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Laatzen Delegation aus Tunesien besucht Öko-Schutzstation
Umland Laatzen Delegation aus Tunesien besucht Öko-Schutzstation
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16:01 12.12.2018
Umweltschützer aus dem Nordwesten Tunesiens informieren sich in der Leinemasch und in der Ökologischen Station Mittleres Leinetal (ÖSML) über Schaffung eines Netzwerkes für den Naturschutz. Quelle: Daniel Junker
Grasdorf

Wird die Ökologische Schutzstation Mittleres Leinetal (ÖSML) in Grasdorf Vorbild für ein Naturschutz-Netzwerk in Tunesien? Eine Delegation von Naturschützern aus Tunesien hat sich am Mittwoch über die Arbeit der Grasdorfer Station informiert, die 2015 im ehemaligen Igelhaus an der Ohestraße eröffnet wurde. Die Vertreter aus vier Regierungsbezirken im Nordwesten des nordafrikanischen Landes gehören zu einer Gruppe, die in den Verwaltungsbezirken Beja, El Kef, Jendouba und Siliana ein Netzwerk aus Nichtregierungsorganisationen (NGO) für den Umwelt- und Naturschutz aufbauen wollen.

Umweltschützer aus dem Nordwesten Tunesiens informieren sich in der Leinemasch und in der Ökologischen Station Mittleres Leinetal (ÖSML) über die Schaffung eines Netzwerkes für den Naturschutz..

Insbesondere wollten die Besucher wissen, wie die ÖSML unterschiedliche Landschaftsnutzer und deren Interessen zusammenbringt und die Arbeit zwischen den Naturschutzverbänden und den Behörden koordiniert. „Der Naturschutz wird viel von Freiwilligen gemacht“, sagte der wissenschaftliche Mitarbeiter Kai-Olaf Krüger. „Es gibt bei ihnen dafür aber nicht genügend Ressourcen.“ Insbesondere die wissenschaftliche Arbeit, das Konfliktmanagement – zum Beispiel hinsichtlich der Wiederansiedlung des Bibers – sowie die Koordination mit staatlichen Stellen könnten Ehrenamtliche nur ansatzweise leisten. Die ÖSML sei eine solche Schnittstelle, die auch runde Tische einberufe.

Krüger nannte die divergierenden Interessen der Landwirtschaft, der Fischerei, die Wassergewinnung und Naherholung als Beispiele. „Viele Leute aus dem Naturschutz wissen zum Beispiel wenig über die Interessen der Landwirtschaft. Die Landwirte sind immer gleich die bösen Leute. Das stimmt so aber nicht.“ Die Mitarbeiter der Station bemühten sich darum, die Interessen aller Beteiligten zu zusammenzubringen. „Im Natur- und Landschaftsschutz 95 Prozent sind Menschen-Management und fünf Prozent Landschaftsmanagement“, brachte von Eick von Ruschkowski überspitzt auf den Punkt. Der frühere Laatzener Nabu-Vorsitzende und jetzige Direktor der Alfred-Toepfer-Akademie für Naturschutz, führte die Besucher durch die Leinemasch.

„Wir beschäftigen uns mit den selben Dingen, es gibt in unserer Region ähnliche Konflikte zwischen der Natur, den Nutzern und den Leuten, die rundherum leben“, sagte Majdi Calboussi von der Tunisia Network Association. Die Gruppe will deshalb Informations- und Aktionszentren für NGOs aufbauen und ein Netzwerk installieren, in dem sich Bürgerinitiativen aus dem Umwelt- und Naturschutz austauschen und miteinander kooperieren können. Zudem sollen Ehrenamtliche für die Mitarbeit im Informationszentrum qualifiziert werden.

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt gefördert. Als Kooperationspartner sind in Deutschland der BUND-Landesverband Niedersachsen und die Naturschutz-Akademie Niedersachsen sowie in Tunesien die Association Sidi Bou Zitoun (ASBZ) sowie die Association Tunisienne pour le Tourisme Équitable et Solidaire (A.T.T.E.S.) beteiligt.

Von Daniel Junker

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