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Nachrichten Fachausschuss legt Baufeld für EKS-Neubau fest
Umland Laatzen Nachrichten Fachausschuss legt Baufeld für EKS-Neubau fest
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19:45 27.02.2018
Der Neubau des Erich-Kästner-Schulzentrums ist als langer Riegel geplant, der von der früheren Hausmeisterwohnung vorbei an den Sporthallen und dem Forum bis weiter darüber hinaus nach Südosten reicht. Quelle: Daniel Junker
Laatzen-Mitte

 Gegen die Einwände mehrere anwesender Gymnasiallehrer hat der Stadtentwicklungsausschuss am Montag das Baufeld und damit den Standort für das neuen Erich-Kästner-Schulzentrums (EKS) festgelegt. Von drei untersuchten Varianten stimmte er mehrheitlich für die von der Ratsgruppe Integrierte Planung der Baumaßnahmen in Laatzen-Mitte empfohlenen Variante III. Diese sieht ein riegelartiges und dem Bebauungsplan nach bis zu viergeschossiges Gebäude vor, das parallel und zurückversetzt von der Marktstraße angeordnet ist. Die gerade erst sanierte Aula soll ebenso wie die Mensa und der F-Trakt als einziges erhalten und in den Neubau integriert werden und liegt nahezu in dessen Mitte. Die Lehrer, die erfolglos für ein größeres Baufeld und die Variante II östlich der Schulturnhallen geworben hatten, verließen nach der Abstimmung enttäuscht und mitunter verärgert die Sitzung.

EKG-Lehrerin Sigrun Otte-Spille bringt im Stadtentwicklungsausschuss ihre Kritik an der Baufeldvariante III für den Schulneubau vor. Quelle: Astrid Köhler

Der Riegel scheine ihr extrem schmal und an die Turnhallen gequetscht zu sein, sagte Gymnasiallehrerin Sigrun Otte-Spille, und die Ratsleute fragte sie: „Haben Sie sich mal in die Situation der Schüler oder die Pausensituation versetzt?“ Das Baufeld in der Variante III ließe nur ein in die Länge ausgerichtetes Gebäude zu. „Wir haben ein Riesenproblem, uns in langen Schläuchen eine pädagogische Arbeit vorzustellen“, so Otte-Spille. Auch mehrere Kolleginnen und Gymnasiallehrer Johannes Thoböll sprachen sich für ein größeres Baufeld aus, möglichst an anderer Stelle: „Wir haben steigende Schülerzahlen, das Gebäude platzt aus allen Nähten und die ganze Fläche hinter dem Forum bleibt in der Variante III frei – warum? “ 

Er und seine Kolleginnen kritisierten auch die bisherigen Beratungen und Planungen. Die Schulen hätten sich viel Arbeit mit dem pädagogischen Konzept gemacht, Workshops abgehalten und Stellungnahmen abgegeben, sagte Lehrerin Simone Matz: „Ich muss gestehen, ich bin fast ein bisschen wütend: Sämtliche Arbeit, die wir reingesteckt haben, wird nicht in Erwägung gezogen.“ 

In einer gemeinsamen Stellungnahme von Oberschule und Gymnasium, die dem Ausschuss vor der Abstimmung zuging, hieß es unter anderem: „Alle drei Vorschläge zu Lage und Größe der Bauflächen schnüren einen deutlich zu engen Rahmen und ermöglichen keine Umsetzung im Sinne der Schulen. Die städteplanerischen Aspekte und Perspektiven dominieren den pädagogischen Anspruch.“ 

Was ihnen fehle, sei die Abwägung unter dem Aspekt, dass in dem Neubau Schulleben stattfinden solle, sagte EKG-Lehrer David Freyer: „Unser großes Anliegen wäre es, dem Architekten die Möglichkeit zu geben, unser Konzept zu lesen.“ 

Das pädagogische Konzepte gehe „eins zu eins“ an den Architekten und werden bei der weiteren Planung berücksichtigt, betonte FDP-Ratsherr Gerhard Klaus, der auch der fünfköpfigen Arbeitsgruppe angehörte: „Auf einem Baufeld kann man kein pädagogsiche Konzept realisieren –nur in einem Gebäude.“ Im übrigen seien für den Schulneubau 850 Quadratmeter mehr Platz  für Schüler vorgesehen.

Dem Wunsch der Lehrer, das Baufeld noch einmal zu verändern oder zumindest nicht verbindlich festzulegen, wollte der Ausschuss nicht folgen. Er wisse nicht, was es für ein Sinn habe die Diskussion erneut zu führen, sagte der Vorsitzende Gerd Apportin,  zumal die Ratsgruppe einstimmig Variante III empfohlen habe. Das pädagogische Konzept komme an anderer Stelle zum Tragen, meinte auch Michael Riedel (SPD). Aktuell gehe es um den städtebaulichen Plan für das gesamte, laut Stadt 90.000 Quadratmeter große Gebiet mit Wohnbebauung, Kitastandorten und Wegebeziehungen und nicht nur um die Schule, so Riedel. 

Die vom Ausschuss gegen die Stimmen von Dreyer und Peter Jessberger (beide CDU) mehrheitlich beschlossene Variante III sieht nahe den Schulturnhallen noch Platz für eine weitere Kindertagesstätte vor. Ebenfalls als Vorteil gewertet wurde die Ausrichtung zur Stadtmitte, der Erhalt des Grün- und Sportlächenareals, und der weitestgehend unabhängig von dem später größtenteils abzureißenden Bestand zu erreichtene Neubau. Entlang der Marktstraße sind – wie auch schon in der Variante II – Häuser und in die Wohnbebauung integriert eine Kita geplant.

Von Astrid Köhler

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