichnet. „Wir rechnen damit, dass wir erste Kaufverträge Mitte Februar unterzeichnet bekommen.“ 

Den Preisanstieg erkärt der Meravis-Sprecher mit der allgemeinen Kostenentwicklung im Immobilien- und Dienstleistungsbereich. „Die Kosten sind in den letzten drei Jahren ziemlich stark angestiegen, das kann man auch bei Vergleichsobjekten sehen.“ Die seinerzeit genannten Preisspannen seien zudem erst grobe Schätzungen gewesen und bei der im November erstellten Verkaufsliste für die Reihenhäuser handele es sich nun um verbindliche Fest- und Komplettpreise. Für die geplanten Eigentumswohnungen stehen diese noch nicht fest. Auch der Mietpreis für die Geschosswohnungen sei noch offen, werde aber im Bereich „ab zehn Euro“ pro Quadratmeter liegen, so Schreiber auf Nachfrage. 

Die Erschließungsmaßnahmen für das Baugebiet auf dem früheren Betriebshof seien inzwischen so gut wie abgeschlossen. „Wir gehen davon aus, dass wir im Frühjahr mit dem Hochbau beginnen könenn“, sagt der Meravis-Sprecher. Der Bau der vier aus Eigentumswohnungen bestehenden Mehrfamilienhäuser nahe dem Standesamt sowie dem Mietshaus südöstlich des Flebbehof unweit der alten Hofeinfahrt soll dann etwas zeitversetzt starten – voraussichlich im Sommer.

Von Astrid Köhler

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