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Laatzen Experte gibt Tipps zur Schaffung von Ganztagsschulen
Umland Laatzen Experte gibt Tipps zur Schaffung von Ganztagsschulen
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02:19 10.03.2018
Christoph Honisch gibt Tipps zur Errichtung von Ganztagsschulen. Quelle: Stephanie Zerm
Laatzen-Mitte

 Kommt der Rechtsanspruch auf Ganztagsschulen für Grundschüler? Die Stadt Laatzen bereitet sich schon einmal darauf vor und hat am Dienstagabend in der Mensa der Albert-Einstein-Schule (AES) die Debatte dazu eröffnet. Christoph Honisch vom Institut für Sozialpädagogische Praxisforschung Kinder- und Jugendarbeit in Berlin gab Tipps zur Einrichtung von Ganztagsschulen und wies auf mögliche Probleme und Fallstricke hin.

Dabei machte er deutlich, dass ein Umdenken erforderlich sei. „Wir müssen eine komplett neue Schulform schaffen.“ Die Schule müsse dabei im Zentrum stehen, die übrigen Angebote sollten sich daran anschließen. „Die Ganztagsschule funktioniert ähnlich wie ein Hybridauto“, erklärte Honisch. „Unterschiedliche Systeme dienen dazu, ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Nämlich von A nach B zu kommen.“

Bei der Ganztagsschule müssten Schule, Jugendarbeit, Eltern sowie Vereine und Verbände an einem Strang ziehen. Dies berge jedoch auch viele Probleme. Vor allem zwischen Schule und Jugendarbeit gebe es viele Widersprüche. So sei in der Schule alles verpflichtend, während in der Jugendarbeit auf Konsens gesetzt werde.

Bei der Einbeziehung von Partnern wie Vereinen und Verbänden muss aus Sicht Honischs großer Wert auf Qualifikation und Kontinuität gesetzt werden. Verbände seien schnell überfordert, wenn sie sich allein der Aufgabe annähmen. Auch benötigten sie finanzielle Unterstützung. Denn eine verlässliche Finanzierung nimmt laut Honisch einen hohen Stellenwert ein.

In diesem Zusammenhang machte Honisch deutlich, dass für ihn der Trend ganz klar dort hingeht: Ganztagsschulen erführen eine immer breitere Akzeptanz und dienten dazu, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten. Für Laatzen empfahl er, eine Schule als Modell für eine vorbildliche Ganztagsschule auszustatten, um dann auch in den anderen Schulen etwas anzustoßen.

Insgesamt waren 45 Zuhörer zu dem Vortrag gekommen, darunter auch Verwaltungsmitarbeiter aus umliegenden Kommunen sowie Vertreter von Schulen und Vereinen aus Laatzen, die die Stadt zuvor eingeladen hatte. Bei der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass vieles zum Thema Ganztagsschule noch nicht abschließend geklärt ist. So zielten viele Fragen nicht nur auf die Umsetzbarkeit, sondern auch auf das pädagogische Konzept. Doch ein solches gibt es laut Christoph Honisch noch nicht. „Die Ganztagsschule ist eine Betreuungsschule“, erklärte er. „Ein Bildungsauftrag ist dabei reine Ideologie.“  Vor allem solle das Nachmittagsangebot den Kindern Spaß machen.

Für Fachbereichsleiter Thomas Schrader war der Vortrag Auftakt für einen längeren Prozess zum Thema Ganztagsschulen. „Wir gehen davon aus, dass der Rechtsanspruch kommt und wollen dann vorbereitet sein.“ Zurzeit bieten drei der insgesamt sieben Grundschulen im Stadtgebiet ein offenes Ganztagsangebot. Für den 19. April lädt die Stadt daher zu einem weiteren Vortrag ein. Ab 18 Uhr geht es dann im Erich-Kästner-Schulzentrum um die Wünsche der Kinder. 

Von Stephanie Zerm

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