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Langenhagen Frühjahrsputz: Müllsammler trotzen Wind und Regen
Umland Langenhagen Frühjahrsputz: Müllsammler trotzen Wind und Regen
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00:17 20.03.2019
Zum Abschluss der Müllsammelaktion wird ein Erinnerungsbild gemacht. Quelle: Patricia Chadde
Langenhagen

Den wärmsten Platz bei Langenhagens Müllsammel-Aktion hatten Siegmund Gonsior und Ehrenfried Wehrmann. Sie grillten unter dem Hallendach der Feuerwehr Langenhagen, um die Müllsammler zu verköstigen. Nach ihrem zweistündigen Einsatz bei Regen, Wind und kühlen vier Grad Celsius freuten sich die 25 Freiwilligen ganz besonders über den wärmenden und geselligen Abschluss der diesjährigen Reinigungsaktion.

Die Teilnehmer zogen am Sonnabendvormittag ab 11 Uhr in Warnweste und mit Greifer, Eimer, Handschuhen und pinkem Müllbeutel los, um die Grünflächen der Stadt ein bisschen sauberer zu machen. Einerseits hatte der Sturm jede Menge Unrat durch die Gegend geweht, was sich in Sträuchern und Rabatten fing.

Zigarettenkippen lassen sich schlecht aufsammeln

Aber vor dem Eingang der Volkshochschule wurde schnell klar: auch Trägheit schadet der Umwelt. Hier geht man offenkundig zum Rauchen kurz vor die Tür und wirft den Zigarettenstummel einfach in die Gegend. „Da hilft der Greifer nicht, dass muss man mit den Händen zusammenschieben“, stellte Langenhagens Stadtsprecherin Juliane Stahl ernüchtert fest. Mit ihrem Wunsch nach mehr Umweltbewusstsein bei der Entsorgung von Flaschen, Verpackungen und Glimmstengel-Resten ist sie nicht allein. Sogar Tarzan entdeckte sie zwischen Büschen. Die Plastik-Spielfigur wurde noch schnell fotografiert, dann wanderte sie in den pinken Abfallsack, den Aha für die Müllsammelaktion zur Verfügung stellte.

Weggeworfene Visitenkarten, Parktickets und Zigarettenkippen sind klein. Doch ihre Entsorgung ist aufwändig und aufreibend. Das stellen rund 25 Freiwillige bei Langenhagens Müllsammelaktion fest.

Stadtzentrum ist ganz schön vermüllt

Zahlreiche Sammler hatten schon an der Konrad-Adenauer Straße alle Hände voll zu tun, Tanja Nötel und Tochter Jenny hatten sich dagegen den Brinker-Park vorgenommen. „Da kann man zwei Tage Dauereinsatz machen und findet trotzdem noch was“, so die ernüchternde Bilanz von Tanja Nötel. Neben Kunststoff-Verpackungen waren es vor allem kleine Wodka-Flaschen, die sie zu Hunderten einsammelten. „Die Sorte Flachmann haben ich vorher noch nie gesehen“, sagte Jenny Nötel und taufte die Grünfläche scherzhaft „Trink“-Park. Bürgermeister Mirko Heuer zog mit Tochter Ina (11) los und die stellte am Schulzentrum fest, dass Teenager und Umweltbewusstsein wohl nur in den Medien eine gefeierte Kombination sind. Jedenfalls flogen dort besonders viele leere Snack-Verpackungen durch die Gegend. Es war deutlich mehr Dreck, als beispielsweise am Seniorenheim oder rund um den Kindergarten. Doch vor Langenhagens Bahnhof war der Eindruck besonders verheerend, bis Michaela Meinecke beherzt zur Müllzange griff und loslegte.

25 Müllsammler trotzen dem Schietwetter

„Das schlechte Wetter hat wahrscheinlich manchen Mitstreiter abgehalten“, sagt Wolfgang Hofmann. Er ist Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes, aber auch Mitglied von Langenhagens Feuerwehr, so dass er das Verbindungsglied bildete. „Sonst waren wir immer 50 bis 60 Leute“, erinnerte sich Hofmann, der dem unwirtlichen Wetter die Schuld für die geringe Teilnehmerzahl gab. Aber das machte nichts, denn jede eingesammelte Verpackung zählt und schärft die Sinne für den Umweltschutz.

Autokauf-Angebot will keiner haben

Eine Form von Vistenkarten war übrigens zahlenmäßig Spitzenreiter der achtlos weggeworfenen Alltagsdinge: Wir kaufen ihr Auto-Angebote und abgelaufene Tickets ließen Autofahrer einfach auf den Parkflächen zurück. Die Müllsammler gingen dagegen mit gutem Beispiel voran. Nach Wurst essen und Gruppenfoto aufnehmen ließen sie nicht mal einen Krümel Weißbrot in der Feuerwehrhalle zurück, sondern entsorgten alles ordnungsgemäß – bis auf die gelben Schutzhandschuhe. Denn die durften sie behalten.

Flurreinigung in Godshorn: Ortsrat sucht Helfer

Auch in diesem Jahr gibt es in Godshorn wieder eine Flurreinigung. Dafür sucht der Ortsrat Freiwillige, die beim Müllsammeln helfen. Die Aktion ist für den 23. März geplant.

Von Patricia Chadde

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