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Langenhagen So stellen sich Schüler eine bessere Welt vor
Umland Langenhagen So stellen sich Schüler eine bessere Welt vor
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00:19 23.02.2019
Agenda 2030: IGS-Schüler setzen sich für eine nachhaltige Entwicklung ein und werden dabei von Stadtverwaltung und Politik unterstützt. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

Auch die Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Langenhagen beschäftigen sich jetzt mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.Im Dezember hatte der Langenhagener Rat beschlossen, dass die Stadt die Erklärung zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung unterzeichnet. Nach den bereits vor Jahren angeschobenen Projekten – wie etwa dem öffentlichen Blumen- und Gemüsegarten in Kaltenweide oder der fortwährenden Partnerschaft zwischen Langenhagen und der Stadt Bijeljina in Bosnien-Herzegowina – ist seit dem zweiten Schulhalbjahr auch die Integrierte Gesamtschule Langenhagen in den Agendaprozess eingestiegen, mit dem sich die Schüler nun künstlerisch auseinandersetzen wollen.

„Unsere Klasse 11.1 beschäftigt sich seit einiger Zeit mit den Zielen der Agenda 2030“, sagte IGS-Leiter Timo Heiken am Mittwoch bei der Vorstellung des Schulprojekts. „Es war ihre Idee, sie für Außenstehende zu visualisieren und so das wichtige Ansinnen der Resolution bekannter zu machen.“ Somit seien die Schüler auf die Lehrer zugekommen und nicht umgekehrt, lobte Heiken. Die Agenda umfasst 17 Ziele, die auch mit Blick auf die sogenannten Entwicklungsländer kreiert und im Jahr 2015 von den Vereinen Nationen verabschiedet wurden.

Ziele der Agenda sind zentrale Themen

Die 16- bis 17-Jährigen wollen den doch eher abstrakten Ansinnen der Agenda im Unterricht eine konkrete Erscheinungsform verleihen. Dafür bauen sie Kästen aus Plexiglas, für die die Stadt Langenhagen das Material kostenlos zur Verfügung gestellt hat, die sie jeweils unterschiedlich künstlerisch gestalten. Den 17 Zielen sind fünf Kernbotschaften als sogenannte Handlungsprinzipien vorangestellt: Die Würde des Menschen steht im Mittelpunkt, der Planet soll geschützt werden, Wohlstand wird ebenso angestrebt wie Frieden weltweit, globale Partnerschaften sollen ausgebaut werden. „Für junge Generationen sind das die zentralen Themen“, betont Heiken. „Natürlich beschäftigt es sie, in welcher Welt sie leben werden.“

Anstatt mahnend nur den Zeigefinger zu erheben, haben sich die Schüler für einen vermittelnden Weg entschieden und setzen ihre Ideen visuell um. So befasst sich der 16-jährige Lasse etwa mit Ziel Nummer elf, das vorsieht, Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu bauen. Deshalb schwebt ihm unter anderem vor, verstärkt Mehrgenerationenhäuser zu bauen. Die 17-jährige Kinga hat sich das Ziel sechs und damit die nachhaltige Verfügbarkeit und Bewirtschaftung von Wasser- und Sanitärversorgung ausgesucht. Ihr sei wichtig, dass die Menschen auch in ärmeren Ländern stets Zugang zu sauberem Wasser erhalten, sagt sie. Für die ein Jahr jüngere Ina geht es um eine inklusive, gerechte und hochwertige Bildung für alle, so wie es in Ziel vier der Agenda festgehalten ist.

Stadt unterstützt Schulprojekt nicht nur materiell

Die Stadtverwaltung unterstütze die Schüler nicht nur mit Geld, sondern auch mit Rat und Tat, erläutert Regine von der Haar, im Rathaus für Sonderprojekte zuständig. Bürgermeister Mirko Heuer bezeichnete es am Mittwoch bei einem Besuch in der Schule als „nur logischen Schritt“, dass die Stadt die Resolution unterzeichnet habe. Das Besondere an dieser Vereinbarung: Sie zielt darauf ab, Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene zu gestalten. „Das Engagement der Schülerinnen und Schüler ist deshalb sehr wertvoll für uns. Bessere Multiplikatoren für diese wichtigen Themen kann man sich kaum wünschen.“

„Ihr könnt wirklich was bewegen“, warb Heuer schließlich auch in der IGS und nannte dort unter anderem Greta Thunberg aus Schweden als positives, flammendes Beispiel. Die erst 16-jährige Schülerin macht sich seit Monaten als Teil der europaweiten Bewegung ,Fridays for Future’ an vorderster Front für ein stärkeres Klimabewusstsein stark.

Für den Langenhagener Bürgermeister ist durchaus auch bedeutsam, dass Schüler in ihrem noch jungen Alter ohne große Konventionen einen ganz anderen Blickwinkel auf bestimmte Dinge haben und so frei handeln könnten. Und das sollten sie durchaus auch tun, appelliert er. Angesichts der doch noch wenigen Menschen, die sich in Langenhagen mit den Zielen der Agenda 2030 beschäftigt haben, begrüßt Heuer das Engagement der Schüler und fordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Schulen, um gemeinsam für die Ziele der Nachhaltigkeit einzutreten.

Das unterstrich auch Langenhagens stellvertretender Bürgermeister Willi Minne bei dem Schulbesuch. Es sei bereits seit langem klar, dass es mit der Umwelt so nicht weitergehen dürfe, meint er. „Doch bisher ist viel zu wenig geschehen“, mahnt er. Wohl auch deshalb, weil der Umweltschutzgedanke bei den Herrschenden in Osteuropa und beim amtierenden US-amerikanischen Präsidenten derzeit wenig ausgeprägt scheint, kritisiert Minne. „Deshalb ist es wichtig, dass sich die junge Generation entsprechende Gedanken macht.“

Von Sven Warnecke

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