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Umland Laatzen Nachrichten Verlässt das Luftfahrtmuseum Laatzen?
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00:25 01.08.2015
Von Johannes Dorndorf
Noch ist die Sammlung Leonhardt in den früheren Speditionsräumen an der Ulmer Straße in Laatzen untergebracht. Quelle: Alexander Körner
Laatzen

Schon seit einigen Jahren klagen die Betreiber des Luftfahrtmuseums an der Ulmer Straße über geringe Besucherzahlen. Knapp 10.000 Besucher kamen im vergangenen Jahr in die Ausstellung - weit weniger als in vergleichbare Museen.

Jetzt zieht der Trägerverein offenbar Konsequenzen. „Wir prüfen alle Möglichkeiten, die ein langfristiges Überleben der Sammlung sichern“, sagt der Vereinsvorsitzende Marcus Leonhardt, dessen Vater Günter Leonhardt das Museum aufgebaut hatte. „Dazu gehören auch Gespräche mit potenziellen anderen Partnern unter Berücksichtung einer Standortverlegung.“

Eine Entscheidung sei nicht gefallen, betont Leonhardt, es fänden jedoch „viele Vorgespräche“ statt. Es sei zudem ein „Letter of Intent“ ausgetauscht worden, der es beiden Seiten erlaube, sich mit der Prüfung einer solchen Standortverlagerung zu beschäftigen.

Ein wichtiger Grund für die Pläne sind die Besucherzahlen. „Man muss prüfen, ob ein anderer Standort geeignet ist, der höhere Zahlen verspricht. Die schönste Sammlung der Welt nützt nichts, wenn sie keine Aufmerksamkeit erfährt“, sagt Leonhardt. Dabei gehe es auch darum, neuere Aspekte der Luftfahrt- und Raumfahrttechnik aufzunehmen. „Die Luftfahrtgeschichte endet ja nicht in den Achtzigerjahren.“

Die Planungen sind nach Angaben des Flughafens Paderborn-Lippstadt noch nicht abgeschlossen. „Es gibt noch nichts Konkretes“, sagte eine Sprecherin. Aufsichtsrat und Gesellschafter müssten noch zustimmen. Fakt ist, dass die Stadt Büren, auf dessen Gebiet der Flughafen liegt, die Bauleitplanung bereits auf den Weg gebracht hat.

Initiator ist der Lippstädter Unternehmer und Flugzeugliebhaber Dirk Sadlowski, der am Flughafen Paderborn mit zwei Partnern den 2014 eröffneten „Hangar II“ als Ausstellungs- und Wartungsort für historische Flugzeuge betreibt. In der Nähe gibt es zudem seit 2011 den Quax-Hanger, der ebenfalls alte Maschinen zeigt. Geplant sei ein 15-Millionen-Euro-Bau mit einer Fläche von 8000 Quadratmetern, sagt Sadlowski: „Wir wollen eine Art fliegendes Museum errichten.“ Maschinen würden flugfähig restauriert, sodass sie per Direktanschluss an die Landebahn wieder abheben können. Der erste Spatenstich sei für 2017 geplant - frühestens. Das Geld stamme von privaten Investoren.

Sollte der Umzug Wirklichkeit werden, werde der Geist der Laatzener Sammlung erhalten, versichert Sadlowski. „Wir werden uns auf die Dreißiger- bis Fünfzigerjahre konzentrieren.“ Die Besucher sollen die technische Entwicklung dieser Zeit nachvollziehen können - „wir wollen die Leute begeistern“. Architektonisch sei eine zur damaligen Zeit passende Gestaltung im Art-déco-Stil geplant.

Museum wurde 1992 gegründet

Die Luftfahrt war seine Leidenschaft: Über Jahrzehnte hinweg hat der Hannoveraner Günter Leonhardt eine riesige Sammlung an historischen Flugzeugen und Modellen aufgebaut. Dies mündete 1992 in der Gründung des Luftfahrtmuseums in den Hallen seiner ehemaligen Spedition an der Ulmer Straße in Alt-Laatzen. Schon vor seinem Tod 2011 hatte Leonhardt immer wieder betont, dass eine Verlegung des Museums denkbar sei, die Sammlung aber nicht geteilt werden solle. Seinerzeit gab es Pläne einer Verlegung an den Flughafen Langenhagen, die platzte. Das Museum umfasst etwa 4500 Exponate, darunter 36 Flugzeuge, 673 Modelle und 31 Motoren und Triebwerke.

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