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Umland Laatzen Nachrichten Jeder Dritte fühlt sich in Laatzen unsicher
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00:17 23.09.2017
Von Johannes Dorndorf
Heiko Henning von der Stadt Laatzen stellt die Ergebnisse des Bürgerpanels den 80 Zuhörern in der Albert-Einstein-Schule vor. Quelle: Dorndorf
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Laatzen

Die Beteiligung an der Befragung war groß - angesichts des Themas kein Wunder: "Sicherheit und Sauberkeit in Laatzen" ist ein Thema, das in der öffentlichen Diskussion immer wieder auf der Tagesordnung steht. Von 2033 angeschriebenen Personen antwortet diesmal 1329. Die Beteiligung lag damit bei 65 Prozent, wie Stadt-Mitarbeiter Heiko Henning am Dienstagabend bei der Vorstellung der Ergebnisse in der Albert-Einstein-Schule ausführte. Die Ergebnisse sind weitgehend repräsentativ, allerdings sind Bewohner über 60 Jahre leicht über- und Menschen unter 40 unterrepräsentiert.

Auf die Kernfrage, wie sicher sie sich in Laatzen fühlen, antworteten lediglich rund 31 Prozent, sie fühlten sich "sehr sicher" oder "sicher". 38 Prozent gaben "eher sicher" an. 20 Prozent empfinden die Stadt hingegen als "eher unsicher", 11 Prozent sogar als "unsicher" oder "sehr unsicher".

Das Sicherheitsempfinden variiert geografisch: Während sich auf die Stadt bezogen 31 Prozent tendenziell unsicher fühlen, sind es im eigenen Stadtteil nur 17 Prozent, im direkten Wohnumfeld sogar nur 14 Prozent. Besonders kritisch wird dabei Laatzen-Mitte gesehen: So fragte die Stadt die Teilnehmer danach, wo sie konkret Straßen, Wege und Plätze mieden. Laatzen-Mitte lag mit 713 Nennungen mit weitem Abstand vor Rethen (195) und Alt-Laatzen (75). So gut wie keine Klagen gibt es hingegen in über Gleidingen (13), Ingeln-Oesselse (12) und Grasdorf (11).

Als besonders problematisch wird der Bereich rund ums Leine-Center gesehen: Jeder Fünfte (22 Prozent) meidet das Center und sein Umfeld. Viele Nennungen erhielten auch die Grand-Quevilly-Passage, die Stadtbahnhaltestellen - vor allem die Rethener Schleife -, der Heidfeldtunnel, der Alt-Laatzener Rathauspark sowie die Bereiche Marktplatz/Marktstraße und Am Wehrbusch.

Auslöser des Unsicherheitsgefühls sind vor allem Personen, die Alkohol trinken oder Drogen nehmen, sowie verunreinigte Bereiche, Gruppen von Jugendlichen und freilaufende Hunde. Gefragt wurde auch nach dem Sicherheitsgefühl bei Nacht: Die genannten Punkte waren die gleichen, angeführt allerdings von den Angaben "Tunnel und Unterführungen" und "defekte Straßen- und Wegebeleuchtung". Auch in Parks und Grünanlagen fühlen sich die Laatzener nachts unwohl.

Schulnoten konnten die Bürger hinsichtlich der Präsenz der Behörden verteilen. 24 Prozent gaben der Polizei die Note 1 oder 2, 38 Prozent eine 3. 19 Prozent vergaben eine 5 oder 6. Die Stadt bekam etwas schlechtere Noten - 28 Prozent vergaben eine 5 oder 6. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) wünschen sich deshalb mehr Polizeipräsenz, um das Sicherheitsgefühl zu verbessern. Als Verbesserungsvorschläge genannt wurden auch eine bessere Beleuchtung (19 Prozent), mehr Kontrollen (12), mehr Präsenz durch das Ordnungsamt der Stadt (8) und ein härteres Durchgreifen bei Fehlverhalten (8).

So geht es weiter: Stadtrat Axel Grüning kündigte an, dass die Ergebnisse der Befragung nun detalliert ausgewertet werden sollen. "Wir werden nicht alle Probleme lösen können. Aber wir werden Maßnahmen erarbeiten und dann darüber berichten", sagte Grüning. Erörtern will die Stadt die Ergebnisse insbesondere mit der Polizei. Die Detailergebnisse der Befragung sollen am 25. September auf laatzen.de veröffentlicht werden.

Die Ergebnisse der Befragung zur Sauberkeit

Die mangelnde Sauberkeit im Laatzener Stadtbild ist ein Dauerthema in Laatzen. Das wurde auch bei der Befragung deutlich: Zwar hält mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) Laatzen mindestens für "eher sauber", aber das Prädikat "sehr sauber" oder "sauber" vergaben nur 17 Prozent. Auch hier liegt Laatzen-Mitte hinten: Befragt nach ihrer eigenen Ortschaft, halten nur 55 Prozent der Menschen in Laatzen-Mitte ihren Stadtteil für "eher sauber" oder besser. Am saubersten ist es demnach in Ingeln-Oesselse (86 Prozent), gefolgt von Grasdorf (82), Gleidingen (80), Rethen (77) und Alt-Laatzen (68).

Konkret stören sich die Befragten am Umfeld von Glas-, Papier- und Altkleidercontainern. Oft genannt wurden auch - in dieser Reihenfolge - der Bereich Lange Weihe, das Leine-Center samt Umfeld, die Wülferoder Straße, der Bereich Marktstraße/Marktplatz/Marktteich sowie Grünflächen und Parks.

Gefragt wurde auch nach diesen Aspekten:

Zufriedenheit mit Straßenreinigung: Tendenziell zufrieden sind die Laatzener mit der öffentlichen Straßenreinigung - drei Viertel gaben "eher zufrieden" oder besser an. 13 Prozent sind hingegen "unzufrieden" oder sogar "sehr unzufrieden".

Verbesserungsvorschläge: Die große Mehrheit der Befragten favorisiert innerhalb einer Liste von Vorschlägen - in dieser Reihenfolge - mehr Ordnungsstreifen im Stadtgebiet, eine häufigere Mitnahme von Müll durch den Betriebshof, häufigere Reinigung von Grünflächen und mehr Papierkörbe. Zusätzlich konnten die Befragten eigene Vorschläge machen. Mehr als ein Fünftel nannte ein stärkeres Ahnden der Vergehen, gefolgt vom Bemühen um Aufklärung/Sensibilisierung und vom Aufstellen von Hundekottütenspendern.

Meldesystem der Stadt: Gemeldet werden können Missstände mit dem städtischen Meldesystem "Sag's uns einfach" auf der Internetseite laatzen.de. Das Problem: 61 Prozent der Befragten war dieses System bislang unbekannt. 85 Prozent gaben an, es nutzen zu wollen.

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