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Umland Laatzen Nachrichten Seniorenbeirat rät zu "Notfalldose" im Kühlschrank
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00:17 11.09.2017
Im Notfall griffbereit: Fred Warnke vom Seniorenbeirat stellt die Notfalldose vor, die möglichst im Kühlschrank gelagert werden sollte - weil Rettungskräfte sie dort am schnellsten finden. Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de
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Laatzen-Mitte

Das weiße Plastikgefäß mit dem grünen Schraubdeckel ist etwas kleiner als eine 0,33-Liter-Getränkedose und passt in jeden Kühlschrank. Darin stecken ein beidseits bedrucktes DIN-A-4-Blatt, auf dem alle wichtigen Informationen eingetragen werden können: Persönlichen Angaben wie Name, Geburtsdatum, die Blutgruppe und Krankenkasseninformationen sowie Vorerkrankungen, mögliche Operationen, Medikamentengaben und Unverträglichkeiten. Außerdem können dort Kontaktadressen des Hausarzt, Pflegedienstes und von Angehörigen und festgehalten werden – und wo eine mögliche Patientenverfügung oder der Organspendeausweis liegt.

Gedacht ist die Notfalldose vor allem für ältere Menschen – Singles und Paare. Geeignet ist sie aber auch für jüngere sowie Familien. So können auch Menschen, die mit dem potenziellen Patienten in täglichem Kontakt stehen, Pflege benötigen oder von der Kita oder aus der Schule abgeholt werden, auf der Liste eingetragen werden.

Die Notfalldose kann an einem frei wählbaren Ort aufbewahrt werden. Empfohlen wird aber der Kühlschrank, weil der in jeder Wohnung schnell zu finden ist. Um Helfer im Ernstfall auf die Existenz der Dose hinzuweisen, liegen noch zwei Aufkleber bei: einer für die Innenseite der Tür und einer zweiter für den Aufbewahrungsort wie eben den Kühlschrank.

Bisher sei die Notfalldose eher in Süddeutschland verbreitete, erklärt Fred Warnke vom Seniorenbeirat Laatzen. Einigen Landkreise verteilten diese bereits kostenlos an Bürger. In der Region Hannover ist sie noch wenig bekannt. Warnke selbst lernte sie über den Landesseniorenbeirat kennen und will sie nun mit dem hiesigen Seniorenbeirat in Laatzen bekannt machen. Bei der Laatzener Feuerwehr und dem DRK-Rettungsdienst war er schon. Beide kannten die SOS-Box mit wichtigen Informationen noch nicht und waren von der Initiative des Seniorenbeirates und den Notfalldosen spontan sehr angetan.

"Für uns im täglichen Leben und der Praxis ist die Notfalldosen eine enorme Bereicherung. Wir können das nur befürworten", betont Frank Wöbbecke, stellvertretender Geschäftsführer der DRK-Hilfsdienste in der Region. Häufig kämen die Retter in die Wohnung von Alleinlebenden, bei denen die alle wichtigen Informationen an unterschiedlichen Stellen liegen und mühsam zusammengetragen werden müssten. Erst am Donnerstag seien die Notfalldosen Thema der Betriebsleiterrunde gewesen. Das Wissen, welche Infos sie enthalten und wo sie wie zu finden sind solle nun in die Mannschaften hineingetragen werden, so Wöbbecke: "Wenn die Retter nun den grünen Aufkleber sehen, wissen sie, dass sämtliche wichtigen Angaben in einer Dose hinterlegt ist, die im Kühlschrank steht."

Auch die Laatzener Feuerwehr ist begeistert. "In der Broschüre steht auch, ob Tiere zu versorgen sind und wer sich um sie kümmert", erklärt ihr Sprecher Gerald Senft. Dies sei eine wichtige Information für die Helfer. Immer wieder gebe es Einsätze, wo sich Feuerwehrleute einen Überblick wünschten, sagt Senft. Beispielhaft verweist er auf einen Fall mit angebranntem Essen in einem Privathaus, bei dem die Bewohnerin einen Alkoholwert von 3,8 Promille hatte. Ein inhaltsvolles Gespräch war so nur noch bedingt möglich. Auch im Falle einer sogenannten Türöffnung oder wenn die Feuerwehr ein neues Schloss einbauen muss, sei es praktisch eine Kontaktadresse zu kennen. Der Feuerwehrsprecher ist von der Notfalldose begeistert: "Das ist ein super plumpes Hilfsmittel".

Die Notfalldosen können über das Internet bestellt werden oder direkt beim Seniorenbeirat Laatzen bezogen werden. Die ersten 80 von 100 georderten Dosen sind bereits im Umlauf, weitere 500 bestellt. Sie sollen unter anderem beim Dorfbrunnenfest am Samstag, 16. September, sowie in den regelmäßigen Sprechstunden des Seniorenbeirates im Stadthaus und den Ortsteilen angeboten werden. "Wir wollen nichts damit verdienen", betont Warnke. Die Dosen würden daher zum Selbstkostenpreis von 2 Euro abgegeben.

Hersteller aus Bremen

Angeboten und Vertrieben wird die Notfalldosen von dem Unternehmer Nico Volbert, der in und von Bremen aus einen Hausnotrufdienst betreibt. Das Unternehmen Volbert Hausnotrufdienst gibt es nach eigenen Angaben seit 1997 und die Notfalldose wird von selbigem "seit 2014 exklusiv produziert". Über die Notfalldose berichtet haben bisher unter anderem die WDR Lokalzeit, das Hessische Fernsehen und SWR.

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Von Astrid Köhler

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