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Stadt legt Quote für sozialen Wohnungsbau fest 

Laatzen Stadt legt Quote für sozialen Wohnungsbau fest 

Die Stadt Laatzen schreibt neuerdings für Neubaugebiete einen Anteil an Sozialwohnungen vor: In bestimmten Bebauungsplänen muss ein Viertel des Wohnraums eine Sozialbindung bekommen.

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Die neue Sozialwohnungs-Quote könnte künftig beim Gleidinger Erdbeerhof (oben rechts) zum Tragen kommen. Für die Meravis-Pläne am Alten Markt in Alt-Laatzen (links) besteht hingegen Bestandsschutz, beim Bauprojekt an der Senefelderstraße (unten rechts) gibt es ohnehin schon eine Sozialbindung.

Quelle: Dorndorf

Laatzen.  Der wachsende Druck auf dem Laatzener Wohnungsmarkt belastet insbesondere Menschen mit kleinem Portmonnaie: Angesichts steigender Preise und der hohen Nachfrage wird es immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die Stadt Laatzen will nun mit einer besonderen Regelung gegensteuern. Bei allen vorhabenbezogenen Bebauungsplänen soll künftig eine Sozialwohnungsquote von mindestens 25 Prozent festgeschrieben werden.

Eingebracht hatte den Vorschlag die Ratsgruppe SPD/Grüne/Linke/Heinz Scheibe bereits Ende November, beschlossen wurde sie vor kurzem vom Rat der Stadt – auch mit Stimmen von CDU, FDP und GFW. „Gerade einkommensschwache Menschen finden auf dem freien Wohnungsmarkt in Laatzen keine finanzierbaren Wohnungen mehr“, begründete der SPD-Fraktionsvorsitzende Ernesto Nebot den Vorstoß. „Für die Zukunft könnte das Festlegen eine Quote Fehlbedarfen eintgegenwirken, wenn Investoren verpflichtet werden können, mehr sozial geförderten Wohnraum anzubieten.“ 

Anwendbar wäre die Quote allerdings nur bei Flächen, für die die Stadt vorhabenbezogene Bebauungspläne beschließt. Im Gegensatz zu normalen Wohngebieten wird dort ein Vorhaben- und Erschließungsplan mit beschlossen, in dem das Vorhaben zeichnerisch genauer dargestellt ist. Außerdem schließt die Stadt mit dem Investor einen Durchführungsvertrag, in dem gesonderte Vereinbarungen getroffen werden können. „Über den Vertrag kann die Quote zum Sozialwohnungsbau rechtsverbindlich durchgesetzt werden“, erläutert Stadtsprecher Matthias Brinkmann das Verfahren – bei klassischen Bebauungsplänen wäre so etwas nicht möglich.

Ausschließlich hochpreisige Vorhaben wie etwa die Meravis-Bebauung am Alten Markt in Alt-Laatzen sind mit der neuen Regelung nicht mehr möglich: Bei dem Projekt hatte die Stadt zwar Wünsche wie den Erhalt des denkmalgeschützten Flebbehofs durchgesetzt. Für Menschen mit geringem Einkommen und Vermögen sind die Wohnungen jedoch kaum erschwinglich. „Bei einem ähnlichen neuen Projekt würde die Quote für den Sozialen Wohnungsbau gelten“, sagt Brinkmann.

Laufende Verfahren sind von der Regelung ausgeschlossen. So gibt es – ähnlich wie am Alten Markt – keine entsprechenden Regelungen für die Neubebauung der Gleidinger Ritterstraße. Allerdings hatte die Stadt zuletzt ohnehin darauf geachtet, auf den Bau von Sozialwohnungen hinzuwirken: Bei dem geplanten Mehrfamilienhaus an der Senefelderstraße in Laatzen-Mitte etwa wurde sogar eine noch höhere Quote vereinbart. Dort war die Stadt Grundstückseigentümerin. Für die Neubebauung am Rethener Kirchweg in Grasdorf gebe es wiederum eine Zusage des Investors, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, heißt es im Rathaus. 

Das erste neue Projekt, bei dem die jetzt beschlossene Sozialwohnungsquote greifen könnte, wäre der zweite Bauabschnitt des Gebiets Am Erdbeerhof zwischen Rethen und Gleidingen, wo das Verfahren zur Bauleitplanung noch nicht begonnen hat. 

Von Johannes Dorndorf

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