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Langenhagen Feuerwehrstandort wird wieder in Frage gestellt
Umland Langenhagen Feuerwehrstandort wird wieder in Frage gestellt
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00:15 01.07.2018
Dürfte auf der Überschwemmungs-Wiese südlich des alten NP-Marktes gebaut werden? Eine erste Bauvoranfrage bei der Region lieferte jetzt eine umfangreiche Forderungsliste. Quelle: Neander (Archivbild)
Kaltenweide

Die unendliche Geschichte um den seit Jahren diskutierten Umzug der Kaltenweider Feuerwehr fordert weiter Geduld: Wie am Rande der Ortsratssitzung bekannt wurde, ist im Rathaus Post der Region Hannover eingegangen, die den Aufgabenkatalog der Stadtverwaltung deutlich erhöht. Die Kommune hatte eine erste Bauvoranfrage für den Feuerwehr-Bau als Grundvoraussetzung für weitere Vorbereitungen eingereicht. Denn das Gerätehaus passt nicht vollends auf das städtische Grundstück des alten NP-Marktes, weitere gut 2000 Quadratmeter müssen auf nebenan liegenden Wiesen befestigt werden. Die Stadt möchte deshalb das Areal kaufen, kann dies aber erst Mitte 2019 final besiegeln. Problematisch ist aber vor allem, dass die Wiese offizielles Überschwemmungsgebiet für den Mühlengraben ist.

Region verlangt detailliertere Pläne für den Neubau

Die Region verlangt deshalb eine sogenannte „wasserrechtliche Genehmigung im Wasserhaushaltsgesetz“ für den geplanten Übungshof der Feuerwehr. „Bauliche Anlagen können jedoch von der Genehmigungspflicht freigestellt werden, wenn keine nennenswerte Beeinflussung der Hochwasserströmung erfolgt“, erläutert dazu Regionssprecher Klaus Abelmann auf Anfrage. Insbesondere dürfe die Geländeoberfläche durch den Neubau nicht erhöht werden. Die Stadt müsse dies nachweisen. Dafür aber, ist aus dem Langenhagener Rathaus zu hören, ist eine deutlich detaillierte Vorplanung nötig bis hin zu Höhen der künftigen Bauten. Diese koste „Zeit und Geld“. Beides, so scheint es, will die Verwaltung derzeit angesichts der ungeklärten Eigentumsverhältnisse und der angespannten kommunalen Haushaltslage nicht investieren. Da die Wasserbehörde der Region den benachbarten Mühlengraben künftig weiter unterhalten muss, will die Behörde zunächst wissen, ob und wo das Feuerwehrgelände umzäunt würde. Derlei sei der Bauvoranfrage nicht zu entnehmen. Der Mühlengraben erreicht Kaltenweide von Südwesten und gehört zum Entwässerungssystem des Flughafens.

Was jetzt passiert, ist offen. Aufwendige Bauvorplanungen wird es bis auf weiteres nicht geben. Wie schnell damit nach einem Kauf des Areals mit dem Neubau begonnen werden kann, ist entsprechend fraglich. Nach einem Ratsbeschluss hat die Fläche Priorität vor dem ebenfalls im Eigentum der Stadt befindlichen Grundstück nördlich des Weiherfeldes an der Biogasanlage.
Auch für dieses Areal wäre eine umfangreiche Untersuchung und langwierige Änderung der Bauleitplanung notwendig.

Doch gemeinsames Gerätehaus mit Krähenwinkel?

Vor diesem Hintergrund erfahren die nie verstummten internen Diskussionen um einen möglichen Bau eines gemeinsamen Gerätehauses für Kaltenweide und Krähenwinkel auf der sogenannten Dreiecksfläche zwischen Wagenzeller und Walsroder Straße neuen Aufwind. Das Grundstück steht derzeit zum Verkauf. Für die Fläche gibt es seit 2003 einen Bebauungsplan „614a Alte Schmiede“, der Gewerbe dort vorsieht. Bis vor einigen Jahren wurde die Brache für das Schützenfest Krähenwinkel genutzt.

Auch im Ortsrat Kaltenweide standen diese Fragen jetzt im Raum. Kaltenweides Ortsbrandmeister Uwe Glaser bestätigte dort das Wiederaufflammen dieser Gerüchte und unterstrich einmal mehr, dass sich die Kaltenweider Feuerwehr eindeutig gegen einen solchen Gemeinschaftsbau ausspreche. Krähenwinkels Ortsbrandmeister Kai Jüttner wollte sich auf Nachfrage dieser Zeitung nicht äußern und verwies auf den Stadtbrandmeister Arne Boy. Dieser bestätigte auf Nachfrage den an ihn gerichteten Auftrag der Verwaltung, das Gespräch zunächst mit Glaser zu suchen. „Wir haben immer gesagt, dass es auf der sogenannten Dreiecksfläche immer um ein gemeinsames Gerätehaus gehen würde“, sagte Boy dieser Zeitung. Dies aber setze „die Akzeptanz beider Ortsfeuerwehren voraus“. Das „auf jeden Fall ergebnisoffene“ Gespräch mit Glaser und Verwaltungsvertretern werde „zeitnah“ stattfinden. Boy selbst habe erst vor zwei Tagen von der Antwort der Region zu Kaltenweide erfahren.

Für die Ortsfeuerwehr Krähenwinkel stand ein Neubau bislang überhaupt nicht zur Diskussion. „Die Hallen sind zwar klein, aber tauglich auch für neue Fahrzeuge“, sagte Boy. Und auch die Bausubstanz zeige keinen Handlungsbedarf. Mit dem schlechten Zustand der Gerätehäuser der anderen Dörfer sei Krähenwinkel keinesfalls vergleichbar.

Von Rebekka Neander

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