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Langenhagen Schul-Campus im Stadtpark wächst
Umland Langenhagen Schul-Campus im Stadtpark wächst
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00:15 26.07.2018
Die Module wurden mit allen nötigen Zwischenwänden und Türöffnungen exakt so bestellt, wie sie eingebaut werden müssen. Quelle: Rebekka Neander
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Langenhagen

Im Stadtpark ist dieser Tage ein gigantisches Puzzle zu beobachten: Dort entstehen aus insgesamt 197 einzelnen Containern insgesamt 90 Klassen- und Sanitärräume, Lehrerstationen und sonstige Versorgungsräume. Das Erdgeschoss wird pünktlich zum Ferienende bezugsfertig ausgebaut sein, die Obergeschosse bis Ende August.

Was sich für den Beobachter perfekt ineinander fügt, hat eine lange Vorgeschichte, wie Denise Fontaine von der städtischen Hochbauabteilung bei einem Rundgang übers Gelände erläutert. Denn beim zweiten Blick fällt auf: Kaum ein Modul gleicht dem nächsten. „Wir haben alle Container exakt so bestellen müssen, wie sie später hier zusammengesetzt werden.“ Kurz: Je nach Positionierung verfügen sie bereits bei ihrer Lieferung über nur genau so viele Zwischenwände, Fenster- und Türöffnungen, wie nötig. Und sie werden in einer genau festgelegten Reihenfolge geliefert. „Das erklärt jetzt vielleicht auch, warum die Vorbereitung dieser Ausschreibung so viel Zeit gekostet hat“, betont Fontaine.

Neue Module haben eine Akustikdecke

Vorbereitet scheint auf dem insgesamt 8500 Quadratmeter großen neuen Schulcampus überhaupt viel. Alle aus dem Boden ragenden Anschlüsse für Versorgungsleitungen sind bereits fertig, so dass die Module, am Kran hängend, von Arbeitern mit ihren präzise vorgefertigten Öffnungen direkt darüber geschoben werden können.

Aus knapp 200 Modulen entsteht im Stadtpark derzeit der neue Schul-Campus für das Gymnasium und die IGS.

Viele Erfahrungen aus den ersten Interimsbauten der vergangenen Jahre wurden für die aktuelle Planung genutzt. So verfügen die 146 neu gekauften Module (zu erkennen an ihrer grünen Außenfarbe) über wassergeführte Heizkörper mit Thermostat und eine Akustikdecke. Die vom Sportplatz umgesetzten weißen Bestands-Module haben noch Elektro-Heizgeräte, Akustik-Paneele wurden an den Wänden nachgerüstet. „Das bleibt in diesen Modulen auch so“, betont Fontaine. Eine Umrüstung wäre zu teuer und zu aufwendig geworden.

Die Klassenräume werden weiterhin keinen Wasseranschluss haben – „aber auch keine Kreidetafeln“. Bei dem ersten Aufbau der Module im Sommer 2015 hatten viele Lehrkräfte darüber geklagt, dass sie die Kreidetafeln ohne Wasseranschluss in den Modulen nicht reinigen könnten. „Die Klassenräume auf dem Campus erhalten allesamt Whiteboards, die entweder per Beamer oder mit abwischbaren Stiften zu beschriften sind“, berichtet Fontaine. Alle Räume werden zudem mit einem Internetanschluss ausgerüstet. Insgesamt investiert die Stadt 4 Millionen Euro allein in den Campus am Stadtpark.

Gymnasium kann vorübergehend VHS-Räume nutzen

Weil die Herstellerfirma zwar alle Module bis zum Ferienende liefern, aber nicht im Inneren ausbauen kann, wird sich der Einzug des Gymnasiums (die IGS nutzt dort nur 4 der insgesamt 30 Klassenräume) bis Ende August hinziehen. Nur das Erdgeschoss wird am 9. August komplett nutzbar sein. Die oberen Geschosse werden im Anschluss Zug um Zug mit dem Bodenbelag und dem Elektroausbau versehen. „Zudem müssen die Räume dann noch gestrichen werden“, sagt Fontaine. Der Ablauf sei seit Wochen mit den betroffenen Schulen abgesprochen. „Es sind in dieser Phase keine Klausuren geplant. Und wenn es doch zu laut werden sollte, sind die Lehrkräfte angehalten, sich mit den Arbeitern zu verständigen.“

Die Übergangszeit bis zur kompletten Fertigstellung puffern IGS und Gymnasium gemeinsam. Die IGS nutzt bis zur Fertigstellung die Container der bis dahin geräumten Pestalozzi-Schule am östlichen Ende der Konrad-Adenauer-Straße und überlässt dafür die eigenen Räume auf dem neuen Campus dem Gymnasium. Für diesen Kompromiss kommen sowohl die Eigentümerfirma der Module als auch die Region Hannover als bisherige Mieter der Stadt entgegen. Das Gymnasium nutzt überdies zwei Räume der Volkshochschule (einen im Treffpunkt sowie einen im Bildungszentrum im Stadtpark). Diese Interimsregelung ist laut Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch mit beiden Schulleitern abgestimmt.

Derlei wird für die IGS-Süd nicht nötig sein. Der dortige Interimsbau für insgesamt zehn Klassen auf dem Areal der abgerissenen Turnhalle wird pünktlich zum Schuljahresbeginn fertig sein. Im Gegensatz zu dem ersten Modulbau wird der neue keine Außenfassade bekommen.

Um den Campus herum wird Wiese gesät

Auch wenn bis Ende August alle Klassenräume nutzbar sein werden, auf die Außengestaltung müssen Schüler und Lehrer noch warten. Daran ist das Wetter schuld. „In Absprache mit dem Naturschutzbund werden wir die Freiflächen rund um den Campus mit einer Wiesenmischung ansäen“, berichtet Ralph Haase, der bei der Stadt die Außengestaltung verantwortet. „Das aber können wir erst machen, wenn die Hitze das zulässt.“

Zwischen Campus und Obstbaumallee wird eine geschwungene Mulde das Regenwasser der 8500 Quadratmeter versiegelter Fläche aufnehmen. Insgesamt, so Haase, wurden für den Campus 15.600 Kubikmeter Boden bewegt. „Dazu zählt sowohl das abtransportierte Erdreich als auch der Boden, der wieder aufgebracht worden ist.“ Verlegt wurden darin 1400 Meter Rohrleitung. Auf dem asphaltierten Schulhof entsteht in den Osterferien 2019 ein Wetterdach. „Dafür bedarf es noch einer Baugenehmigung.“ Für die kalten Monate aber steht den Schülern eine Pausenhalle zur Verfügung.

Von Rebekka Neander

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