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Langenhagen Kitazirkel zieht es nach Kaltenweide
Umland Langenhagen Kitazirkel zieht es nach Kaltenweide
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00:18 14.02.2019
Neue Mobilität: Wichtelhagen-Leiterin Melanie Lindenkamp (links) dankt zusammen mit Kitazirkel-Chefin Irina Tänzer (rechts) dem Ehepaar Christiane und Hans-Erich Fischer für den gestifteten „Kinderbus“. Quelle: Sven Warnecke
Kaltenweide/Langenhagen

Diese Entscheidung dürfte in Kaltenweide reichlich Freude bei vielen Eltern auslösen: Der Langenhagener Kitazirkel kann eine neue Kindertagesstätte im Dorf einrichten. Das wird die angespannte Situation auf dem Betreuungssektor abmildern. Aus diesem Grund hat der Langenhagener Rat in jüngster Sitzung einem Antrag der Kitazirkel-Leitung auf einen Betriebs- und Investitionskostenzuschuss bei einer Enthaltung einmütig zugestimmt. Nun könnte an der Kananoher Straße eine neue Kindertagesstätte für Drei- bis Sechsjährige eingerichtet werden. Mit entsprechendem integrativen Anteil für bis zu vier Kindern.

Diese integrative Kindergartengruppe ist der Stadt Langenhagen – so es die erforderlichen Genehmigungen und die zwar noch ausstehende, aber zu erwartende Zustimmung des Ortsrates Kaltenweide gibt –, einen jährlichen Betriebskostenzuschuss in Höhe „der nicht durch Einnahmen gedeckten Ausgaben“ von circa 155.000 Euro im Jahr wert. So steht es in der Beschlussdrucksache. Dabei kalkuliert die Rathausverwaltung mit einer hundertprozentigen Belegung der künftig angebotenen 18 Plätze. Die Stadt will mit Irina Tänzer, Leiterin der Elterninitiative Kitazirkel, einen entsprechenden Betreibervertrag über 15 Jahre abschließen. Zusätzlich fließen für Umbau und Einrichtung der Räume an der Kananoher Straße 11 ein Zuschuss in Höhe von knapp 300.000 Euro. Dabei ist die Region Hannover mit knapp 100.000 Euro ebenfalls mit an Bord.

Bedarf an Betreuungsplätze wächst stets weiter

Damit reagiert die Stadt Langenhagen auf den bis mindestens 2024 stets steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder. Vermutlich wächst die Nachfrage auch über diese Zeit hinaus, heißt es in den kommunalen Prognosen. Mehr noch: Im Rathaus wird allein in diesem Jahr von 19 fehlenden Plätzen ausgegangen. Das Problem würde der Kitazirkel mit der dann sechsten Einrichtung, der ersten in Kaltenweide, quasi aus der Welt schaffen. Und Irina Tänzer geht fest davon aus, die neue Kita bis August öffnen zu können. Kinder sollen dort dann zwischen 8 und 16 Uhr betreut werden. Zudem sind ein Frühdienst ab 7 Uhr und ein Spätdienst bis 17 Uhr geplant.

Der in dem Gebäude einst aufgetretene Wasserschaden sei auch kein Hindernis, da er lediglich auf einen Raum beschränkt ist, berichtet Tänzer. Zudem habe ihr Architekt Andrees Depping – mit dem sie seit Jahren zusammenarbeitet – signalisiert, dass der Schaden behoben sei, Kinder dort bedenkenlos einziehen könnten. Und weiter: Auch er ist trotz Terminschwierigkeiten bei den Handwerkern zuversichtlich, den von Tänzer gesteckten Zeitplan August 2019 einhalten zu können. Einen Namen für die neue Einrichtung gibt es aktuell noch nicht. „Vorschläge werden gerne entgegengenommen“, sagt Tänzer.

Politik lobt den Kitazirkel uneingeschränkt

„Wir freuen uns sehr über die Zustimmung des Rates“, sagt Tänzer dann auch. Und sie ist frohes Mutes, grünes Licht vom Ortsrat zu bekommen. Dem Gremium fehlte ihren Angaben zufolge angesichts der angespannten Verkehrssituation auf der Kananoher Straße nur noch entsprechend ausgewiesener Parkraum auf dem Areal der künftigen Kita. Doch dieses Problem sei inzwischen aus der Welt geschafft. Die Vermieterin habe ihr statt der vier vom Ortsrat geforderten Parkplätze dort gar sechs Stellflächen zugesagt, berichtet die Kitazirkel-Chefin.

Im Langenhagener Rat erfuhr Tänzers Elterninitiative ungeteiltes Lob. „Wir haben es hier mit einem zuverlässigen und kompetenten Träger zu tun“, adelte etwa SPD-Ratsfrau Dagmar Janik das Angebot. „Ich bewundere Irina Tänzers Engagement, Oasen für Kinder zu schaffen.“ Eine Einrichtung in Kaltenweide wertet Janik als „Bereicherung“, letztlich für ganz Langenhagen.

Aus Not gegründete Elterninitiative besteht seit 2008

Seit dem Jahr 2008 gibt es die von Irina Tänzer aus eigener Not heraus gegründete Elterninitiative Kitazirkel. Nach den Kleinen Füßen in Wiesenau kamen nach und nach, der steten Not und Nachfrage der Eltern gehorchend, weitere Betreuungseinrichtungen dazu: So gibt es heute neben den Kleinen Füßen die Kindertagesstätten Krümelkiste, Krümelhausen, Wichtelhagen und Wimmelburg. Aktuell werden Tänzers Angaben zufolge dort etwa 150 Kinder im Alter ab drei Monaten betreut. Und die Initiative beschäftigt mittlerweile etwa 50 Mitarbeiter – von den weitgehend weiblichen Erziehern, Kinderpflegern und Sozialassistenten bis hin zu den Hausmeistern und Reinigungskräften.

Kita-Leiterin Melanie Lindenkamp (links) dankt zusammen mit Kitazirkel-Chefin Irina Tänzer (rechts) dem Ehepaar Christiane und Hans-Erich Fischer für den gestifteten "Kinderbus". Quelle: Sven Warnecke

Familie Fischer findet Kitazirkel-Angebot klasse

Es gibt noch viele andere Langenhagener, die das Angebot des Kitazirkels wertschätzen. Etwa die Familie Christiane und Hans-Erich Fischer. Das Ehepaar stiftete jetzt einen „Kinderbus“ für die Kita Wichtelhagen. Fischers sind Vermieter der Einrichtung an der Karl-Kellner-Straße – aber eigentlich vielmehr Fans der Elterninitiative, deren Arbeit sie über alle Maßen loben. „Es lag uns am Herzen, etwas Gutes zu tun“, betont Hans-Erich Fischer. Ihm habe schon immer gut gefallen, die „Kinderbusse“ des Kitazirkels irgendwo im Stadtbild zu sehen, begründete er bescheiden die Spende in Höhe von immerhin knapp 3000 Euro.

Von Sven Warnecke

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