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00:15 20.01.2017
Von Johannes Dorndorf
Die Stadt Laatzen prüft, nach 2014 erneut die Hundesteuer zu erhöhen. Quelle: Daniel Naupold
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Laatzen

Eine Vorentscheidung zu dem Vorschlag fällt Anfang März -dann beschließt der Rat der Stadt über den im Dezember von Bürgermeister Jürgen Köhne vorgelegten Etat für 2017 und das dazugehörige Haushaltssicherungskonzept. Hundehaltern dürfte einer der Vorschläge, die das Papier enthält, besonders übel aufstoßen: Erneut sollen sie zur Verringerung des Defizits beitragen.

Jährlich zwölf Euro mehr will die Stadt ab 1. Januar 2018 pro Hund nehmen. Der erste Hund würde seinen Halter dann 108 statt bislang 96 Euro kosten, jeder weitere Hund würde mit 156 Euro zu Buche schlagen. Es ist nicht die erste Erhöhung in jüngster Zeit: Bereits zum 1. Januar 2014 hatte die Stadt die Steuer um den gleichen Betrag angehoben - bis dahin kostete der erste Hund 84 Euro.

Den städtischen Haushalt würde die Summe freilich nur unmerklich entlasten. Derzeit sind in Laatzen 1562 Ersthunde, 171 Zweithunde und 58 weitere Hunde sowie zwei Hunde, die als gefährlich gelten, gemeldet. Die Halter fünf weiterer Tiere sind von der Hundesteuer befreit. Eine Steuererhöhung würde der Stadtkasse vor diesem Hintergrund gerade einmal 20.000 Euro bringen - bei einem für 2017 geplanten Defizit von 11,1 Millionen Euro im Ergebnishaushalt ein Tropfen auf den heißen Stein.

Mehreinnahmen erhofft sich die Stadt auch durch einen weiteren Sparvorschlag. So erwägt die Verwaltung, die Zahl der Hundesteuerpflichtigen zu überprüfen. "Durch die Aufdeckung von bislang nicht steuerlich erfassten Hunden könnten zusätzliche Erträge generiert werden", heißt es. Wie hoch diese Dunkelziffer ist, lasse sich nur auf Grundlage bisheriger Erfahrungswerte und der anderer Kommunen schätzen. "Bei der Größenordnung Laatzens ist davon auszugehen, dass es neben den angemeldeten Hunden noch circa 15 bis 20 Prozent nicht ordnungsgemäß gemeldete Hunde gibt", sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann.

Zeitgleich prüft die Stadt, die Hundesteuermarken auszutauschen. Bei noch zu verstärkenden Kontrollen könnten die Tiere so hinsichtlich der Besteuerung besser überprüft werden. Finanziell herumkommen dürfte freilich auch dabei nicht viel: Die Mehreinnahme schätzt die Verwaltung auf etwa 2000 Euro jährlich.

Über diese geringen Effekte ist man sich natürlich auch im Rathaus bewusst. Als Bürgermeister sei es seine Pflicht, Lösungsansätze zur Verringerung des städtischen Defizits anzubieten, sagte Bürgermeister Jürgen Köhne unlängst im Gespräch mit dieser Zeitung: "Wir haben keine Millionensummen, die wir sonst generieren können - da müssen wir uns auch mit kleineren Beträgen beschäftigen."

So viel kostet die Hundesteuer in Laatzen

Die Höhe der Hundesteuer hängt in Laatzen von der Anzahl und Art der Tiere ab. Für den ersten Hund zahlen Halter derzeit 96 Euro jährlich, jeder weitere Hund kostet 144 Euro. Halter von gefährlichen Hunden zahlen sogar 624 Euro für das erste Tier, jedes weitere kostet 800 Euro. Als gefährlich gehlten Hunde, "bei denen nach ihrer besonderen Veranlagung, Erziehung und/oder Charaktereigenschaft die erhöhte Gefahr von Verletzungen von Personen besteht oder von denen eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgehen kann", heißt es in der Hundesteuersatzung der Stadt Laatzen. Dies gelte auch für Tiere, die öffentlich aggressiv aufgetreten sind.

Von der Hundesteuer befreit sind Diensthunde staatlicher und kommunaler Einrichtungen sowie Tiere, die im sonstigen öffentlichen Interesse gehalten werden. Keine Steuer fällt auch für Blindenhunde sowie für Hunde an, die sich weniger als zwei Monate in Laatzen aufhalten und andernorts gemeldet sind. Einen um 50 Prozent ermäßigten Steuersatz zahlen Halter von Wachhunden.

Steuersatz liegt im Mittelfeld

Im Vergleich zu anderen Regionskommunen liegt Laatzen bei der Bemessung des Hundesteuersatzes im Mittelfeld. Nach einer Erhebung des Bundes der Steuerzahler aus dem Jahr 2016 liegt die Stadt gleichauf mit vielen anderen Regionskommunen wie Wunstorf, Garbsen, Springe, Ronnenberg und Isernhagen, die ebenfalls 96 Euro für den ersten Hund berechnen. Befragt hatte der Bund der Steuerzahler Kommunen ab 20.000 Einwohnern. Spitzenreiter war Seelze mit 158 Euro, gefolgt von Hannover (132 Euro) und Barsinghausen (118). Am wenigsten nahmen Burgwedel (60 Euro), Sehnde (63) und die Wedemark (67,49).

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