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Studierende kartieren Waldohreulen in der Masch

Laatzen/Hemmingen/Pattensen/Hannover Studierende kartieren Waldohreulen in der Masch

Studierende des Fachs Umweltplanung untersuchen in diesem Winter erneut die Schlafplätze von Waldohreulen. In den nächsten Wochen sind sie auch in Grasdorf mit Fernglas, Klemmbrett und Karten unterwegs.

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Studierende der Landschaftsarchitektur und Umweltplanung an der Universität Hannover kartieren in Grasdorf Bäume, in denen sich Waldohreulen Schlafplätze gesucht haben.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen/Hemmingen/Pattensen. Studierende der Universität Hannover setzen das Kartierungsprojekt fort, mit dem der Bestand von Waldohreulen (wissenschaftlich: Asio otus) in Grasdorf ermittelt werden soll. Mit dem diesjährigen Durchgang knüpft die Gruppe an die Kartierung aus dem Winter 2015/2016 an. „Damals wurden im Raum Hemmingen, Pattensen und Laatzen insgesamt neun Schlafbäume der Waldohreule entdeckt“, sagt Projektleiter Stefan Rüter, der auch Mitglied im Nabu Laatzen ist. „Die Wintergesellschaften in diesen Bäumen umfassten zwischen zwei und 15 Eulen.“ Mit der diesjährigen Beobachtung wollen die Studierenden des Fachs Landschaftsarchitektur und Umweltplanung herausfinden, ob die Bäume weiterhin von den Eulen besetzt werden und ob sich die Anzahl der Tiere verändert hat. Bei der ersten Begehung in dieser Woche haben die Teilnehmer bereits einige Tiere ausfindig machen können. Auch die Bäume in Hemmingen und Pattensen werden in diesem Jahr wieder untersucht.

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Studierende der Universität Hannover kartieren in Grasdorf Schlafplätze von Waldohreulen. Sie wollen deren Bestand ermitteln und die Bevölkerung für den Erhalt der Lebensräume sensibilisieren.

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Im Bereich der Sudewiesenstraße in Grasdorf befanden sich damals vier Schlafbäume, in denen die Studierenden jeweils drei, fünf, zwölf und 15 Eulen beobachtet hatten. „Wir wollen nun im Winter 2017/2018 untersuchen, ob die damals festgestellten Schlafbäume immer noch besetzt sind und wie viele Eulen dort sind“, sagt Rüter. In den nächsten Wochen werden kleinere Studentengruppen die Bäume mehrmals aufsuchen und die Tiere zählen. Dafür warten sie bis zum Sonnenuntergang. „Dann fliegen die Eulen aus den Bäumen, um sich Nahrung zu suchen.“  Ganz einfach sind die Zählungen bei der Ausflugkontrolle nicht – denn häufig verlassen die nachtaktiven Vögel ihre Schlafplätze in Gruppen. Mitunter vermischen sich dabei die Bewohner der einzelnen Bäume. „Ihr müsst aufpassen, dass ihr die Eulen nicht doppelt zählt“, gab Rüter den Studierenden einen Tipp mit auf den Weg.

In diesem Jahr hat sich die Projektgruppe neu formiert, um die Untersuchung fortzusetzen. Zusätzlich wollen die Studierenden das Untersuchungsgebiet auf Ricklingen, Wettbergen und Bornum ausweiten. „Wir haben uns im Vorfeld überlegt, welche Gebiete geografisch Sinn machen“, sagt Rüter. „Die Stadtteile schließen direkt an das Hemminger Untersuchungsgebiet an, und hier wurde zuvor noch niemals nach den Eulen gesucht.“  

Um die Schlafplätze zu finden, will die Projektgruppe die Bevölkerung auf unterschiedlichen Wegen zur Mitarbeit auffordern. „Wir sind dabei auf Hinweise angewiesen“, sagt Studentin Franziska Larisch. Dafür setzt die Gruppe auch soziale Netzwerke ein. „Wir haben zum Beispiel den Facebook-Account waldohreule.ricklingen und die E-Mail-Adresse waldohreulen.ricklingen@web.de angelegt“, ergänzt Larissa Wolff. Wer Bäume mit Eulen sieht, wird gebeten, den Studierenden die Standorte weitermelden. Hinweise für Eulen seien zum Beispiel Kotspuren in der Nähe von Bäumen oder auf dem Boden liegende Gewölle. Das Untersuchungsgebiet in Grasdorf will die Gruppe hingegen nicht ausweiten. „Das würden wir gar nicht schaffen“, lautet die einfache Begründung. 

Mit dem Forschungsprojekt wollen die Studierenden mehr über die Tiere Erfahren. „Waldohreulen sind kaum untersucht, man weiß nur sehr wenig über die Tiere“, sagt Rüter. Bedroht seien die Vögel zwar nicht. „Der Mensch greift aber immer  mehr in den Lebensraum der Eulen ein.“ Viele Tiere würden Bäume in privaten Gärten als Schafplatz nutzen, es würden aber immer mehr Bäume gefällt. Die Studierenden wollen die Bürger daher auch im Rahmen der Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit über die Tiere informieren. 

Von Daniel Junker

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