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Umland Laatzen Nachrichten Stadt atmet auf: Schülerzahl steigt weniger steil an
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17:27 21.02.2018
Der Betreuungsbedarf bei Grundschülern kann im nächsten Schuljahr in Laatzen weitgehend gedeckt werden. Quelle: Uwe Anspach
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Laatzen

 Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Das unter anderem Karl Valentin und Mark Twain zugeschriebene Zitat könnte auch in den Büros der Planer von Schul- und Kitaplätzen in der Laatzener Stadtverwaltung hängen: In den vergangenen Jahren hinkten die Prognosen teils erheblich hinter den tatsächlichen Zahlen hinterher. Nun dreht sich die Trend überraschend. In Laatzen gibt es neuerdings wieder weniger Grundschüler als vorhergesagt.

Deutlich wird dies in der aktuellen Hortbedarfsplanung. Erstmals seit Jahren ist die Zahl der Anmeldungen gesunken. Hatten Laatzens Eltern für das laufende Kita-Jahr noch 482 Kinder für Hortplätze gemeldet, sind es im neuen Betreuungsjahr nur noch 444 – plus 17 Anmeldungen, die nach Ablauf der vorgegebenen Frist eingingen. Das hat erfreuliche Folgen: Während die Stadt in den vergangenen Jahren bei der Schaffung von Hortplätzen stets hinter dem Bedarf hinterher hinkte, reicht das Angebot diesmal annähernd aus. „Unter Einbezieheung des betreuten Mittagstischs kann der aktuelle Bedarf grundsätzlich abgedeckt werden“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage zu dem Thema. Problematisch seien lediglich die Einzugsbereiche einzelner Schulen, allen voran der Grundschule Im Langen Feld.

Parallel korrigiert die Stadt ihre Prognosen für die Grundschulen. Die Kinderzahl in den Schuljahren zwischen 2018 bis 2022 liegen jeweils um 26 bis 68 Kinder unter den bisherigen Voraussagen. Für das Schuljahr 2018/19 geht die Stadt von 1532 Grundschülern aus, bis 2022/23 steigt die Zahl laut amtlicher Hortbedarfsplanung voraussichtlich auf 1563. „In den einzelnen Stadtteilen verläuft die Entwicklung vor dem Hintergrund der geplanten Wohnungsbauvorhaben unterschiedlich“, heißt es in dem Papier. Während in Alt-Laatzen und Gleidingen steigende Zahlen erwartet werden, gingen sie in Rethen und Ingeln-Oesselse zurück. 

Viele Eltern ziehen Hortanmeldung zurück

Konkret stehen im Hortbereich für die Zeit ab 1. August 444 fristgerechte Anmeldungen 390 Plätzen gegenüber. Wegen des Überhangs wird die Stadt einem Teil der Kinder auch im neuen Betreuungsjahr Mittagstische in den Jugendtreffs anbieten. Entsprechende Angebote hält die Stadt in der Quatschkiste in Laatzen-Mitte, der Jugendkantine in Alt-Laatzen und in der Alten Penne in Ingeln-Oesselse vor. Priorität bei der Vergabe von Hortplätzen haben Erst- und Zweitklässler.

Erfahrungsgemäß liegt die Zahl der tatsächlich wahrgenommenen Hortplätze allerdings unter der der Anmeldungen, so dass sich der Fehlbedarfe reduzieren dürfte. So wurden im vergangenen Jahr von 482 gemeldeten Kindern nur 371 tatsächlich betreut. Bei 60 Kinder fehlten damals Nachweise zur Berufstätigkeit der Eltern, in 28 Fällen nahmen die Eltern die Plätze nicht an.

Einen echten Engpass stellt die Stadtverwaltung aktuell nur in Laatzen-Mitte fest, wo rechnerisch 31 Plätze fehlen. Den Familien soll nun alternativ der Mittagstisch in der Quatschkiste angeboten werden. Die Stadt plant, dort weitere Betreuungsplätze schaffen. In Alt-Laatzen fehlen auf dem Papier vier Plätze, die Verwaltung verweist auf Kapazitäten in der Jugendkantine.

Nachfrage dürfte bei Umsetzung des Rechtsanspruchs steigen

Eine große Unbekannte ist in der Hortbedarfsplanung bislang unberücksichtigt: Der Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD auf Bundesebene sieht vor, einen Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung für Grundschüler zu schaffen. „Im Fall der Realisierung wird die Nachfrage deutlich zunehmen, da bislang fast ausschließlich nur Kinder berücksichtigt werden können, deren Eltern berufstätig sind“, warnt Thomas Schrader, Fachbereichsleiter Soziales bei der Stadt. Sollte dies umgesetzt werden, müssten wohl schon „in nächster Zukunft die richtigen Weichen gestellt werden“. Dabei setzt die Stadt auf einen Ausbau des Angebots an Ganztagsschulen und eine Zusammenführung der beiden bestehenden Betreuungssysteme. In der Hortsbedarfsplanung heißt es wörtlich: „Ein paralleles Fortbestehen von Horten einerseits und einem schulischen Ganztagsangebot andererseits ist finanzwirtschaftlich nicht zu vertreten.“ 

Von Johannes Dorndorf

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