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13:26 08.01.2017
Tarme alias Antje Chemnitz präsentiert Luther-Lieder in modernen Arrangements mit Schlagzeug, Klavier und Elektro-Bass. Quelle: Stephanie Zerm
Alt-Laatzen

Mal wehmütig, leise und sentimental, mal poppig, laut und fetzig: Die Songwriterin Tarme und ihre Band bewiesen, dass Luther alles andere als veraltet ist. In modern arrangierten Songs sang Tarme - alias Antje Chemnitz - über den Heiligen Geist, die Taufe und den Glauben. Und wäre der Auftritt nicht in einer Kirche gewesen, hätten die Besucher bei einigen Stücken durchaus mittanzen können.

Begonnen hatte der Kirchenkreismusiktag mit einem offenen Singen, das die neue Landeskantorin des Evangelischen Chorverbandes Niedersachsen-Bremen, Christiane Hrasky, leitete, die extra aus Hamburg angereist war. Dabei konnten die rund 40 Besucher gleich mehrere Luther-Lieder lernen. „Das klingt super“, lobte Hrasky die sangesfreudigen Gäste, die auf ihre Anweisung Luther-Choräle im Kanon sangen.

Anschließend sprach Superintendent Detlef Brandes über Antonius Corvinus, den wichtigsten Reformator im Calenberger Land. „Im Gegensatz zu Luther wissen wir nur sehr wenig über ihn“, bedauert Brandes. So habe er zwar in Pattensen gelebt. Aber es sei unklar, wo genau, zumal bei einem großen Brand 1730 zahlreiche Häuser in Pattensen zerstört wurden. „Wir nehmen an, dass er schräg gegenüber der St.-Lucas-Kirche Ecke Dammstraße wohnte.“

Gemeinsam mit der damaligen Herzogin Elisabeth von Calenberg-Göttingen, die ihn 1542 zum Landessuperintendenten ernannte, habe Corvinus die Reformation ins Calenberger Land getragen. „Dabei war das Lied das Medium, mit dem die Lehre Luthers weiter verbreitet und verfestigt wurde“, erklärte Brandes, der zahlreiche bekannte Lebensstationen von Corvinus erläuterte.

Die tragischste war wohl seine Verhaftung 1549 und die dreijährige Haft auf der feste Calenberg. Grund dafür war die Herrschaft Erichs II., der versuchte, in der Region wieder den Katholizismus einzuführen. „Es war eine schwere und unsichere Zeit“, erklärte Brandes. „Mal hatten die Altgläubigen, mal die Reformatoren die Oberhand.“ Nach seiner Freilassung ist Corvinus nicht wieder nach Pattensen zurückgekehrt, sondern wurde Pastor an der St.-Aegidien-Kirche in Hannover. Doch drei Monate nach Amtsantritt starb er an den Folgen der Haft. Das Wichtigste sei für ihn gewesen, an seinem Glauben festzuhalten. Dabei habe vor allem die Musik als Halt gedient.

Nach Brandes Vortrag konnten die Besucher an einer Andacht teilnehmen und sich anschließend mit einem Imbiss stärken. Der Kirchenkreismusiktag war eine der letzten Veranstaltungen, die Kreiskantorin Cornelia Jiracek noch organisiert hat, bevor sie in den Ruhestand geht.

500 Jahre Reformation

Die Evangelische Kirche in Deutschland feiert in diesem Jahr den 500. Jahrestag der Reformation. Dazu gibt es das gesamte Jahr über bundesweit zahlreiche Veranstaltungen. Zu Beginn des Jubiläumsjahres wird in Hannover unter anderem am 14. und 15. Januar in der TUI-Arena das Pop-Oratorium "Luther" aufgeführt, an dem bis zu 3.000 Sänger mitwirken. Erwartet werden bis zu 18 000 Besucher. Als ein Höhepunkt des Lutherjahres gilt der Evangelische Kirchentag Ende Mai in Berlin und der Lutherstadt Wittenberg. Die Kirche rechnet mit bis zu 200.000 Teilnehmern. Das Festjahr endet am Reformationstag, dem 31. Oktober, mit einem Festgottesdienst in Wittenberg. In diesem Jahr ist der Reformationstag einmalig ein bundesweiter Feiertag.

Fotostrecke Laatzen: Luther mal ganz poppig

Von Stephanie Zerm

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